Interview mit Pascal Welge: Torhüter will Ex-Klub mit »spezieller Motivation« ärgern Welge: »Ich bin ein großer TSG-Fan«

Bielefeld(WB). Ein Publikumsliebling kehrt zur TSG A-H Bielefeld zurück – allerdings nur kurz. Pascal Welge (30) hütet am Freitagabend das Tor des Gegners SF Loxten, wenn der Spitzenreiter der Handball-Oberliga im letzten Meisterschaftsspiel des Jahres gegen Loxtens »Frösche« alles dransetzen wird, auf dem Aufstiegsplatz zu überwintern.

Von Jörg Manthey und Burkhard Hoeltzenbein
Wiedersehen mit seiner alten Liebe TSG A-H Bielefeld – aber als Gegner: Torhüter Pascal Welge möchte am Freitag mit SF Loxten die TSG ärgern. Carl-Moritz Wagner (links) ist noch verletzt, Moritz Schneider (rechts) inzwischen in Harsewinkel.
Wiedersehen mit seiner alten Liebe TSG A-H Bielefeld – aber als Gegner: Torhüter Pascal Welge möchte am Freitag mit SF Loxten die TSG ärgern. Carl-Moritz Wagner (links) ist noch verletzt, Moritz Schneider (rechts) inzwischen in Harsewinkel. Foto: Bernhard Pierel

Herr Welge, Sie sind in dieser Saison schon oft als Zuschauer bei TSG-Heimspielen in der Seidensticker Halle gewesen und wissen demnach um die bundesligataugliche Atmosphäre, die sie dann empfängt. Freitag könnte Ihnen auf dem Parkett eine Hauptrolle zukommen. Wenn Sie den Pfosten-Posten morgen so leidenschaftlich interpretieren wie in Ihren besten TSG-Tagen, können sie zu einem gewaltigen Ärger-Faktor für die Bielefelder Schützen werden.

Pascal Welge: Es ist nun mal faktisch so, dass ich jetzt in Loxten spiele und mit meiner Mannschaft jedes Spiel gewinnen möchte. Für mich steht die Leidenschaft am Handball im Vordergrund, der Spaß. Loxten ist eine super Mannschaft. Ich kann viel von meiner Erfahrung weitergeben und habe den Wechsel auf keinen Fall bereut. Natürlich hänge ich noch mit Herzblut an meinem alten Verein, das ist eine spezielle Motivation für mich. Die Motivation, beim Tabellenführer zu gewinnen, noch größer. Wir liegen hinter unseren eigenen Erwartungen zurück. Da kann so eine Sensation Wäsche reinwaschen.

»Die TSG kann Ausfälle verkraften«

Sie verfolgen das TSG-Projekt bestimmt interessiert. Wie empfinden Sie das, was da gerade entsteht?

Welge: Ich bin nach wie vor ein großer TSG-Fan und finde einfach großartig, was seit ein paar Monaten passiert. Christian Sprdlik investiert viel Knowhow und Herz, um die Strukturen auf ein neues Level zu hieven. Als Fan wünsche ich der TSG, dass sie aufsteigt. Als Sportler sehe ich das anders.

Wo sehen Sie die Stärken der TSG?

Welge: Die TSG hat als Mannschaft schon gut zusammengefunden, verfügt aber vor allem über individuelle Klasse. So kann sie hochkarätige Ausfälle gut wegstecken. Ein Arne Kröger, der bisher mehr zur zweiten Reihe gehört hat, wirft mal eben zehn Tore gegen Augustdorf, wenn es drauf ankommt. Til Kirsch ist für mich ein ungeschliffener Rohdiamant, auch wenn er nur wenig Spielanteile bekommt. Ich kenne und schätze seine Qualitäten.

»Thomas Lay nimmt sich die Zeit, um junge Spieler zu entwickeln«

Wie hat der Verein Ihrer Meinung nach die Nachfolge der Ära Welge im Tor gelöst?

Welge: Max Kroll und Felix Hendrich passen gut zusammen. Max ist ruhig und abgeklärt, eine optimale Ergänzung zum starken Mittelblock. Felix ist eher das improvisierende Gegenteil. Mit seinen verrückten Bewegungen kann er die gegnerischen Spieler täuschen.

Was hat Loxten, was es in Bielefeld nicht gab? Und was kann sich noch entwickeln?

Welge: Zeit, um junge Spieler zu entwickeln. Trainer Thomas Lay nimmt sich diese. Die TSG will aufsteigen. Da braucht man fertige Spieler, davon mindestens sieben gestandene Handballer mit Drittligaformat. In Loxten ist eine Basis vorhanden. Ob es wirklich mal reicht, um den Aufstieg mitzuspielen, hängt auch an den Sponsoren. Die TSG und Spenge zeigen ja gerade, welchen Aufwand sie für ihre Ziele betreiben. Da liegen zu Loxten Welten dazwischen. Zudem muss ein Team dann mit Hingabe an den Sport alles andere unterordnen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.