Futsal: Sennestädter erzielt erstes Tor der Nationalmannschaft bei einer WM-Quali
Erdem schreibt Geschichte

Bielefeld (WB). Für die Deutsche Futsal-Nationalmannschaft lebt der Traum von der Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Litauen, für Hakan Erdem hat sich ein anderer schon erfüllt: Beim 1:5 gegen Georgien am Mittwoch und beim 5:2 gegen Dänemark einen Tag später erzielte der Mann vom MCH Sennestadt in Tiflis seine ersten Länderspiel-Tore.

Freitag, 01.02.2019, 06:00 Uhr
Seine ersten Treffer für Deutschland nimmt ihm niemand mehr: Hakan Erdem, hier im Trikot des MCH Sennestadt im Ligaspiel gegen Holzpfosten Schwerte, erzielte gegen Georgien das Tor zum 1:5 und traf gestern gegen Dänemark doppelt. Foto: Henrik Wittenborn

Gegen Georgien traf Erdem eine Minute vor Schluss zum 1:5 – und schrieb damit Geschichte: »Das ist natürlich ein schönes Gefühl. Gerade weil es das erste Tor der Nationalmannschaft bei einer WM-Qualifikation war.« Für Erdem war das allerdings ganz offensichtlich nur das Aufwärmprogramm. Gestern Nachmittag drehte der Sennestädter erneut auf und traf Mitte der ersten Halbzeit innerhalb von gerade einmal 45 Sekunden zum 1:0 und 2:0 für den DFB. Nachdem die Dänen kurz nach der Pause zum 2:2 ausgeglichen hatten, hatte mit Memos Sözer auch der zweite Nationalspieler des MCH seinen großen Auftritt. Sözer erzielte den Treffer zum 3:2. Er hatte sich entgegen erster Prognosen schneller von seiner bei der Bielefelder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft erlittenen Bänderverletzung erholt und stand trotz leichter Schmerzen im Knöchel auf dem Feld.

Kurz nach seinem Tor machte Timo Heinze mit dem 4:2 alles klar, Sözer legte mit seinem insgesamt vierten Tor für die Nationalmannschaft noch den fünften DFB-Treffer nach – und stieß damit das Tor zum Erreichen der Hauptrunde weit auf. Denn die Deutschen haben’s noch in der eigenen Hand: Mit einem Sieg gegen Israel im dritten Gruppenspiel am Samstag wäre Deutschland bei der Hauptrunde dabei.

Hauptrunde im Oktober

Der Weg zur Weltmeisterschaft bliebe allerdings ein weiter: Erst in der Hauptrunde im Oktober steigen die 16 besten europäischen Futsal-Nationen in die Qualifikation ein. Insgesamt werden neben Gastgeber Litauen nur sechs Teams aus Europa im September und Oktober 2020 bei der Weltmeisterschaft dabei sein. Mit dem Erreichen der Hauptrunde hätte das DFB-Team sein erstes Zwischenziel erreicht.

Bundestrainer Marcel Loosveld formulierte seine Ziele schon vor dem Trip nach Tiflis bewusst zukunftsorientierter. »Für die Europameisterschaft 2022 müssen wir solche Strukturen geschaffen haben, dass wir uns für die europäischen Turniere qualifizieren können. Dann haben wir gute Arbeit geliefert«, wird der Niederländer auf der Webseite der FIFA zitiert.

Und egal, ob es am Ende für Platz eins oder zwei in der Vorrundengruppe D reicht, für Erdem hat sich die Reise nach Georgien auf jeden Fall gelohnt – trotz der deutlichen Auftaktniederlage gegen den Gastgeber am Mittwochabend. »Aber wir wussten vorher, dass es vor allem auf die Spiele gegen Dänemark und Israel ankommen wird.«

Über München nach Tiflis

Hakan Erdem und Memos Sözer genießen in Tiflis das Leben eines Profis. Von Düsseldorf ging es am Sonntag mit dem Flieger zum Treffpunkt der Nationalmannschaft nach München und von dort aus in vier laut Erdem entspannten Flugstunden weiter nach Tiflis. »Eine schöne Stadt, die mich ein bisschen an die Türkei erinnert.« Vor allem der Verkehr in der georgischen Haupt- und Millionenstadt wecke Erinnerungen an das Land seiner Wurzeln. »Normalerweise braucht man zur Halle 20 Minuten, in Wirklichkeit aber fast eine Stunde.«

Nach der langen Anreise hatte Bundestrainer Marcel Loosveld noch am Montagabend zur ersten Trainingseinheit gebeten, der Spieltag am Mittwoch begann für das DFB-Team mit einem Spaziergang und endete mit einer nicht unerwarteten Pleite gegen Georgien. »Wir hatten einen guten Matchplan, der aber nicht aufgegangen ist«, sagte Erdem. Möglicherweise auch, weil sich die Georgier gleich mit mehreren Brasilianern verstärkt haben.

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