Fußball: Arminia-Frauen haben »noch ganz andere Sachen« vor »Wir sind kein normaler Verein«

Bielefeld(WB/jm). Das ist persönlicher Einsatz: Kamila Kmieciks Bruder Pawel hat am Wochenende in Klobuck/Polen geheiratet, doch Arminias flinke Außenverteidigerin musste, nein wollte die Familienfeierlichkeiten eher verlassen. Das DFB-Pokalspiel in der Schüco-Arena als süße Pflicht ging für sie vor. »So sehen die Mädels das Projekt Arminia«, würdigte Trainer Markus Wuckel die Prioritätenwahl seiner Spielerin.

Der blaue Siegesreigen: Mit stehenden Ovationen feierten die Fans in der Schüco-Arena das Weiterkommen der Frauen im DFB-Pokal. »Das war Wahnsinn. Gänsehaut pur. Wir sind kein normaler Verein«, feixte Trainer Markus Wuckel.
Der blaue Siegesreigen: Mit stehenden Ovationen feierten die Fans in der Schüco-Arena das Weiterkommen der Frauen im DFB-Pokal. »Das war Wahnsinn. Gänsehaut pur. Wir sind kein normaler Verein«, feixte Trainer Markus Wuckel. Foto: Thomas F. Starke

Kamila Kmiecik hat es nicht bereut, am frühen Sonntagmorgen wieder in Deutschland gelandet zu sein. »Es war ein wunderschönes Gefühl in der Kabine. Die Trikots hingen fein aufgereiht und warteten auf uns. Das hat richtig Lust gemacht. Es war dann zwar nicht alles perfekt, aber alle haben 100 Prozent Herz gegeben.« Laura Liedmeier empfand Arminia als »präsenter« und Lena Göllner fand, dass das Team mal wieder funktioniert habe. »Wir wollten den Sieg mehr als Gütersloh.«

Trainer Markus Wuckel blieb nach dem 0:1-Rückstand, für Annabel Jäger ein »halber Weckruf«, ganz cool. »Die Mannschaft ist so gefestigt. Ich weiß um unsere Stärken. Wir können immer zulegen und verfügen über eine individuelle Klasse, die uns schwer ausrechenbar macht.« Ecken und Freistöße, stets von Maxi Birker getreten, schworen auch in der Schüco-Arena Gefahr herauf. Die Kapitänin: »Wir trainieren viel Standards. Das hat sich wieder mal ausgezahlt.«

Natürlich ist Wuckel nicht verborgen geblieben, dass dem DSC erneut eine Startphase missriet. »Das war gegen Potsdam II und Hohen Neuendorf auch so. Wir müssen uns in den ersten Minuten einfach Sicherheit holen, mehr Ruhe ausstrahlen.« Mit stehenden Ovationen feierten die Fans ihre Mannschaft. »Das war Gänsehaut pur«, sagte ein adrenalindurchtränkter Wuckel, vor dem nach einem »lustigen Abend« mit Freunden eine schlaflose Nacht liegen sollte. »Die Mädels sind so hungrig. Wir haben noch ganz andere Sachen vor. Auch die erfahrenen Spielerinnen erleben die 2. Liga nochmal ganz anders. Wir sind kein normaler Verein.«

Der freche Aufsteiger steht vor richtungsweisenden Wochen. An diesem Sonntag geht’s zum Tabellendritten SV Meppen, danach wird der ungeschlagene Spitzenreiter VfL Wolfsburg II erwartet (30. Oktober, 14 Uhr). Fraglich ist womöglich der Einsatz Laura Liedmeiers. Die Mittelfeldspielerin krümmte sich schon nach drei Minuten am Boden und erwog gestern einen Arztbesuch. »Das Knie fühlt sich ganz und gar nicht gut an. Der Fuß ist auch lädiert. Ich hoffe, es ist nichts Ernstes.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.