Warmes Wetter bremst die Vierfachsiegerin Hilde Aders beim Hermannslauf nicht - mit Video Ein heißes Rennen

Bielefeld (WB). Viele der Zuschauer hatten am Sonntag zur Sicherheit noch eine Jacke übergestreift. Hermannslauf-Siegerin Hilde Aders dagegen fühlte sich bei ostwestfälischen 19 Grad bereits wie im Hochsommer. Entsprechend heiß lief sie beim vierten Triumph im Teuto-Klassiker.

Von Sebastian Bauer
Siegerin Hilde Aders genießt im Ziel eine Abkühlung aus der Wasserflasche
Siegerin Hilde Aders genießt im Ziel eine Abkühlung aus der Wasserflasche Foto: Oliver Schwabe

 Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und angekündigtem Neuschnee startete Aders am Freitag in ihrer norwegischen Heimat Tromsø . Bei fast 20 Grad mehr raste die schnelle Skandinavierin gestern ins Ziel an der Bielefelder Sparrenburg. Dabei hatte sie vor und auch während des Laufs noch ein wenig Bedenken, ob das für sie zu warme Wetter ihr nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht. »Es war für mich sehr ungewohnt, weil ich seit September nicht in so einer Wärme gelaufen bin. Weil ich erst Freitag um 23 Uhr angekommen bin, hatte sich mein Körper noch nicht daran gewöhnt, dass es so heiß war. Das habe ich gemerkt«, berichtete Aders.

Am Ende lief es aber doch für sie – und wie. In persönlicher Bestzeit von 2:05,13 Stunden holte sich die Lehrerin aus dem Team »Tromsø Løp« das Sieg-Quartett. »Der Lauf durch diesen schönen Wald macht allein schon Spaß. Zu gewinnen ist dann der Extra-Extra-Bonus«, freute sich Hilde Aders.

Bossow: »eine Katastrophe«

Die hochgehandelte Franziska Bossow (TSVE Bielefeld), Siegerin im Jahr 2009, musste am Sonntag früh abreißen und die Norwegerin ziehen lassen. »Es war eine Katastrophe. Ich hatte von Anfang an Schmerzen in der Rückseite des Oberschenkels. Ich habe noch versucht, das durch Elektrolyte auszugleichen – aber das ging nicht. Als es beim Ehberg hoch ging, wusste ich – das wird nichts«, berichtetet Bossow, die im Ziel erst einmal völlig erschöpft Platz nehmen musste, aber versprach: »nächstes Jahr wird es besser«.

Bestens lief es dafür bei der Drittplatzierten Stephanie Strate (TSVE Bielefeld). Mit ihrer Zielzeit von 2:10,55 Stunden unterbot Strate, im vergangenen Jahr Hermanslaufzweite, ihre Zeit von 2017 gleich um gut fünf Minuten.

Hermannslauf als Familienausflug

Und auch Hilde Aders strahlte im Ziel ununterbrochen. Ihr vierter Sieg machte ihr genau so gute Laune wie die Tatsache, dass dieses mal ein Großteil ihrer Familie gleich mit auf die Strecke gegangenen war. »Erst war nur ich dabei. Jetzt laufen meine Schwester, mein Bruder, die Freundin von meinem Bruder – und mein Vater spaziert. Es ist ein richtiger Familienausflug«, erzählte Aders, die nun erst mal ihren Sieg genießen möchte und sich vor allem auf eine süße Aussicht freute: »Gleich gibt es erst mal ein Eis.« Das beste Mittel für heißgelaufene Norweger. 

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