Futsal: 3:4 – MCH Sennestadt scheitert im DM-Viertelfinale MCH Sennestadt hat ausgeträumt

Bielefeld (WB). Nichts wird es mit dem »Finale daheim«: Nach nur einem Spiel ist der Traum vom Endspiel um die Deutsche Futsal-Meisterschaft in Bielefeld für den MCH Sennestadt beendet. Gegen den VfL Hohenstein-Ernstthal unterlag der MCH im Viertelfinale nicht unverdient mit 3:4 (1:2).

Von Henrik Wittenborn
Aus im Viertelfinale: Für die Sennestädter Hakan Güzel, Berkay Yilmaz, Memos Sözer, Aytürk Gecim, Furkan Ars, Hakan Erdem, Ibrahim Kalemci und Cem Kilic (von links) ist der Traum von der Deutschen Meisterschaft nach nur einem Spiel geplatzt.
Aus im Viertelfinale: Für die Sennestädter Hakan Güzel, Berkay Yilmaz, Memos Sözer, Aytürk Gecim, Furkan Ars, Hakan Erdem, Ibrahim Kalemci und Cem Kilic (von links) ist der Traum von der Deutschen Meisterschaft nach nur einem Spiel geplatzt. Foto: Peter Unger

Dabei wurde schon von Beginn an klar, dass der Weg ins Halbfinale ein weiter werden würde: Die Hohensteiner, mit sieben Spielern mit Profierfahrung aus osteuropäischen Ligen angereist , zeigten von der ersten Minute an, dass sich die drei wöchentlichen Trainingseinheiten offensichtlich gelohnt hatten. Nach einem Freistoß fand Jurij Melnyk die minimale Lücke zwischen den Sennestädter Abwehrbeinen zum 0:1. Nur Sekunden später verhinderte MCH-Keeper Berkay Yilmaz den Doppelschlag.

Doch nach deutlicher Anlaufzeit waren auch die Gastgeber plötzlich im Spiel. Aytürk Gecim verpasste den Ausgleich noch knapp. Hakan Erdem sollte er nach einem Querpass, den der Angreifer nur noch ins Tor schieben musste, gelingen. Doch der VfL hatte die Antwort parat: Mykyta Tmenov überwand Berkay Yilmaz mit einem Schuss in die Torwartecke zur Pausenführung (18.). Und hätte Yilmaz zuvor und im Anschluss nicht mehrfach glänzend pariert, die Hoffnungen des MCH hätten schon früh einen dritten oder vierten Dämpfer bekommen.

Sözers Tor zum 3:4 ist das letzte der Saison

Nach Wiederbeginn reichten den Hohensteinern wenige Aktionen, um die Unterschiede zwischen der Sennestädter »Hobby-Mannschaft« und dem eingespielten VfL-Team deutlich zu machen: Tmenov verwandelte eine Hereingabe zum 1:3 (22.). Ein Wirkungstreffer. Denn die Sachsen kontrollierten das Spiel jetzt nach Belieben. Fast endlos wirkten die sicheren Ballstafetten der Hohensteiner zwischenzeitlich auf die zunehmend verzweifelten MCH-Akteure. Doch Sennestadt kämpfte: Memos Sözer verwertete Hakan Erdems Pfostentreffer zum 2:3-Anschlusstor.

Doch auch der VfL hatte noch etwas zu bieten: Piotr Papierowski versenkte den Ball und damit die Hoffnungen des MCH rund drei Minuten vor dem Ende. Sennestadt rannte noch einmal an. Zu mehr als Memos Sözers 3:4 rund 30 Sekunden vor Schluss reichte es aber nicht mehr – es sollte das letzte Tor dieser trotz allem so bemerkenswerten Sennestädter Saison bleiben.

Mehr lesen Sie am Montag, 27. März, im WESTFALEN-BLATT, Lokalsport Bielefeld.

Kommentare

Statistik lügt nicht und ein wenig mehr Recherche und Futsalwissen wäre wünschenswert

Die Spielstatistik sagt aus, dass es auf beiden Seiten annähernd die gleiche Anzahl an potenziellen Einschussmöglichkeiten gab - Hohenstein liegt hier mit einer vorne. Der Artikel verstreut jedoch den Eindruck, dass Sennestadt in nahezu allen Belangen und über die gesamte Spielzeit unterlegen war, so dass unter Betrachtung der Statistik hier wohl eine rein subjektive Wahrnehmung des Autors niedergeschrieben wurde.

Zudem waren es 8 und nicht 7 Profi-Spieler (2 polnische und 6 ukrainische Futsal-Profis), welche aufgrund löchriger DFB-Regularien nur für die deutsche Meisterschaft und die Spiele des VFL Hohenstein-Ernstthal eingeflogen wurden. Der Torhüter kam u.a. vom polnischen Spitzenclub aus Krakau. Und noch genauer gesagt waren es zwei Blöcke, welche im ukrainischen und polnischen Profifutsal aktiv und daher eingespielt sind. Ferner trainieren diese Profi-Spieler mindestens fünf- und nicht wie fälschlicherweise im Artikel beschrieben dreimal in der Woche. Die tatsächlichen Hohensteiner Spieler, von denen nur 2 und insgesamt auch nur 5 Minuten gespielt haben, trainieren dreimal die Woche.

Ferner fehlt für mein objektives bzw. ausgewogenes Berichtverständnis aus Sennestädter Sicht die Tatsache, dass beim Stand von 2:3 drei 100%ige Sennestädter Torchancen zum 3:3 vergeben wurden. Dies wurde wohl aufgrund der subjektiven Betrachtung bzw. Vereinnahmung durch die dominanten sechs Minuten der Hohensteiner Ukrainer nach dem 1:3 zwischen der 22. und 28. Minute nicht mehr wahnehmbar. Die Hohensteiner Ukrainer hatten den Autor wohl in seinem Bann. ;)

Wenn man die Sennestädter öfters gesehen hat, ihre Spieler kennt und die Strategien des Trainers einigermaßen verstehen zu versucht, dann muss in diesem Kontext erwähnt werden, dass Sennestadt nach dem 1:3 umgestellt hat und zwischen der 22. und 28. Minute seinen dritten Block (u.a. ohne Sözer und Erdem) reinbrachte, der dann primär so agierte, damit Block 1 und 2 auf der Bank Energie tanken und in den letzten 12 Minuten nochmal richtig Gas gegeben konnte, wie es dann auch geschehen ist. Zudem erkennt man daran, dass Hohenstein in dieser Phase trotz der "endlos wirkenden Ballstaffetten" keine Torgelegenheit hatte, dass Sennestadt hier gezielt agierte: Hohenstein wollte Ballbesitz, Sennestadt hat ihnen diesen gegeben, das "Ballhinterherjagen" ist dann jedoch nötig, damit ein Pressing auf dem Ballführer entsteht und die Offensiv-Progression des Hohensteiner Angriffs nicht vonstatten gehen kann - für ein wenig futsalgeschultes Auge kann das natürlich "verzweifelt" ausssehen. Der Trainer dachte sich wohl eher: gut so, weiterkämpfen, den Gegner nicht vors Tor kommen lassen, gleich kommt der erfrischte und spielstärkere Block. Diese Taktik ist inhaltlich auf jeden Fall aufgegangen, denn das sollte dem Autor nicht entgangen sein, die letzten 10 Minuten gehörten überwiegend den Sennestädtern.

Letztendlich zeichnet auch die wiederholt erwähnte "beendete Saison" das Unwissen des Autors um den Futsal-Spielbetrieb ab, denn läuft diese Saison noch bis Ende Mai bzw. Anfang Juni 2017. Der MCH FC Sennestadt hat nämlich noch zwei Wettbewerbe in Form des Westfalenpokals und des westdeutschen Pokals vor sich. Die deutsche Futsal-Meisterschaft schließt die Futsal-Saison nicht ab: Sözers Treffer ist demnach wahrscheinlich nicht das letzte der Saison.

Fazit:
Dem Autor wäre zu empfehlen sich in Sachen Futsalwissen und -verständnis ein wenig fortzubilden und eine subjektive als auch fußballerische Bewertungsgrundlage für Futsalspiele ad acta zu legen.

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