Futsal: Raúl de Azevedo (Black Panthers) setzt auf defensive Stabilität
Der traut sich was!

Bielefeld (WB). Elf Mal schlug im Hinspiel gegen den MCH Sennestadt bei den Futsalern der Black Panthers Bielefeld ein. Auch damit sich das nicht wiederholt, vertrauen die Panthers vor dem Rückspiel am Samstag (19 Uhr, Sporthalle Sennestadt-Süd) auf ihren neuen Coach Raúl de Azevedo. Und der traut sich was!

Donnerstag, 07.02.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 08:28 Uhr
Klare Kommandos: Panther-Trainer Raúl de Azevedo legt viel Wert auf Taktik und Disziplin. Foto: Peter Unger

Zum Beispiel Dinge auszusprechen, die bei den Black Panthers eher nicht zu vermuten wären. »Defensive ist beim Futsal das A und O«, sagt de Azevedo. Denn für seine Qualitäten beim Toreverhindern waren die Bielefelder in der Vergangenheit nun wirklich nicht bekannt. Wie schnell und wie viel de Azevedo in seinen wenigen Wochen bei den Black Panthers schon angeschoben hat, machte vor der Länderspielpause das 10:0 gegen den Primero Club de Futsal Mülheim deutlich.

Für die Bielefelder war es das erste Spiel ohne Gegentor in der Futsalliga West überhaupt. »Es ist verrückt, dass es so lange gedauert hat, bis das mal klappt.« Denn neben dem jahrelangen Kontakt zum bisherigen Coach Goran Novakovic lockte vor allem das Potenzial der Black Panthers de Azevedo aus seinem Wohnort Bonn nach Bielefeld. »Ich hatte noch nie so viel individuelle Qualität in einer Mannschaft, die ich trainiert habe.« De Azevedo gründete im Jahr 2013 die Futsal-Abteilung des Bonner SC, arbeitete zwischendurch bei Bayer Uerdingen und zuletzt bei Fortuna Düsseldorf.

»Futsal ist Kopfsache«

Mit der individuellen Klasse sei das allerdings auch so eine ganz eigene Sache im Futsal, dem Sport, für den de Azevedo nach eigener Aussage »lebt. Denn Qualität alleine reicht nicht. Futsal ist Kopfsache.« Und in die Köpfe seiner Spieler müsse er es erstmal schaffen – unter schwierigen Bedingungen.

Trainingseinheiten stehen den Black Panthers wie mehrfach berichtet nicht zur Verfügung. Zumindest nicht in der Halle. Denn die Not hat Raúl de Azevedo erfinderisch gemacht: Trainiert wird seit einigen Wochen digital. In Bonn bereitet de Azevedo die Mitschnitte der Spiele minutiös auf und stellt seine Analyse virtuell zur Verfügung. Der Fokus liege dabei vor allem auf defensiven Abläufen. »Offensive muss man mit dieser Mannschaft ja nicht trainieren.« Und gerade das 11:7 im Derby-Hinspiel hat de Azevedo zuletzt beschäftigt. »Wenn man gegen eine Mannschaft wie den MCH sieben Tore schießt, dann muss das eigentlich zum Sieg reichen.«

Hinspielergebnis wiederholt sich nicht

Angelegt ist die Zusammenarbeit zwischen dem Portugiesen und den Panthers zunächst bis zum Saisonende. »Ich weiß, dass ich eine Mannschaft mit meinen Vorstellungen von Disziplin und Taktik spalte. Die einen finden das richtig gut, die anderen weniger.«

De Azevedo ist selbst gespannt, wie viel seiner Vorstellung von Futsal schon Samstagabend in der Sennestädter Halle zu sehen sein wird. »So ein Umbruch dauert. Wir sind in einer Situation, in der wir jeden Gegner schlagen, aber auch gegen fast jeden Gegner verlieren können«, sagt er und spricht mit Blick auf das Derby von einer »50:50-Chance. Wir müssen nur einen kühlen Kopf bewahren.« Eins hat de Azevedo seiner Mannschaft vorab schon versprochen. »So ein Handball-Ergebnis wie im Hinspiel wird es nicht noch einmal geben.«

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