Thilo Günther feiert Doppelsieg beim 60. Fischereihafenrennen Der König von »Fishtown«

Bielefeld  (WB). Perfekter Pfingstausflug für Thilo Günther. Beim 60. Fischereihafenrennen in Bremerhaven raste der 37-jährige Motorrad-Rennfahrer zum Doppelsieg in der Königsklasse 1 »Fishtown Superbike Open«. 20.000 Zuschauer feierten den Publikumsliebling, der damit seinen Vorjahrestriumph wiederholen konnte.

Von Jörg Manthey
Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 103 km/h raste Thilo Günther über den Fischereihafen-Rundkurs.
Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 103 km/h raste Thilo Günther über den Fischereihafen-Rundkurs. Foto: Sascha Bartel/SashMedia

»Tolles Wetter, super Strecke, gutes Ergebnis, geile Fans. Einfach perfekt«, schwärmte Thilo Günther. »Ich bin super happy.« Seit 1952 eine Bremerhavener Institution, gilt dieses Motorrad-Festival in dem urigem Ambiente national als das größte Roadracing-Event und ist von den treuen Fans längst zum »Rennkulturerbe« erkoren worden. 20.000 Besucher kamen diesmal, um die mehr als 400 Fahrer aus 14 Nationen anzufeuern, die in »Fishtown« in elf Klassen ihre Sieger ermittelten.

2651 Meter langer Rundkurs mit 14 Kurven

Ein Vorglühen der besonderen Art: Mit speziellen Reifenwärmern heizte der Bielefelder das Gummi seiner Maschinen auf etwa 80 Grad auf; wichtiges Utensil, damit die Reifen sofort »mehr Grip« vorfinden und ein Mosaikteil für die Thilo-Günther-Show. Von der Pole Position stürmte er zum Sieg. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit auf der 2651 Meter langen Piste mit 14 Kurven betrug stattliche 102,790 Stundenkilometer. Als prominenter »Schrauber« half Wunderlich-Geschäftsführer Frank Hoffmann mit. Auch in der Klasse 2 zeigte Günther mit Platz drei und fünf eine maximale Leistung. Schließlich pilotierte er dort eine BMW R 1200 R, einen Zweizylinder-Boxer-Roadster. Eigentlich eine PS-mäßig deutlich unterlegene und »nicht konkurrenzfähige« (Günther) Reisemaschine.

»So ein Rennen findest du sonst in ganz Europa nicht«

Preisgeld gab’s nicht. In »Fishtown« geht’s um die Ehre. Der mehrfache ICCR-Sieger Didier Grams überreichte dem Sieger seine verdiente Trophäe, die einen Ehrenplatz finden wird. »Dieses Rennen hat einfach ein einzigartiges Flair. Sowas findest du in ganz Europa nicht«, dankte Thilo Günther der Organisationscrew um Veranstalter Hinrich »Hinni« Hinck für deren Herzblut, dieses Volksfest derart professionell aufzuziehen, mit nochmals erhöhten Sicherheitsstandards. Dennoch war der Industriemechaniker froh, als er mit seinen wilden Gesellen auf ihren noch wilderen Untersätzen – das älteste Motorrad war eine englische Bluestar aus dem Jahr 1932 – unfallfrei die finale Ehrenrunde fahren konnte.

»Ein bisschen Angst vor einer Verletzung war im Kopf schon da.« Schließlich geht’s bereits an diesem Dienstag für drei Wochen in die USA. Dort soll am letzten Juni-Wochenende ein Lebenstraum kristallisieren. Als einziger Deutscher nimmt Thilo Günther am legendären Pikes Peak-Bergrennen in Colorado teil und will dort auf seiner Wunderlich R 1200 R SuperLight die Werksfahrer der »Großen« ärgern. Das handverlesene Feld bilden 35 Motorrad-Racer aus aller Welt. Seit Anfang Januar ist er dreimal in der Woche im Fitnessstudio zu finden; morgens um halb fünf vor der Arbeit. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ergebnisse

Klasse 1

Fishtown Superbike Open:

Erstes Rennen (36 Fahrer, sechs Runden): 1. Thilo Günther (Bielefeld/9:17.072 min/BMW S 1000 RR Piranha/ 102.790 km/h), 12. Vassilios Takos (Bielefeld/9:51.494 min/Yamaha YZF-R1/96.808 km/h), 17. Felix Günther (Bielefeld/10:09.004 min/Kawasaki ZX-10R/94.024 km/h).

Zweites Rennen (sieben Runden): 1. Thilo Günther (10:42.392 min/103.994 km/h), 9. Vassilios Takos (11:14.243 min/99.081 km/h), 16. Felix Günther (11:46.888 min/94.506 km/h).

Klasse 2

Fishtown Twins und Triples:

Erstes Rennen (sieben Runden): 3. Thilo Günther (11:15.900 min/BMW R 1200 R/98.838 km/h).

Zweites Rennen (sieben Runden): 5. Thilo Günther (11:21.518 min/98.024 km/h).

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.