Bielefelder hätte in Dortmund gerne länger geboxt – Gegner Aduashvili gibt auf Nimani: Wenn Gewinnen wenig hilft

Bielefeld (WB). Gefreut hat sich Besar Nimani nicht über das schnelle Ende seines Kampfes. Ganz im Gegenteil. Der Bielefelder Boxprofi wollte sich in der Westfalenhalle eigentlich noch mehr Gefühl für den Ring und weitere spannendere Aufgaben holen.

Von Oliver Kreth
Keine Chance: Besar Nimani versuchte, das Kampfgericht zu überzeugen, Druck auf den Aufgabewilligen auszuüben.
Keine Chance: Besar Nimani versuchte, das Kampfgericht zu überzeugen, Druck auf den Aufgabewilligen auszuüben. Foto: Philipp Gätz

Nimani war deshalb stocksauer: »So etwas geht doch nicht, einfach aufgeben, so etwas ist nicht gut für den Boxsport. Eine Runde hätte er noch gehen können.« Er, das ist der Georgier Paata Aduashvili. 35 Jahre, Boxabendauffüllboxer. Mal war er am Samstag Athlet, mal Betreuer, mal Cutman, mal Trainer. Nachdem er zur fünften Runde gegen Nimani nicht mehr antrat, angeblich hatte Aduashvili Probleme mit der Führhand, erfüllte er außerhalb der Ringseile weiter gewissenhaft seine Pflicht.

Gehofft hatte Besar Nimani eigentlich auf acht Runden. Angesetzt war der Kampf dann allerdings nur auf sechs. Es wurden letztlich lediglich vier. Und mit den ersten beiden war der Supermittelgewichtler auch noch gar nicht zufrieden. Nimani: »Da war ich etwas unsicher. Da merkte ich schon, dass ich zuletzt wenig im Ring gestanden habe. Deshalb hätten mir mehr Runden gut getan.«

Nimani versucht Abbruch zu verhindern

Ab der dritten Runde war die Dominanz des Ex-Europameisters dann allerdings erdrückend. Nimani, der wieder von seinem Bruder Berat in der Ringecke betreut wurde, traf nach Belieben. Kopf, Körper, Kombinationen, Tempowechsel. Vielleicht meinte Paata Aduashvili ja deshalb auch, nach nur 720 Sekunden genug für sein Geld getan zu haben und verweigerte eine weitere Arbeitsaufnahme.

Besar Nimani versuchte noch via Kampfgericht, diesen Abbruch zu verhindern, doch auch das anwesende Präsidium des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB) konnte nichts mehr daran ändern.

Genauso wenig zufrieden mit dem Verlauf des Kampfabends, abgesehen von dem Sieg natürlich, war Manager Shary Honarbakhsh. »Ein zäher Gegner, aber Bes’ war gut vorbereitet. Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn der Gegner nicht aufgegeben hätte. Jetzt wollen wir noch ein, zwei weitere Rankingkämpfe machen und dann um die Europameisterschaft boxen.« Und falls er selber einen Kampfabend organisieren würde, wäre eines für ihn klar: auf keinen Fall mit einem Georgier. Und auf gar keinen Fall mit Paata Aduashvili.

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