»Weltklasse 2018«: Potsdam gewinnt hochklassiges Finale gegen Sparta Prag Turbine dreht auf

Bielefeld (WB). Das Finale brachte Spannung und Nervenkitzel bis zur letzten Sekunde: 14 Schüsse waren im Neunmeterschießen nötig, bis der Turniersieger von »Weltklasse 2018« feststand: Am Ende triumphierte Bundesligist Turbine Potsdam – 8:7 (4:4, 2:0) im Endspiel gegen Sparta Prag.

Von Arndt Wienböker
Turbine Potsdam feiert den Turniersieg in Jöllenbeck. Daran beteiligt waren die Spielerinnen Lisa Schmitz, Inga Schuldt, Marina Georgieva, Elise Kellond-Knight, Anna Gasper, Jennifer Cramer, Gina Chmielinski, Felicitas Rauch, Lara Prasnikar und Laura Lindner.
Turbine Potsdam feiert den Turniersieg in Jöllenbeck. Daran beteiligt waren die Spielerinnen Lisa Schmitz, Inga Schuldt, Marina Georgieva, Elise Kellond-Knight, Anna Gasper, Jennifer Cramer, Gina Chmielinski, Felicitas Rauch, Lara Prasnikar und Laura Lindner.

»Mehr geht nicht«, sagte Olaf Beugholt mit Blick auf den dramatischen Verlauf des Finales. Der Chef des 38. Internationalen Frauenturniers des TuS Jöllenbeck fügte an: »Potsdam hat verdient gewonnen. Sie waren auch einfach mal wieder dran.«

Zuletzt hatte Turbine vor acht Jahren den Siegerpokal der Sparkasse Bielefeld in Empfang genommen. »Es war also mal wieder an der Zeit für uns. Die Mädels haben sich für ein gutes Turnier belohnt«, freute sich Potsdams Co-Trainer Dirk Heinrichs, der den beruflich verhinderten Matthias Rudolph (Skifreizeit) vertrat.

Ehe Potsdam zum insgesamt fünften Mal den Siegerpokal in die Höhe strecken durfte, musste der aktuelle Bundesligavierte jedoch viel Arbeit verrichten. Im Finale gegen den tschechischen Pokalsieger Sparta Prag, der bei seiner neunten Teilnahme zum ersten Mal das Endspiel in Jöllenbeck erreichte, lag Potsdam bereits 0:3 zurück (12.), ehe der Champions-League-Sieger von 2010 und 2005 noch einmal entscheidend aufdrehte. Ein Doppelschlag von Felicitas Rauch (13.) und Anna Gasper (14.), die wenig später verletzt ausschied, brachte den Favoriten zurück ins Spiel.

Im Gegenzug kassierte Potsdam das 2:4 durch Prags finnische Nationalspielerin Tia Hälinen, doch auch davon ließ sich der Bundesligist nicht beeindrucken. Turbine warf in der Schlussphase alles nach vorne. 66 Sekunden vor dem Ende verkürzte die australische Nationalspielerin Elise Kellond-Knight auf 3:4. Längst stürmte auch Torhüterin Lisa Schmitz mit – und wurde belohnt. 19 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit (zweimal 10 Minuten) traf Schmitz zum 4:4 und rettete ihr Team damit ins Neunmeterschießen, wo sie endgültig zur Heldin avancieren sollte. Schmitz parierte zwei Strafstöße, der zweite war der entscheidende zum Sieg. »Es war Lisas Turnier«, freute sich Dirk Heinrichs über das Auftreten von Schmitz, die völlig zurecht zur besten Torhüterin des Turniers ausgezeichnet wurde.

Dass Schmitz und Potsdam im Neunmeterschießen auch das nötige Glück benötigten (Prag traf zweimal den Posten), gehörte zur Dramaturgie des Endspiels. »Das Finale war an Spannung wirklich nicht zu überbieten. Ein tolles Spiel für die Zuschauer. Wir haben große Moral bewiesen und uns das Glück auch erarbeitet«, meinte Turbines Nationalspielerin Jennifer Cramer. Prags Manager Dusan Zovinec zeigte sich als fairer Verlierer: »Im Finale haben wir viel Pech gehabt, waren in der zweiten Halbzeit aber auch nicht mehr effektiv genug.«

Im Spiel um Platz drei setzte sich Vorjahressieger SGS Essen mit 5:1 gegen Werder Bremen durch. »Wir haben wieder ein gutes Turnier gespielt, auch wenn wir diesmal das Finale verpasst haben«, bilanzierte Essens Trainer Daniel Kraus.

Insgesamt kamen an den beiden Turniertagen etwa 1500 Zuschauer in die Sporthalle Jöllenbeck. Turnierorganisator Olaf Beugholt konstatierte: »Wir sind zufrieden. Alle Mannschaften haben herzerfrischenden Offensivfußball gezeigt.«

Beste Spielerin und zugleich beste Torschützin des Turniers wurde Essens Jung-Nationalspielerin Lea Schüller.

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