Oberliga: Arminias U23 bleibt hinter den eigenen Erwartungen zurück – nur Platz 14 Zu wenig Ertrag

Bielefeld (WB). 13 Punkte aus 14 Spielen, Platz 14: Das ist bei weitem nicht das, was sich Arminias U23 von der ersten Halbserie in der Oberliga Westfalen versprochen hat. Der Bielefelder Zweitliga-Unterbau hinkt den eigenen Erwartungen hinterher und will im neuen Jahr die Trendwende herbeiführen.

Von Arndt Wienböker
Profileihgabe David Ulm und Arminias U23 haben noch nicht ins richtige Gleichgewicht gefunden – nur Platz 14!
Profileihgabe David Ulm und Arminias U23 haben noch nicht ins richtige Gleichgewicht gefunden – nur Platz 14! Foto: Bernhard Pierel

»Wir haben uns natürlich mehr erhofft«, gibt Trainer René Müller zu. Für den 43-jährigen Fußballlehrer, vor der Saison vom SC Paderborn nach Bielefeld gewechselt, lief das erste halbe Jahr als DSC-Coach alles andere als rund. Eine langwierige Virusinfektion setzte Müller mehr als drei Monate außer Gefecht. In dieser Zeit übernahm Co-Trainer André Kording das Kommando und sammelte 13 Punkte in zehn Spielen. Der letzte von nur vier Siegen, 4:1 bei Westfalia Herne, liegt allerdings bereits mehr als zweieinhalb Monate (1. Oktober) zurück. Seitdem sorgten fünf Niederlagen in Folge für Tristesse bei Arminias U23.

»Wir sind in eine Ergebniskrise reingerutscht«

»Wir sind nach dem Hassel-Spiel in eine Ergebniskrise reingerutscht«, ärgert sich René Müller. Jenes 5:1 vom 13. Spieltag sollte sich als wertlos erweisen, weil Hassel wenige Tage danach seine Mannschaft vom Oberliga-Spielbetrieb abmeldete. Das Positive daran: Hassel steht genauso wie der TSV Marl-Hüls, der sein Team ebenfalls abgemeldet hat, als Absteiger fest. Damit könnte sich der Abstiegskampf erübrigt haben, denn nur für den Fall, dass aus der Regionalliga West mehr als zwei westfälische Teams absteigen (wonach es aktuell nicht aussieht), gibt es in der Oberliga auch mehr als zwei Absteiger.

»Darauf können wir uns aber nicht verlassen. Wir müssen die Situation realistisch einschätzen und uns bewusst sein, dass wir den Blick auch nach hinten gerichtet haben müssen«, mahnt René Müller. Das Ziel für die Rückrunde ist aber ein anderes. »Es muss unser Anspruch sein, mehr Punkte zu holen als bislang. In der Vorbereitung müssen wir den Grundstein dafür legen, schnellstmöglich von Platz 14 wegzukommen.«

»Vom Charakter her sind die Jungs top«

Eine »gravierende Enttäuschung« würde er trotz der bislang mageren Ausbeute nicht verspüren, versichert René Müller. »Es gibt ja auch Positives. Viele der jungen Spieler, die aus der A-Jugend gekommen sind, haben sich weiterentwickelt und vom Charakter her sind die Jungs top.« Jetzt gelte es aber, die Adaption, die Anpassungsphase an die Oberliga, zu beenden. Müller: »Wir brauchen mehr Überzeugung in die eigene Leistung und müssen dahin kommen, Aufwand und Ertrag in Einklang zu bringen.«

Spielerisch gehören die Jung-Arminen zu den stärkeren Teams der Liga. Allerdings wurde dieses Potenzial zu selten oder aber nicht konstant genug auf den Platz gebracht. Müller: »Wir sind in der Lage, gegen jeden Gegner in der Liga zu punkten, können aber auch gegen jeden Gegner Schwierigkeiten bekommen.« Steigerungsbedarf gibt es in allen Bereichen. Konsequenz und Konstanz: Daran müssen die »Blue Boys« in erster Linie feilen, um den eigenen Ansprüchen im zweiten Halbjahr gerecht werden zu können.

Inklusive der beiden Nachholspiele gegen den SC Paderborn II und TuS Haltern haben die Arminen noch 16 Partien zu absolvieren. »Wir werden intern ein klares Ziel ausgeben«, versichert der Trainer.

Trainingsauftakt im neuen Jahr ist am 10. Januar. Gut möglich, dass dann auch das ein oder andere neue Gesicht zum Kader gehört. Neben Stürmertalent Sunday Ajala vom Herforder A-Ligisten Külübü Löhne (wir berichteten) hat auch Eugene Ofosu-Ayeh (zuletzt SC Hassel) bei Arminias U23 ein Probetraining absolviert. Ob es zu Nachverpflichtungen in der Winterpause kommt, muss die sportliche Leitung um Finn Holsing und Armin Perrey entscheiden. Fixiert wurden bereits einige Testspiele vor Liga-Wiederbeginn: VfB Lübeck (13. Januar), Roland Beckum (20. Januar), SC Wiedenbrück (27. Januar) und SV Rödinghausen (31. Januar).

DSC-Torschützen

Almir Kasumovic, Dersim Kaynak, David Ulm (je 3), Ahmet Aydincan, Max Danner, Rion Latifaj (je 2), Mohammad Jaddoua, Marcel Lücke, Leandro Putaro, Fynn Hagen Rausch-Bönki, Semir Ucar (je 1).

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