Fußball: Nach Pyrotechnik auf der Rußheide droht Arminia eine deftige Geldstrafe DSC-Frauen hadern mit der Torausbeute

Bielefeld (WB). »Wir wussten ja fast schon gar nicht mehr, wie es sich anfühlt, zu gewinnen. Das genießen wir jetzt.« Arminias U23-Kapitän Almir Kasumovic kostete den 2:0-Heimsieg gegen Westfalia Herne gemeinsam mit seinen Teamkollegen in vollen Zügen aus.

Von Arndt Wienböker und Henrik Wittenborn
Zufriedenheit sieht anders aus: Sowohl der FSV als auch Arminia waren nicht glücklich mit dem Remis im Derby.
Zufriedenheit sieht anders aus: Sowohl der FSV als auch Arminia waren nicht glücklich mit dem Remis im Derby. Foto: Henrik Wittenborn

Durststrecke ist beendet

Der »Dreier« an Gründonnerstag war der erste Sieg seit fast einem halben Jahr für die Bielefelder Oberliga-Mannschaft, die seit dem 4:1 im Hinspiel gegen Herne (1. Oktober 2017) nicht mehr gewonnen hatte. Zwar lag dazwischen noch ein Sieg gegen den SC Hassel, aber der wurde nicht gewertet, weil Hassel wenig später seine Mannschaft vom Spielbetrieb abmeldete.

Am Tag vor Ostern konnte Arminias U23, die ja am Ende der Saison aufgelöst wird, die Talfahrt von zuvor neun Niederlagen in Folge endlich stoppen. Entsprechend groß war die Erleichterung im Bielefelder Lager. »Die Jungs haben Charakter gezeigt und hoch verdient gewonnen«, freute sich DSC-Trainer André Kording. Und auch Arminias NLZ-Leiter Finn Holsing stellte zufrieden fest: »Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie nichts wegschenkt. Es geht ja auch um den Stolz und die Ehre.«

Geldstrafe droht

Der 2:0-Sieg, den Almir Kasumovic mit seinem Doppelpack perfekt machte, wird allerdings noch ein Nachspiel für den Verein haben. Da vor dem Anpfiff, während der gesamten ersten Halbzeit und auch nach dem Führungstreffer zum 1:0 im DSC-Fanblock auf der Rußheide Pyrotechnik abgebrannt wurde, stand die Partie kurz vor dem Abbruch. Schiedsrichter Fabian Maibaum unterbrach das Spiel in der zweiten Halbzeit für mehr als zehn Minuten und drohte mit dem Abbruch, falls noch einmal Bengalos gezündet würden.

Dies war dann erst nach dem Abpfiff wieder der Fall. Der Schiedsrichter fertigte einen Sonderbericht an. Gegen Arminia wird nun ein Verfahren eingeleitet, weil der Verein als Veranstalter für die Aufsichtspflicht und die Sicherheit zuständig ist. »Das wird wohl auf eine deftige Geldstrafe hinauslaufen«, ärgert sich Arminias Karl-Gerd Büttemeier über das Verhalten des Bielefelder Blocks.

Die nächste sportliche Herausforderung wartet bereits am Donnerstagabend: Dann treten die »Blue Boys« im OWL-Derby beim FC Gütersloh an.

Ein Abwehrbein dazwischen

Trotz der guten Ausgangslage vor dem Endspurt zur eingleisigen 2. Bundesliga: Irgendwas läuft bei den Frauen des DSC Arminia derzeit nicht nach Plan. »Es ist merkwürdig. Zu Saisonbeginn hatten wir ein paar spielerische Probleme und haben die Punkte trotzdem geholt. Jetzt sind wir fußballerisch ein ganzes Stück weiter, kriegen den Ball aber einfach nicht mehr über die Linie«, hat Mittelfeldspielerin Laura Liedmeier beobachtet. Bestes Beispiel: das 1:1 gegen den FSV Gütersloh am Ostersonntag. Auch im OWL-Derby machten die Bielefelderinnen wie beim 1:1 in Jena am Mittwoch zuvor vieles richtig und verpassten es einzig, sich für den hohen Aufwand, das deutliche Chancenplus und die spielerische Überlegenheit zu belohnen.

1:0 gegen Delmenhorst, 1:1 gegen Jena und jetzt 1:1 gegen Gütersloh. »Die Torausbeute stimmt im Moment einfach nicht«, sagte auch Stürmerin Sarah Grünheid, die neben ihrem Ausgleichstreffer zehn Minuten nach der Pause noch zwei weitere Male nah dran am so wichtigen zweiten Bielefelder Treffer war. »Aber im Moment ist immer noch ein Abwehrbein dazwischen. Da fehlt auch ein Stück weit das nötige Glück.«

Kader fehlt die Tiefe

Grünheids Trainer Markus Wuckel kann seine Torjägerin vor dem Endspurt allerdings beruhigen. »Wenn wir weiter solche Leistungen abliefern, dann kommt das Glück irgendwann zurück. Und dann werden wir die nötigen Punkte sammeln.« Dass sein Team im Derby eher zwei Punkte verschenkte als einen dazu gewann, sah Wuckel – auch aufgrund der guten Leistung – vergleichsweise gelassen. Dass der BV Cloppenburg durch das 3:1 in Herford nach Punkten gleichzog? Maximal eine Randnotiz.

Neben den großem Willen zeigte die Englische Woche mit drei Spielen in acht Tagen den Arminen allerdings auch deutlich auf, woran spätestens im Sommer gearbeitet werden muss: Wuckel wechselte in Gütersloh nur ein einziges Mal (Tanja Thormählen für Leni Jakober) und hatte gerade für die in der Schlussphase müde Offensivabteilung keine zusätzliche Verstärkung in der Hinterhand. Mangelt es dem Arminia-Kader nicht an Breite, wird es für die eingleisige 2. Bundesliga wohl noch mehr Tiefe brauchen.

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