Futsal: Flaschenwurf überschattet Sennestadts 6:1-Sieg Erdem besiegt den MCH-Derbyfluch

Bielefeld (WB). Hakan Erdem bittet zum Siegertanz: Der MCH Sennestadt hat gegen die Black Panthers im Bielefelder Derby der Futsalliga West vorerst für klare Verhältnisse gesorgt. Das Spiel fand mit dem MCH und Erdems Dreierpack beim 6:1 (2:1) seinen verdienten Sieger – und sorgte in ganz anderer Hinsicht für eine Menge Gesprächsstoff.

Von Henrik Wittenborn
Mann des Abends: Sennestadts Hakan Erdem (links) entwischt Malte Siekmann. Beim 6:1 im Derby traf Erdem zum 1:0, 3:1 und 4:1 und wurde zum Matchwinner.
Mann des Abends: Sennestadts Hakan Erdem (links) entwischt Malte Siekmann. Beim 6:1 im Derby traf Erdem zum 1:0, 3:1 und 4:1 und wurde zum Matchwinner. Foto: Henrik Wittenborn

In Sennestadt gingen schon die Lichter aus, da hatten sich die Gemüter noch lange nicht beruhigt. Sennestadts Trainer Sebastian Rauch bemühte sich zunächst vergeblich, seinen Gegenüber Goran Novakovic zu beruhigen. Was den Coach der Black Panthers so dermaßen aus der Fassung brachte? In erster Linie die Szenen in der neunten Spielminute.

Flaschenwurf überschattet Partie

Nach einem überharten Einsteigen von Sennestadts Ibrahim Kalemci gerieten Spieler beider Mannschaften aneinander, Ersatzspieler stürmten auf das Feld und schubsten sich durch die Halle. Von den Zuschauerrängen flog in diesem Moment eine Plastikflasche auf das Spielfeld. Das Schiedsrichtergespann bemerkte den Flaschenwurf zwar nicht und fertigte keinen Vermerk im Spielbericht an, der Werfer wurde jedoch von Kameras gefilmt.

Bilder belegen laut Darstellung des MCH Sennestadt jedoch, dass niemand getroffen worden sei. Sportlich hatte die Rudelbildung für die Black Panthers ein empfindliches Nachspiel: Nick Mdoreuli und Kalemci sahen Gelb, für Mdoreuli war es bereits die zweite Verwarnung und damit der vorzeitige Platzverweis.

Schon vorher war es für Bielefeld alles andere als rund gelaufen: Hakan Erdem nutzte die Sennestädter Überlegenheit schon nach etwas mehr als einer Minute zum 1:0 – und feierte seinen Treffer in gewohnter Manier mit dem für Erdem typischen Tanz. Für die bis dahin chancenlosen Black Panthers kam es nach dem Platzverweis gegen Mdoreuli sogar noch dicker. Der MCH spielte die aus der Gelb-Roten Karte resultierende Überzahl geduldig aus und erhöhte durch Cleverson Pelc auf 2:0.

Knackpunkt 50 Sekunden nach Wiederbeginn

Nach einem Foul sah dann aber auch Kalemci Gelb-Rot und gab den Black Panthers in Überzahl die Möglichkeit zum Anschluss. Hakim Aytan nutzte sie schon nach wenigen Sekunden und verkürzte auf 1:2.

Nach Wiederbeginn musste Halbzeit zwei nur 50 Sekunden alt werden, um seinen Knackpunkt zu finden. Erneut Erdem stand nach einem langen Ball völlig frei, vollendete zum 3:1 und tanzte zum zweiten Mal. Der MCH übernahm jetzt wieder eindeutig das Kommando und ließ beste Chancen auf das 4:1 aus. Das wurde dann mit dem nächsten Erdem-Tanz gefeiert.

Memos Sözer erhöhte in der Schlussphase mit einem Doppelpack noch auf 6:1. »Damit ist der Black Panthers-Fluch hoffentlich besiegt«, meinte Sebastian Rauch, dessen Mannschaft seiner Meinung nach »cool geblieben« sei. Für den MCH war es im vierten Derby der erste Sieg über die Black Panthers.

* In einer früheren Version des Artikels waren die Geschehnisse rund um den Flaschenwurf anders geschildert worden. Die exakte Aufklärung dieses umstrittenen Vorfalls steht aber noch aus.

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