Handball-Oberliga: TuS 97 ohne Mut und Emotionen – 24:30-Pleite gegen LIT Die große Stille

Bielefeld (WB). Dass das Jöllenbecker Publikum nicht gerade zu Begeisterungsstürmen neigt, ist bekannt. Wenn dann aber auch die Oberliga-Handballer des TuS 97 auf dem Parkett in Lethargie verfallen, wird’s besorgniserregend. So geschehen am Samstag bei der 24:30 (14:14)-Heimniederlage gegen LIT Tribe Germania. Mutlos, kraftlos und emotionslos ergaben sich die Jürmker in der Schlussphase der Partie in ihr Schicksal. Die große Stille von Jöllenbeck: In der Halle herrschte eine gespenstische Atmosphäre.

Von Arndt Wienböker
Unsanft ausgebremst: Kreisläufer Lukas Heins erlebte mit den Jöllenbecker Oberliga-Handballern beim 24:30 gegen LIT Tribe Germania eine harte Bruchlandung.
Unsanft ausgebremst: Kreisläufer Lukas Heins erlebte mit den Jöllenbecker Oberliga-Handballern beim 24:30 gegen LIT Tribe Germania eine harte Bruchlandung. Foto: Peter Unger

»Das war echt komisch. Es passierte gar nichts mehr. Warum das so war, weiß ich auch nicht«, sagte ein ratloser Jakob Röttger unmittelbar nach Spielende. Auch die anderen Jöllenbecker hatten keine Erklärung dafür parat, warum nach dem Anschlusstreffer von Till Kraatz zum 24:25 (53.) das Handballspielen komplett eingestellt wurde. »Da waren wir mit dem Kopf wohl schon in den Ferien. Der Wille hat gefehlt. Wir haben das Weihnachtsgeschenk nicht angenommen«, urteilte Daniel Meyer.  Was er damit meinte: Der Tabellensechste aus Nordhemmern wäre durchaus schlagbar gewesen.

»Für mich ist es unerklärlich, warum in so einem wichtigen Spiel die richtige Einstellung fehlt und die Köpfe in der entscheidenden Phase nach unten gehen«, monierte der Sportliche Leiter Thorsten »Moppel« Lehmeier. Auch Trainer Eric Husemann gab der emotionslose Auftritt Rätsel auf: »Die erste Halbzeit war ja noch okay. Die zweite Halbzeit war dann aber eine Katastrophe; vor allem im Angriff.«

Arne Kämper am Knie verletzt

Wäre alles nach Plan gelaufen, wären die Jürmker auch mit einer Pausenführung in die Kabine gegangen. Nach ausgeglichenem Beginn erspielte sich der TuS 97 ein 12:9-Plus (20.), was dann aber leichtfertig hergeschenkt wurde. So hieß es nach 30 Minuten 14:14. Zu diesem Zeitpunkt saß Rückraumspieler Arne Kämper bereits neben dem Spielfeld. Er hatte sich bei seiner ersten Angriffsaktion am Knie verletzt, als er mit einem Gegenspieler zusammenrasselte. Das Knie schwoll sofort dick an, nichts ging mehr.

Auf dem Parkett ging auch nicht mehr viel. Jöllenbeck fehlten einmal mehr die Durchschlagskraft und auch die Alternativen im Rückraum. Außerdem wirkte die Abwehr alles andere als sattelfest. »Wir haben hinten nicht gut gestanden und viel zu einfache Tore kassiert«, stellte Thorsten Lehmeier fest. So wurde aus einem 17:16 ein 17:20 (40.). Beim 20:20 kehrte noch einmal Hoffnung zurück. Die blieb bis zum 24:25 durch Kraatz erhalten, dann aber leistete sich der TuS 97 Fehler um Fehler und ergab sich in sein Schicksal. »Wir waren desillusioniert und sind an uns selbst gescheitert«, fasste ein enttäuschter Kapitän Leon Ludwigs zusammen.

Mit 7:15 Punkten geht der Aufsteiger aus Jöllenbeck als Drittletzter in die Weihnachtspause. »Es gibt noch viele Baustellen«, weiß Trainer Eric Husemann, der froh ist, erst einmal durchschnaufen zu können. »Wir müssen die Köpfe wieder freikriegen. Viele unserer Jungs gehen ganz schön auf dem Zahnfleisch«, verweist Husemann zudem auf andauernde Wehwehchen einiger Spieler.

TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck: Weinholz/Trittin – Grothaus (2), Kraatz (6), Heins (4), Niehaus (2/2), Röttger, Meyer (1), Ludwigs (6), Pieper (1), Braunheim (2), Begemann, Kämper, Klapdohr.

LIT-Torschützen: Rüter (9/5), Gartmann (7/2), Kliver (6), Kruse (3), Borcherding (3), Borgmann, Knickmeier (je 1).

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