SC Verl tut sich im ersten Saisonspiel schwer gegen Kray und kommt erst in der Schlussphase auf Touren Retter Rasp verhindert Premieren-Pleite

Verl (WB). Mit 5:0 und 5:1  hat der SC Verl in den vergangenen zwei Jahren den FC Kray abgekanzelt. Doch beim dritten Duell an der Poststraße darf sich der heimische Fußball-Regionalligist glücklich schätzen, dass gegen den Essener Stadtteil-Klub  wenig­stens noch ein  dürftiges 1:1 (0:1) herausgesprungen ist. Der drohenden Pleiten-Premiere knapp entronnen!

Von Uwe Caspar
Kein glücklicher Einstand: SC Verls Neuzugang Jonas Erwig-Drüppel (Mitte, hinter ihm Jannik Schröder) geht vieles daneben – er wird nach einer Stunde ausgewechselt. Allerdings erwischen auch seine Mitstreiter gegen den FC Kray keinen guten Tag.
Kein glücklicher Einstand: SC Verls Neuzugang Jonas Erwig-Drüppel (Mitte, hinter ihm Jannik Schröder) geht vieles daneben – er wird nach einer Stunde ausgewechselt. Allerdings erwischen auch seine Mitstreiter gegen den FC Kray keinen guten Tag. Foto: Wolfgang Wotke

Es ist der eingewechselte Manuel Rasp, der seiner Mannschaft den am Ende allerdings nicht mehr unverdienten Punkt rettet. Sein spätes Hammer-Tor (84.) bewahrt die Ostwestfalen vor einem peinlichen Fehlstart.

»Die erste Saison-Partie ist immer schwierig, zumal wir auf einen spielerisch recht starken Gegner getroffen sind. Kray kann jetzt nicht nur kämpfen«, staunt SCV-Trainer Andreas Golombek über die forsch auftrumpfenden Gäste, die zumindest eine Stunde lang den Hausherren ganz schön einheizen. Wobei Kray entgegen kommt, dass Verl bei seinem Festival der Fehlpässe nur selten ein vernünftiger Spielaufbau gelingt.

Der Retter: Der Verler Manuel Rasp (links) erzielt mit einem Hammer-Tor aus rund 25 Metern den späten Ausgleich. Das 1:1 fällt erst sechs Minuten vor dem Abpfiff, ist aber letztendlich nicht unverdient. Foto: Wolfgang Wotke

Vor allem in der ersten halben Stunde nicht. Die größten Probleme bereitet den Schwarz-Weißen Krays überragender Spielmacher Emre Yesilova, den Julian Schmidt kaum in den Griff bekommt. Yesilova leitet bei einem Konter auch die 0:1-Führung ein (34./Freistoß von Ömer Akman), als er von Julian Stöckner nur per Foul gestoppt werden kann.

Der Verler kommt mit der Gelben Karte glimpflich davon. »Da hätte es für ihn auch Rot geben können«, räumt selbst Golombek ein. Für seinen Kollegen Micha Skorzenski hätte es einen Platzverweis geben müssen: »Denn Yesilova lief alleine auf das Tor zu – ein klare Chance also.«

Sport-Club Verl - FC Kray 1:1

SC Verl: Lange - Großeschallau, Schmidt, Stöckner (76. Lier), Kaminski - Schröder, Mikic - Erwig-Drüppel (60. Rasp), Haeder, Hecker (60. Aydin) - Al Ghaddioui.
FC Kray: Kunz - Zimmermann, Mengert, Aubameyang, Meißner - Waldoch, Kehrmann, Akman, Yahkem - Yesilova (83. Dressler), Elouriachi (67. Grumann).
Gelbe Karten: Stöckner, Großeschallau - Yesilova, Akmann.
Ecken: 8:1
Schiedsrichter: Benjamin Schäfer (Saarbrücken). Der Unparteiische aus dem Saarland zeigt eine starke Leistung mit nur wenigen Fehlentscheidungen und zählt zu den besten Akteuren auf dem Platz.
Zuschauer: 546.

Wahrscheinlich wäre es gar nicht zu dieser Szene gekommen, wenn Sebastian Lange in seinem Kasten geblieben wäre. »Ich weiß, dass ich mit dem Verlassen des Tores ein hohes Risiko gegangen bin. Doch das war für mich in dem Moment die richtige Entscheidung«, verteidigt sich der Keeper. Immerhin: Mit einigen Paraden bügelt er seinen Patzer später wieder aus.

Unmittelbar vor dem 0:1 jedoch bietet sich seinem Team eine Doppelchance, selbst in Führung zu gehen: Julian Stöckner (Kopfball nach Ecke von Fabian Großeschallau) und Nico Hecker (Torwart Philipp Kunz wehrt seinen Schuss ab) sorgen endlich für die ersten Highlights.

Es sind keine Weckrufe, die Verler stümpern weiter herum und hätten nach Wiederanpfiff beinahe das 0:2 kassiert: Lange verhindert mit Fußabwehr gegen den freistehenden Emre Yesilova den drohenden vorzeitigen K.o.

Erst als Andreas Golombek mit Manuel Rasp und Aliosman Aydin zwei frische Offensivkräfte einwechselt, kommt der SCV langsam auf Touren. Ohne den inzwischen ausgewechselten Jonas Erwig-Drüppel, der als einziger Neuzugang in den Startformation steht. Seine Aktionen sind zu überhastet, Erwig-Drüppel gelingt so gut wie gar nichts. Die meisten seiner Mitstreiter machen’s aber auch nicht viel besser.

Doch bevor Rasp die Kugel zum 1:1 in die Maschen wuchtet, hätten auch schon Yannik Schröder und Hamadi Al Ghaddioui (Kopfball an die Latte) treffen können. Nach dem Ausgleich liegt sogar das Siegtor in der Luft: Ghaddioui (zieht den Ball knapp am rechten Pfosten vorbei) und der noch etwas übergewichtig wirkende Aydin (befördert in der Nachspielzeit das Leder mit der Hacke über die Latte) verpassen es nacheinander, sich als Matchwinner feiern zu lassen.

Eine Niederlage indes hätte Kray nicht verdient gehabt. So sieht’s auch Golombek. »Aufgrund der unbefriedigenden ersten Halbzeit wäre ein Sieg für uns nicht verdient gewesen«, gesteht der Coach ehrlich ein. Kein Frust, aber Ernüchterung in Verl nach dem nur halbwegs geglückten Auftakt.

SCV-Trainer Andreas Golombeck (links) mit Neuzugang Aliosman Aydin.

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