2. Tennis-Bundesliga: BTTC besiegt TC Iserlohn in rein deutscher Besetzung mit 5:4 Die »glorreichen Sieben«

Bielefeld (WB). Starker Auftritt: Tennis-Zweitligist Bielefelder TTC hat sich mit einem 5:4-Sieg gegen den TC Iserlohn von seinem Heim-Publikum verabschiedet. Dadurch beseitigte der BTTC auch die letzten Zweifel am weiteren Verbleib in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Mit 8:4 Punkten steht das Team glänzend da.

Von Arndt Wienböker und Heiko Scholz
Starker Auftritt: Patrick Pradella setzte sich im Match-Tiebreak gegen den Italiener Omar Giacalone durch. »Das war mein bestes Match seit zwei Jahren«, strahlte der Bielefelder nach seinem Erfolg. Am Ende feierte der BTTC einen 5:4-Sieg.
Starker Auftritt: Patrick Pradella setzte sich im Match-Tiebreak gegen den Italiener Omar Giacalone durch. »Das war mein bestes Match seit zwei Jahren«, strahlte der Bielefelder nach seinem Erfolg. Am Ende feierte der BTTC einen 5:4-Sieg. Foto: Thomas F. Starke

Dieser Erfolg ist umso bemerkenswerter, da die Bielefelder am Freitag ganz auf die deutsche Karte setzten. Alle drei Griekspoor-Brüder waren im letzten Heimspiel der Saison nicht dabei, doch das sollte keine negativen Auswirkungen haben. »Dass wir in dieser Besetzung gewinnen können, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Hut ab vor der Mannschaft. Das ist fast schon sensationell«, freute sich BTTC-Teammanager Markus Theine über den fulminanten Auftritt der »glorreichen Sieben«.

Pradella überrascht sich selbst

Für die vielleicht größte Überraschung sorgte Patrick Pradella an Position vier. Der 27-Jährige lief in seinem Einzel gegen den Italiener Omar Giacalone zu großer Form auf, gewann den ersten Satz mit 6:3. Nach einem 3:6 in Durchgang zwei ging es in den Match-Tiebreak, in dem sich Pradella eine 9:4-Führung erkämpfte. Dann musste der Bielefelder noch etwas zittern, doch der vierte Matchball saß – 10:7. »Ich bin super happy. So gut habe ich zwei Jahren nicht mehr gespielt«, strahlte »Pepe« nach seinem überraschenden Erfolg. Für den Rechtshänder war es erst der zweite Einzel-Einsatz in dieser Saison. Und das hat Gründe, denn Pradella plagt sich seit langer Zeit mit Fußproblemen herum. »Ich habe seit Juni gar nicht mehr trainiert. Umso mehr freue ich mich über den Sieg und meine Leistung. Das ist optimal gelaufen.« Kein Wunder, dass sich Patrick Pradella im Anschluss die Glückwünsche seiner Teamkollegen abholen durfte.

Kurz nach ihm jubelte auch Maximilian Wilde. Bielefelds Nummer sechs musste ebenfalls in den Match-Tiebreak, bewies dort Nervenstärke, indem er gegen den gebürtigen Bulgaren Simeon Ivanov einen Matchball abwehrte, und sich schließlich mit 12:10 durchsetzte. »Es freut mich umso mehr, dass es heute geklappt hat. Hätte ich wieder im Match-Tiebreak verloren, hätte ich wohl meine Wohnung auseinandergenommen«, beschrieb Wilde seine Gefühlswelt.

Die Gesichter bei den mit vier Ausländern angereisten Gästen wurden derweil immer länger. Zur Krönung der ersten Einzelrunde hätte nur noch ein Sieg von Valentin Günther gefehlt, doch der 19-Jährige musste sich – natürlich auch im Match-Tiebreak – mit 6:10 dem 35-jährigen Tschechen Jan Mertl (ATP 389) beugen.

Spannung auch im Spitzeneinzel

Mit einer 2:1-Führung im Rücken bekam es Louis Weßels im Spitzeneinzel dann mit dem Argentinier Agustin Velotti (ATP 256) zu tun. Sein Match sollte den Schlusspunkt vor den Doppeln bilden. Zuvor musste sich Jannik Rother chancenlos geschlagen geben, während Kevin Kaczynski an Position fünf an seine starken Leistungen aus der Vorwoche anknüpfen konnte. Kaczynski zeigte eine fehlerfreie Vorstellung und setzte sich mit 6:2, 6:4 gegen Jordi Walder durch.

Die Partie von Louis Weßels und Agustin Velotti bot wesentlich mehr Spannung. Die beiden Spitzenspieler lieferten sich einen zweieinhalbstündigen Marathon mit wechselnden Vorteilen. Weßels begann dominant, doch erst der Tiebreak sollte die Entscheidung für den Bielefelder bringen. Bei 4:2 und 6:6 wechselten die Spieler die Seiten, ehe sich Velotti einen Doppelfehler leistete und Weßels schließlich den ersten Satz mit einem Ass beendete. In Durchgang zwei lief der Argentinier zu Hochform auf. Velotti gab nach dem 2:2 kein Aufschlagspiel mehr ab. Ein ähnliches Bild ergab sich im Match-Tiebreak. Weßels musste eine Antiserie vom 3:2 zum 3:9 hinnehmen und sich schließlich mit 7:6, 2:6, 4:10 geschlagen geben – 3:3 nach den Einzeln.

Weßels/Wilde sorgen für das Happyend

In den Doppeln schickte BTTC-Trainer Georg Magnus Lars Behlen für Kevin Kaczynski ins Rennen, Iserlohn bot gleich zwei frische Kräfte auf. Bielefeld wählte in der Aufstellung die »Siebener-Kombination«. Doppel eins mit Rother/Pradella ging dann auch erwartungsgemäß verloren. Dafür setzten sich Günther/Behlen in zwei Sätzen durch. Alles hing nun an Louis Weßels und Maxi Wilde. Nach 6:4 in Durchgang eins vergaben die Bielefelder im zweiten Satz bei einer 4:1-Führung einige Breakbälle zum 5:1. Danach drohte das Match zu kippen. Iserlohn machte fünf Spiele in Folge – es ging in den Match-Tiebreak. Hier sorgten Wilde und Weßels für das Bielefelder Happyend – 10:5. »Eine grandiose Mannschaftsleistung«, strahlte Georg Magnus. Den spielfreien Sonntag hat sich das Team auf jeden Fall verdient.

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