Handball-Oberliga: 28:27-Heimsieg über SF Loxten – Dank an Ortmann Zwei blaue Augen für die TSG

Bielefeld  (WB). Die TSG A-H Bielefeld hat sich am Abend mit dem erhofften Erfolgserlebnis in die Weihnachtspause verabschiedet und überwintert mit 20:2 Punkten als Tabellenführer der Handball-Oberliga. Trainer Michael Boy wusste, wie der mühsame 28:27 (17:11)-Heimerfolg über die SF Loxten einzuordnen war. »Das war nicht ein blaues Auge für uns, das waren zwei.«

Von Jörg Manthey

»Ötti« setzt ab 50. Minute Akzente

Und Boy wusste auch, bei wem er sich zu bedanken hatte. »Ein großes Dankeschön an Henrik Ortmann«, würdigte er den Einsatz des 38-Jährigen, der aus Spaß sporadisch noch in der vierten Mannschaft mitspielt. In der 50. Minute begann sein 256. Einsatz für die »Erste«, zu diesem Zeitpunkt führte die TSG 22:21. In bekannter Manier holte »Ötti« zwei Siebenmeter heraus, provozierte eine Rote Karte gegen Marlon Meyer (53.) und erzielte die wichtigen Tore zum 24:24 (55.) und 26:26 (58.). Tobias Fröbel erhöhte vom Siebenmeterpunkt, und Tim Schuwerack 28:26 erlöste all jene der 900 Besucher in der Seidensticker Halle, die es mit der TSG hielten. Dem tragischen Helden Olaf Stockmann war der Ball zuvor durch die Finger ins Aus gerutscht.

Zweite Halbzeit ärgert Trainer Boy

Der verärgerte Boy war hin- und hergerissen. »Chapeau für die erste Halbzeit. Da waren wir konsequent im Torabschluss. So gut wir in der ersten Hälfte waren, so schlecht war unsere Leistung nach dem Wechsel. Kein Tempo von hinten raus, klare Chancen ausgelassen – so haben wir in der Liga keine Chance, egal gegen wen.«

Dass es am Ende nochmal so dramatisch werden würde, war nach einer eher einseitigen ersten Halbzeit nicht abzusehen. Da klappte im Angriff vieles, insbesondere aus dem Rückraum. So setzte sich der Spitzenreiter frühzeitig über 4:1, 7:2 und 13:6 ab. Der Gegner verteidigte zunächst mit einer 6:0-Abwehr, wechselte dann auf eine 5:1 mit Timo Menger als Speerspitze. Loxtens Keeper Pascal Welge bekam in seinem »Wohnzimmer« anfangs gar nichts zu fassen und ließ ab der zehnten Minute für eine Weile Daniel Plum den Vortritt.

Pascal Welge dreht auf

Bis zum 17:11-Pausenstand gab es höchstens anzukreiden, dass die TSG angesichts des klaren Übergewichts irgendwann begann, etwas schludrig zu agieren. Das, verbunden mit einer sensationellen Steigerung Pascal Welges, sollte dem Primus fast zum Verhängnis werden. Mit zwölf starken Paraden erntete Welge die Früchte, die die quirlige 4:2-Deckung säte. Nach dem 20:12 (Hinz, 35.) kam ein sichtbarer Bruch ins TSG-Spiel. Zwölf Minuten später, beim 21:20 (47.), wurde es richtig brenzlig. Dem ersten Gleichstand – Stockmann nutzte einen Zwaka-Fehlpass per Gegenstoß zum 23:23 – folgten drei Rückstände, letztmalig beim 25:26. Mit Glück und Geschick drehten die Bielefelder es noch in einen Sieg.

»Ich finde das geil, hier zu spielen«, widmete Ortmann die Entwicklungshilfe seinem Söhnchen. »Das hat Spaß gemacht, auch wenn es eigentlich nicht so gedacht war.« Pascal Welge bedauerte: »Einen Punkt hätten wir verdient gehabt. Es hat bestimmt keiner mehr in der Halle gedacht, vor allem die TSG nicht, dass wir noch so nah rankommen würden.«

Nach dem Kreispokal-Wochenende (5. bis 7. Januar) geht es für die TSG am Freitag, 12. Januar (20 Uhr), wieder um Oberligapunkte. Dann wird der Soester TV in der Seidensticker Halle erwartet.

Die Derby-Statistik

TSG A-H Bielefeld: Kroll/Hendrich – Ortmann (2), Schuwerack (3), Zwaka, Kröger (4), Fröbel (3/1), Krause (4), Wortmann (n.e.), Strathmeier (4), Kirsch, Hinz (3/1), Sewing (5).

SF Loxten: Welge/Plum – Schäper (4), Menger (5), Stockmann (6), Blankert (2), Harting, J. Patzelt (2), Harnacke (1), Weigel (1), N. Patzelt (1), Steinkühler (1), Meyer (5/4).

Der Spielfilm: 4:1 (6.), 7:2 (10.), 11:4 (15.), 13:6 (20.), 15:7 (23.), 15:10 (28.), 17:11 (30.), 20:12 (35.), 20:16 (41.), 21:18 (45.), 21:20 (47.), 23:23 (53.), 23:24 (55.), 24:25 (56.), 25:26 (57.), 26:26 (58.), 28:27 (60.).

Rote Karte: Meyer (53.).

Zeitstrafen: 2 Minuten – 2 Minuten.

Siebenmeter: TSG 4/2 (Welge hält Hinz und Krause) – Loxten 4:2 (Hendrich hält zweimal Meyer).

Schiedsrichter: Sven Levermann/Christian Rietenberg (TuS Leopoldshöhe).

Zuschauer: 900.

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