Hermannslauf-Rekordchampion Elias Sansar gibt alles für den Sieg Sansar: »Ära ist noch nicht zu Ende«

Detmold (WB/tip). Elias Sansar ist noch lange nicht am Ziel. Zehn Mal hat der 38 Jahre alte Detmolder den Hermannslauf schon gewonnen. aber auch dieses Mal hat der Rekordchampion alles dafür getan, gegen 12.45 Uhr als Erster an der Sparrenburg in Bielefeld anzukommen. Dennoch verlief Sansars Vorbereitung völlig anders als in all den Jahren zuvor.

Elias Sansar, der Hermannslauf-Dominator.
Elias Sansar, der Hermannslauf-Dominator. Foto: Oliver Schwabe

Friederike war schuld. Das Sturmtief, das im Januar tausende Bäume in den Wäldern in Ostwestfalen-Lippe flach legte, wirbelte auch das Trainingsprogramm des Hermannslaufkönigs durcheinander.

Sturmtief Friederike wirft Trainingsplan um

Sansar, der unweit der Donoper Teiche nah an der Hermannslaufstrecke wohnt und es gewohnt ist, dort seine Runden abzuspulen, musste raus aus seiner Wohlfühlzone, weil das Betreten der Wälder verboten war, nachdem Friederike gewütet hatte.

»Ich habe fast die gesamte Vorbereitung auf der Straße absolviert«, sagt der schnellste Langstreckler der Region: »Das war das erste Mal vor einem Hermannslauf, dass ich so viel auf Asphalt unterwegs war. Ich weiß nicht, wie sich das auswirkt.«

Starker Osterlauf, Probleme in Borgholzhausen

Beim Osterlauf hat ihn die ungewohnte Vorbereitung nicht gebremst. Als viertbester Deutscher war er beim Halbmarathon in Paderborn nach 1:09:01 Stunde auf Platz acht im Ziel – weniger als zwei Minuten über seiner Bestzeit, die schon elf Jahre auf dem Buckel hat.

»In Paderborn konnte ich eine sehr gute Zeit laufen«, stellt Sansar zufrieden fest und gleichzeitig deren Aussagekraft für den Hermann in Frage: »Der Lauf war ja auf der Straße – wie mein Training in diesem Jahr.«

Eine andere Standortbestimmung lief nur bedingt nach Plan. Sansar, der Sieggewohnte, musste beim Luisenturmlauf in Borgholzhausen sämtliche Reserven mobilisieren, um am stark auftrumpfenden Jan Kerkmann (TSVE Bielefeld) dranzubleiben und dem Konkurrenten dank seiner Routine mit einem energischen Spurt auf der Zielgeraden auf den zweiten Platz zu verweisen.

Großen Respekt vor Kerkmann

Seinen wohl auch am Sonntag zwischen Hermannsdenkmal (Start: 11 Uhr) und Sparrenburg härtesten Kontrahenten lobt Sansar in den höchsten Tönen. »Beim Luisenturmlauf war er definitiv stärker als ich. Ich habe zwar gewonnen, aber er hatte die ganze Tempoarbeit geleistet, und ich bin gerade soeben hinterhergekommen. Wenn er diese Form auch beim Hermann hat, dann kann er eine starke Zeit laufen.«

Sansar hält Kerkmann, den Zweiten von 2016 und Vierten des Vorjahres, in OWL für den kommenden Mann: »Unterschätzen werde ich ihn schon an diesem Sonntag auf keinen Fall. Ich glaube, dass er in den nächsten zehn bis 15 Jahren den Langstreckenlauf in der Region mitbestimmen wird.«

2013 war sein schönster Triumph

In der Gegenwart, aber auch in der näheren Zukunft setzt Sansar aber noch auf Sansar.

»Ich denke, dass meine Ära beim Hermannslauf noch nicht zu Ende ist«, sagt der Deutsch-Kurde, der als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Deutschland kam, und erklärt: »Um den Hermannslauf zu gewinnen, muss man ein guter Crossläufer sein, ein guter Straßenläufer und eine gute Grundschnelligkeit besitzen. Das habe ich alles. Wo es mir fehlt, ist beim Bergablaufen. Da merke ich jedes Jahr, dass mir die anderen Zeit abnehmen«, sagt Sansar: »Wenn ich das in Zukunft ein Mal die Woche trainiere, kann ich das aber die nächsten zwei, drei Jahre noch kompensieren und auf diesem Niveau weiterlaufen.«

So gesehen könnten nach Sieg Nummer zehn im vergangenen Jahr noch weitere Hermannslauftriumphe folgen. Langweilig würde das nicht, beteuert Sansar: »Jeder Sieg ist anders, aber jeder Sieg ist schön und immer etwas Besonderes für mich.«

Einen Triumph aus seiner Rekordreihe hebt er dennoch hervor, wenn man ihn danach fragt: »Der schönste Sieg war der in 2013, weil ich da eine neue Bestzeit gelaufen bin.«

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