Handball-Oberliga: TSG trotz 27:32 bei SF Loxten nicht unzufrieden Die Rückkehr von Tugenden

Bielefeld(WB). Leidenschaft, Einsatz, Teamgeist, Kampfeswillen: Handballerische Grundtugenden, die in den Vorwochen mitunter einen Bogen um die Spiele des Handball-Oberligisten TSG A-H Bielefeld gemacht haben. In Loxten war über weite Strecken eine Renaissance dieses oft vermissten Charakterzugs erkennbar; insofern schmerzte die 27:32 (15:18)-Pleite nur bedingt.

Von Jörg Manthey
In Abwesenheit des erkrankten Trainers Michael Boy fungierte in Versmold Kapitän Carl-Moritz Wagner gemeinsam mit Maximilian Kroll und Tobias Fröbel (von links) als Motivator und erkannte »endlich wieder handballerische Grundtugenden.«
In Abwesenheit des erkrankten Trainers Michael Boy fungierte in Versmold Kapitän Carl-Moritz Wagner gemeinsam mit Maximilian Kroll und Tobias Fröbel (von links) als Motivator und erkannte »endlich wieder handballerische Grundtugenden.« Foto: Sören Voss

Ohnehin verhießen die personellen Voraussetzungen vor dem Anpfiff nichts Gutes. Zusätzlich zu den bekannten Verletzten war Torhüter Felix Hendrich gehandicapt. Wegen Magen-Darm-Problemen in der Woche hatte er ein Medikament eingenommen, auf das er allergisch reagierte: Ein Auge war zugeschwollen, die Sehkraft stark eingeschränkt. »Ich bin blind«, klagte er. Weil Torwarttrainer Marco Stange nicht konnte, war Landesligakeeper Tobias Ehlentrup für 50 Minuten erste Wahl und zeigte mit sieben gehaltenen Bällen, darunter beim Stand von 2:1 ein Siebenmeter, eine ganz achtbare Leistung.

Wagner lobt die Einstellung

Kapitän Carl-Moritz Wagner lobte die »kämpferisch super Einstellung. Wir haben das Beste aus der Situation gemacht.« Spielerisch unterliefen den Gästen gegen einen überaus motivierten Gegner freilich zu viele leichte Fehler. Nils Patzelt brachte Loxten mit drei Gegenstößen in Folge 4:2 in Front (4.). Gut, dass Luca Sewing anfangs stark aufgelegt war und beherzt Gewaltwürfe einstreute.

Der Linkshänder erzielte in der ersten Hälfte sechs Treffer, ehe er von Magenkrämpfen heimgesucht wurde und so an Effektivität verlor. Auch der listige Linksaußen Julius Hinz (9/3) funktionierte. Das traf weniger auf die Rückraummitte zu. Erneut wurde am Samstag ersichtlich, dass dem Team ein »Kopf« fehlt, mithin eine klare Spielstruktur. Vieles war schlicht zu umständlich, zu unpräzise. Immerhin konnte ein 12:17-Rückstand (25.) bis zur Pause noch auf 15:18 reduziert werden.

Krause trifft zum 19:19

Nach Wiederanpfiff folgte die stärkste Phase der TSG, die nun in der Deckung kompromissloser zulangte und vorne auch traf. So markierte Johannes Krause erst den 19:19-Ausgleich und dann die 20:19-Führung (37.). Hendrich parierte jetzt »blind« einen Meyer-Strafwurf. Drei Fehlwürfe in Folge von Marius Kastening spielten Loxten in die Karten. Über 20:21 (42.), 22:24 (45.) und 23:26 (49.) schwammen den Bielefeldern die Felle davon. Per Gegenstoß konnte Hinz nochmal auf 26:27 (55.) verkürzen. Weder eine 5:1- noch eine 4:2-Deckung konnten die »Frösche« am Ende stoppen.

»Schön, dass wir die Kraft hatten, die Schwächen der TSG auszunutzen«, meinte Loxtens Schlussmann Pascal Welge verschmitzt. An der längst feststehenden Vizemeisterschaft der TSG ändert der Rückschlag nichts. Geschäftsführer Christian Sprdlik zeigte sich »absolut zufrieden«, zumal er eine Leidenschaft und auch »gewisse Spieldisziplin« registrierte, die er »in den vergangenen vier Spielen nicht gesehen« hat. »Da war wieder ein Leben in der Mannschaft.«

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