Handball-Oberliga: Jöllenbeck kassiert 20:46-Packung bei LIT TuS 97 präsentiert sich »völlig indiskutabel«

Bielefeld(WB/wie). Dieser Auftritt, oder besser gesagt diese Nicht-Leistung, bescherte Eric Husemann eine schlaflose Nacht. Der Trainer des Handball-Oberligisten TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck zeigte sich auch einen Tag nach der 20:46 (7:21)-Rekordpleite bei LIT Tribe Germania fassungslos.

Fassungslos: TuS 97-Trainer Eric Husemann sprach seinem Team bei der 20:46-Rekordpleite die Oberligatauglichkeit ab.
Fassungslos: TuS 97-Trainer Eric Husemann sprach seinem Team bei der 20:46-Rekordpleite die Oberligatauglichkeit ab. Foto: Thomas F. Starke

»Das war völlig indiskutabel und hatte mit Oberliga-Handball nichts zu tun. Wir hatten überhaupt keine Präsenz, waren nicht da. In dieser Form ist das nicht zu akzeptieren«, schimpfte Husemann, der zu dem Ergebnis kam: »Das war ganz klar eine Einstellungssache. Wille und Kampf waren von der ersten bis zur letzten Minute nicht zu erkennen. Wir haben keine Gegenwehr gezeigt.«

1:6 nach acht Minuten

Dabei standen die Vorzeichen doch eigentlich günstig. Der vorherige 30:21-Heimsieg gegen Gladbeck hätte den Jürmkern Selbstvertrauen geben sollen. Und die Nachricht, dass der TuS 97 durch den Rückzug der HSG Augustdorf/Hövelhof im Zuge der Kooperation mit den Lemgo Youngsters gerettet ist, hätte eigentlich Sicherheit geben sollen. Doch von all dem war am Samstagabend in der Sporthalle Holzhausen nichts zu spüren. Im Gegenteil: Willenlos ergaben sich die Jürmker in ihr Schicksal und lagen bereits nach acht Minuten mit 1:6 hinten.

Als sich dann auch noch Nils Grothaus am Ellenbogen verletzte und nicht mehr weiterspielen konnte, nahm das Unheil seinen Lauf. Über 3:10 (14.) und 6:17 (23.) wuchs der Rückstand bis zur Pause auf 7:21 (!) an. »Ich bin dann natürlich auch lauter geworden«, verwies Eric Husemann auf eine deutliche Pausenansprache. Doch auch diese Worte verpufften wirkungslos. Die Jürmker ergaben sich weiter in ihr Schicksal, während sich LIT in einen Rausch spielte.

Bit Lit klappt alles, beim TuS 97 nichts

Husemann: »Bei denen hat alles geklappt, bei uns nichts. Ich habe alle spielen lassen und alle möglichen Deckungsvarianten ausprobiert, aber LIT konnte einfach machen, was es wollte.« Das traf ganz besonders auf Jannik Borcherding zu, der 17 Mal (darunter fünf Siebenmeter) einnetzte. Das Jöllenbecker Torhütergespann Christian Trittin/David Weinholz ging gemeinsam mit seinen Vorderleuten unter. Husemann: »Wir hatten drei gehaltene Bälle in 60 Minuten.«

So wuchs der Rückstand immer weiter an und hatte bereits beim 11:33 (44.) rekordverdächtige Ausmaße angenommen. Am Ende stand ein 20:46. Eine Packung, die Eric Husemann (»An so eine Niederlage kann ich mich nicht erinnern«) nicht so stehen lassen kann. »Da werden wir ganz bestimmt noch drüber zu sprechen haben.« Im letzten Heimspiel gegen Absteiger HSG Gevelsberg-Silschede erwartet der TuS 97-Trainer dann eine deutliche Reaktion: »Wir wollen uns auch sportlich retten und haben für uns das Ziel ausgegeben, nicht Vorletzter zu werden. Mit so einer Leistung werden wir aber auch gegen Gevelsberg keine Chance haben.«

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