Stefanie Fritzensmeiers Job bei der Rallye Stemweder Berg: Co-Pilotin Die Frau mit dem »Gebetbuch«

Bielefeld  (WB/jm). Rallye-Altmeister Walter Röhrl (70) hat den geflügelten Satz geprägt: »Das Gehirn sitzt rechts.« Damit meinte er den Beifahrer, der dafür verantwortlich ist, dass der Fahrer nicht falsch abbiegt. Die Bielefelderin Stefanie Fritzensmeier (39), genetisch vorbelastet durch Papa Wolfgang, gibt seit 2001 als Copilotin im Cockpit die Kommandos, diktiert Bodenunebenheiten und Kurven. Sie ist quasi das Navigerät. Macht sie einen Fehler, kann’s fatal ausgehen.

Stefanie Fritzensmeier, vom ADAC Ostwestfalen-Lippe mehrfach dekoriert, wurde 2016 NRW-Landesmeisterin im Bereich Offroad Automobilsport. Die Frau ist flott im Kopf und hat Benzin im Blut. »Ich bin in diesen Job reingeboren. Du musst Organisationstalent haben, immer ruhig bleiben und auch bei hohem Tempo gut lesen können«, nennt sie unbedingte Voraussetzungen einer guten Beifahrerin. Voll konzentriert weiterlesen gilt genauso nach gedrifteten Spitzkehren, bei hohen Innenraumtemperaturen, bei Stress. Damit spricht sie das »Gebetbuch« an, auch an diesem Wochenende ihr wichtigstes Utensil.

Gegenseitiges Vertrauen ist das A und O

Stefanie Fritzensmeier (SFG Lippe) freut sich auf ihren Heimauftritt, die 47. ADAC Rallye Stemweder Berg. Die ist für sie ob der Nähe besonders. Zudem gehört Wolfgang Fritzensmeier zum Organisationsteam. Das Spektakel rund um Lübbecke ist der fünfte Lauf zur Deutschen Rallyemeisterschaft sowie zur ADAC Rallye Masters. Stefanie Fritzensmeier fungiert gewissenhafte Beifahrerin des Hessen Konstantin Keil (Niestetal), der einen 1600 ccm starken Citroën DS3 R3T Max mit Turbo steuert. Das Duo startet in der Division 4. Gegenseitiges Vertrauen ist das A und O. »Du musst als Team funktionieren. Ein schneller Fahrer ohne guten Beifahrer funktioniert nicht. Das gilt genauso andersrum.«

Nach einem erfolgreichen Saisonauftakt mussten Keil/Fritzensmeier Ende Mai nach einem Fahrfehler bei der AvD Sachsen-Rallye mit Platz sechs ein »Ankommer-Ergebnis« hinnehmen, verloren so den zweiten Platz in der 2WD-Wertung der Deutschen Meisterschaft und liegen aktuell in Schlagdistanz auf Rang vier. Klar, dass sie angreifen wollen und das Podest fest im Visier haben.

15 Wertungsprüfungen

Die Rallye Stemweder Berg zählt zu einer der anspruchsvollsten Veranstaltungen im Kalender der Deutschen Rallyemeisterschaft. Insgesamt 82 Fahrer haben gemeldet. Das Team von der SFG Lippe erwartet ein packender Wettstreit mit der Konkurrenz. »Die Konkurrenz ist bei dieser Rallye enorm stark. Da dürfte ein spannender Kampf um die Punkteplatzierungen vorprogrammiert sein«, prognostiziert Keil (35). »Wir wollen von Beginn an voll attackieren und schnell den passenden Rhythmus finden.« Freitag und Samstag stehen rund um Lübbecke 15 Wertungsprüfungen (WPs) über insgesamt 136 Kilometer auf dem Programm. Los geht es am Freitagabend mit fünf WPs – darunter auch die neue Zuschauerprüfung im Motorpark am Wiehen in Preußisch Oldendorf. »Die Organisatoren haben sich für Fahrer und Fans wirklich einiges einfallen lassen, wie zum Beispiel eine Schotter-Driftkurve auf dem Zuschauerrundkurs«, lobt Stefanie Fritzensmeier. Am Samstag folgen zehn weitere WPs in den Gemeinden Bad Oeynhausen, Lübbecke, Pr. Oldendorf, Hüllhorst und Rahden. Der Servicepark befindet sich auf der Gauselmann-Rallyemeile in Lübbecke.

Mit Regen und Schlamm wie 2016 müssen die Teilnehmer fürs kommende Wochenende wohl nicht rechnen. Die Meteorologen sagen Sonnenschein und somit beste Bedingungen voraus. Die Rallye Stemweder Berg startet am Freitag um 17:01 Uhr an der Stadthalle in Lübbecke. Das Team Keil/Fritzensmeier wird mit der Startnummer 19 die Rallye in Angriff nehmen. Im vorigen Jahr war Stefanie Fritzensmeier mit Pilot Olaf Müller ausgeschieden.

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