TSG verpflichtet »Halblinken« von HF Springe – Brake will den ersten Matchball nutzen Schüttemeyer weiß, wie Aufstieg geht

Bielefeld (WB). Die TSG A-H Bielefeld muss ihren Aufstiegstraum in die 3. Handball-Liga um ein Jahr verschieben. Allerdings wird es in der Saison 2018/19 ungleich schwieriger, denn der Westfalenmeister steigt bekanntlich nicht automatisch auf, sondern muss zusätzlich eine Relegation spielen.

Von Jörg Manthey und Arndt Wienböker
Maximilian Schüttemeyer von den Handballfreunden Springe ist der zweite externe Neuzugang für die TSG. Geschäftsführer Christian Sprdlik (rechts) freut sich auf einen Mann »mit Gardemaß«.
Maximilian Schüttemeyer von den Handballfreunden Springe ist der zweite externe Neuzugang für die TSG. Geschäftsführer Christian Sprdlik (rechts) freut sich auf einen Mann »mit Gardemaß«. Foto: WB

Der TuS Spenge ist diesem Szenario rechtzeitig aus dem Weg gegangen. Damit nun im zweiten Anlauf wirklich nichts schiefgeht, feilt TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik daran, die Qualität des künftigen Kaders zu erhöhen, und präsentierte gestern den zweiten externen Neuzugang. Die TSG »wächst« auf der Königsposition und hat eine Einigung mit dem 2,03-Meter großen Halblinken Maximilian Schüttemeyer (24) vom Nord-Drittligisten HF Springe erzielt. Der Topscorer hat einen Vertrag bis 2020 unterschrieben.

Gardemaß von 2,03 Metern

»Er ist einer der wurfgewaltigsten Rückraumspieler aus der Nordstaffel der 3. Liga«, freut sich Sprdlik. »Maximilian hat schon viel Erfahrung auf höherem Niveau sammeln können und passt optimal in unser Konzept HANDBOWL. Mit seiner Abwehrstärke und seinem Gardemaß wird er uns auch in der Defensive richtig gut tun.« Die Handballfreunde Springe, trainiert von Oleg Kuleshow, belegen aktuell Tabellenplatz vier. Schüttemeyer (129/15) ist der Haupttorschütze seines Klubs und zwölftbester Schütze der Liga.

Der Bankkaufmann schaut gespannt nach vorn. »Die TSG hat sich sehr früh um mich bemüht und mich nachhaltig überzeugt, dass die Vision vom Bundesliga-Handball in Bielefeld ein Projekt ist, das hier mit vollem Herzen gelebt wird. Man sieht, dass der richtige Weg eingeschlagen wurde. Ich freue mich riesig, dass ich ab Sommer dabei bin und hoffentlich viele Tore für die TSG werfen kann.« Schüttemeyer erlernte das Handball-ABC in Ibbenbüren, ehe er 2010 als A-Jugendlicher zum TV Emsdetten wechselte. Von 2011 an stand der Hüne im Kader der 1. Mannschaft, die zu der Zeit in der 2. Bundesliga spielte. Parallel lief er weiter für Emsdettens A-Jugend auf. In der Saison 2013/14 gelang ihm mit dem TVE der Aufstieg ins Oberhaus. Nachdem Schüttemeyer seit Februar 2014 per Zweitspielrecht für den Drittligisten HF Springe spielte, löste er seinen Vertrag beim TVE und unterzeichnete einen Zweijahresvertrag in Springe. Mit dem Klub vom Deister stieg er 2015 in die 2. Bundesliga auf.

Das TSG-Luxusproblem

Das Luxusproblem: Mit Richard Sundberg, der aber auch Mittelmann spielen kann und soll, Schüttemeyer, Johannes Krause und Arne Kröger zeichnet die neue TSG heuer ein Überangebot im linken Rückraum aus.

Nach dem 27:32 in Loxten blickt Christian Sprdlik durchaus positiv gestimmt nach vorne. »Es war endlich wieder eine Grundleidenschaft da, eine ganz andere Körpersprache. Die Ansprachen in der Kabine waren bemerkenswert. Jeder hat mitgewirkt. Ich habe eine ganz andere Stimmung als vorher bemerkt.« Auch bei den Sportfreunden Loxten zeigt der Sieg Auswirkungen. »Wir haben jetzt Platz drei im Visier«, meinte der sechsfache Torschütze Marian Stockmann selbstbewusst.

Husemann erwartet Reaktion

»Man kann in Nordhemmern verlieren, aber nicht so«, sagte ein konsternierter Jöllenbecker Trainer Eric Husemann nach der denkwürdigen 20:46-Klatsche beim Oberligadritten LIT Tribe Germania. »Desolat und indiskutabel« sei der Auftritt, der im Debakel endete, gewesen. Dass es nach der Bekanntgabe der künftigen Kooperation zwischen Augustdorf und Lemgo II, die für den TuS 97 den sicheren Ligaver­bleib bedeutet, zu einem Spannungsabfall im Team gekommen sei, wollte Eric Husemann nicht in Abrede stellen, »aber ich darf trotzdem erwarten, dass sich die Jungs reinhauen«. Genau das fordert der TuS 97-Coach am Samstag im letzten Heimspiel gegen Absteiger HSG Gevelsberg-Silschede ein: »Da erwarte ich eine deutliche Reaktion von der Mannschaft.« Durch einen Sieg würden die Jürmker auch auf sportlichem Weg die Klasse sichern, was das erklärte Ziel ist.

Brake kann Sekt kalt stellen

Landesliga-Spitzenreiter TuS Brake ist nach dem klaren 27:16-Derbysieg gegen die TSG II nur noch einen Schritt vom lang ersehnten Aufstieg in die Verbandsliga entfernt. Dieser soll am Samstag mit einem Sieg beim Tabellenelften Handball Bad Salzuflen gegangen werden. Brakes Trainer »Max« Rittersberger fuhr am Sonntag nach Wehe, um den nächsten Gegner noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Was er sah, dürfte ihm wenig Sorgen bereitet haben. Bad Salzuflen kam in Wehe mit 21:32 unter die Räder.

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