2. Frauen-Bundesliga: Arminia kämpft Henstedt-Ulzburg nieder – Annabel Jäger stark Ein 3:2-Sieg des Willens

Bielefeld  (WB). Stark gekämpft, viel gearbeitet und noch mehr gelaufen: Arminias Frauen haben den sich tapfer wehrenden SV Henstedt-Ulzburg mit 3:2 (1:1) geschlagen und sind zum Lohn in der 2. Bundesliga auf den fünften Platz geklettert. »Das war Willenssache«, meinte Kapitänin Maxi Birker erleichtert.

Von Jörg Manthey

»Wir sind schlecht reingekommen«, blickte Trainer Markus Wuckel auf die fehlerbehaftete Anfangsphase zurück, die einen DSC ohne Selbstvertrauen sah. Die Quittung für mangelnde Kompaktheit: Nach einem Missverständnis zwischen Grit Bender und Lena Göllner kam SVH-Offensivkraft Alina Witt frei zum Schuss, und es hieß früh 0:1 (9.). »Katastrophe, wie wir uns da angestellt haben«, grollte Wuckel. Dieser Rückstand schürte für eine Weile weitere Verunsicherung; die Bemühungen des Gastgebers wirkten recht zerfahren.

Grünheids 16. Saisontreffer

Mit zunehmender Dauer erlangte Arminia nun die Spielkontrolle. Sarah Grünheid verpasste knapp (21.), Annabel Jägers Schussversuch war zu schwach (22.). Lena Schulte, sehenswert eingesetzt von Jäger, scheiterte frei vor Bianca Weech (31.). »Da haben wir richtig gut gespielt«, lobte Wuckel, der diese Einschätzung nach 36 Minuten mit Zählbarem bestätigt sah. Annabel Jäger setzte Sarah Grünheid in Szene, die mit einem schlauen Schlenzer über Weech den Ausgleich erzielte. Ihr 16. Saisontreffer.

In der 48. Minute knallte Annabel Jäger mit Windunterstützung einen Distanzschuss an die Latte. Den Abpraller konnte Maxi Birker nicht unter Kontrolle bringen. Zwei Minuten später war es soweit: Einen weiten Ball Annabel Jägers veredelte Birker mit einem schickem Sololauf über die rechte Seite in den Strafraum. Überlegt passte sie die besser postierte Lena Schulte an, die aus kurzer Distanz zum 2:1 einschoss. Vielversprechende Chancen häuften sich. Jäger zielte knapp vorbei (53.). Apropos: Die verdiente sich gestern Bestnoten und schuf im zentralen Mittelfeld viel Kreatives für den Spielaufbau. »Ich hätte noch drei Stunden weiterspielen können und kein Tor gemacht«, haderte sie mit ihrem Abschlusspech.

Thormählen verliert Laufduell

Als Tanja Thormählen ein Laufduell gegen Christine Meyer verlor, nutzte die prompt die Gunst des Moments, um über Vivien Brandt hinweg zum 2:2 einzulochen (58.). Nur zwei Minuten später leistete Annabel Jäger zum dritten Mal Zubringerdienste. Den ersten Versuch Maxi Birkers konnte Weech noch abklatschen, doch die entschlossene DSC-Kapitänin machte im zweiten Anlauf ernst – 3:2 (60.). »Ich wollte das Ding einfach nur reindreschen und habe nicht mehr nach links und rechts geguckt.«

Markus Wuckel stellte nun um. Lens Schulte übernahm Thormählens Job als linke Außenverteidigerin, Sarah Grünheid wechselte auf den linken Flügel, Karolina Bochra ins Sturmzentrum. Bis in die Nachspielzeit ließen die DSC-Damen nichts mehr zu. Wuckel: »Die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Obwohl wir im Niemandsland stehen, haben die Spielerinnen alles gegeben. Jeder Sieg in der 2. Liga ist ein Riesending für uns.«

Liedmeier noch Zusammenprall benommen

Die anwesende Herforder Delegation jubelte mit Arminia mit. Zwei Spieltage vor Saisonende hat Henstedt-Ulzburg vom OWL-Nachbarn den Relegationsplatz zehn übernommen. »Das war ein hart umkämpfter Sieg und tat gut nach drei Niederlagen«, pustete Abteilungsleiter Werner Jöstingmeyer durch. »Henstedt-Ulzburg hat sich richtig gewehrt. Unsere Mädels wollten gewinnen, und sie haben es getan.«

Unschöner Schlusspunkt: In der 86. Minute krachte Laura Liedmeier bei einem Kopfballduell mit einer Gegnerin zusammen und blieb benommen liegen. Zwar konnte sie nach kurzer Behandlung die Partie noch beenden, doch hinterher klagte sie: »Mir geht es nicht gut.«

Talentplatz für Holke

Nach Moana Fabienne Rahe wird Arminia im Sommer ein weiteres Eigengewächs in den Kader der »Ersten« integrieren: Julia Holke, Torjägerin der B-Mädchen, erhält einen Talentplatz.

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