Handball-Oberliga: TSG kann Meister Menden lange ärgern – verliert aber mit 30:33 Keiner will sich weh tun

Bielefeld  (WB). Handball-Oberligist TSG A-H Bielefeld hat den Meister SG Menden Sauerland Wölfe wie vorab angekündigt geärgert. Eine Handvoll Fehler zuviel vor allem in der zweiten Halbzeit verhinderte ein besseres Ergebnis als die 30:33 (17:16)-Niederlage im letzten Saisonheimspiel.

Von Jörg Manthey
Kreisläufer Tobias Fröbel markierte gegen Menden sechs Feldtore und vergab wie auch Dominik Schmidt und Leon Prüßner einen Siebenmeter.
Kreisläufer Tobias Fröbel markierte gegen Menden sechs Feldtore und vergab wie auch Dominik Schmidt und Leon Prüßner einen Siebenmeter. Foto: Bernhard Pierel

»Mit einer besseren Trefferquote hätten wir auch gewinnen können«, urteilte TSG-Trainer Michael Boy. Unter anderem ließ sein Team drei Siebenmeter ungenutzt. Pascal Welge (2) und Felix Hendrich vereitelten ebenso drei Strafwürfe. »Menden war heute schlagbar«, fand Welge. »Aber uns hat die nötige Aggressivität gefehlt, das Gewinnenwollen. Die Spannung war raus.«

Aus 8:11 ein 13:11 gemacht

Das Sauerländer Wolfsrudel fand vor etwa 230 Zuschauern im Heeper Dom besser in Partie, lag mit 5:2 (6.) und 9:5 (13.) vorn. Nach dem 8:11 (18.) sah sich Boy zu einer Auszeit genötigt. Seine Neujustierung fruchtete, verbunden mit einigen feinen Reflexen Felix Hendrichs. Tobias Fröbel, Leon Prüßner, Til Kirsch per Gegenstoß, Luca Sewing und Nils Prüßner mit einem weiteren Gegenstoß belohnten eine effektive Bielefelder Phase binnen vier Minuten mit der 13:11-Führung.

Es waren Mendens eigene Fehler, die den Gastgeber zurück ins Spiel brachten. Den letzten TSG-Mohikanern mangelte es leider an der nötigen Kaltschnäuzigkeit und Qualität, um diesen Umstand noch gnadenloser auszunutzen. Selbst beim 17:14 (27.) wollte irgendwie keine rechte Stimmung aufkommen. Immer wieder musste Hallensprecher Jan Hendrik Maschke die träge Kulisse animieren.

Drei Siebenmeter vergeben

Über 17:16 und 19:19 bahnte sich nun ein enges Treffen an, mit flatterhaften Ballverlusten hüben wie drüben. Beim 19:20 war die Führung futsch. 21:23 stand es, als die TSG endlich ihren ersten Siebenmeter zugesprochen bekam. Menden hatte bis zu diesem Zeitpunkt bereits fünfmal von der Marke getroffen. Leon Prüßner trat an und vergab. Ein Fehlpass von Til Kirsch, ein Schrittfehler von Leon Prüßner – als der zehnfache Torschütze Joshua Krichel in Überzahl zum 27:22 für Menden einwarf (46.), war eine Vorentscheidung gefallen.

»So ist das, wenn Leute meinen, Ideen zu haben«, kommentierte Teammanager Matthias Geukes den Fehlerreigen. Pascal Welge, ab Minute 43 wieder auf dem Pfosten-Posten, half wohl tatkräftig mit, den Gegner nicht vollends davonziehen zu lassen. Zudem zeigte die 4:2-Deckung gegen die beiden »Halben« der Wölfe Wirkung. Doch mehr als das 25:27 (50., Schmidt im Nachwurf), 28:29 (56., Nils Prüßner) oder 29:30 (57., Kirsch) war nicht mehr drin.

»Der letzte Biss hat gefehlt«

Mit einem Lächeln im Gesicht ergaben sich die TSG-er in ihr Schicksal. Matthias Geukes hatte eine »abwechslungsreiche« Partie gesehen, der allerdings jede Dramatik gefehlt habe. »Für ein vorletztes Saisonspiel war das ganz ordentlich«, schlussfolgerte SG-Coach Micky Reiners; glücklich, dass sein Team den 20. Saisonsieg erkämpfen konnte. »Der letzte Biss hat gefehlt, die letzte Motivation«, merkte Michael Boy an; ansonsten durchaus zufrieden mit der Vorstellung. »Wir haben uns gut verkauft. Die Jungs haben bis zur letzten Minute Gas gegeben. Was wir in der Woche trainiert haben, wurde gut umgesetzt.«

Der verletzte Kapitän Carl-Moritz Wagner hatte für das Treiben bloß ein Wort übrig: »Sommerhandball. Die Deckung wurde vernachlässigt. Keiner wollte sich mehr weh tun.«

TSG A-H Bielefeld: Welge/Hendrich (15.-43.) – Schumann (2), Schmidt (2), N. Prüßner (5), Fröbel (6), Schneider, Strathmeier (2), Kirsch (5), L. Prüßner (2), Sewing (6).

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