Neuer Damentrainer des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck will »überraschen« Käber setzt auf Erlebnis-Handball

Bielefeld (WB/wie). Die Jöllenbecker Oberliga-Handballerinnen wollen neue Wege gehen und haben sich auf der Trainerposition entsprechend neu aufgestellt. Der erfahrene Frank Käber (56) hat das Erfolgsgespann Sebastian Cuhlmann/Ludwig Vogel abgelöst.

Frank Käber inmitten seiner neuen Mannschaft: Seit drei Wochen trainiert der 56-Jährige die Jöllenbecker Oberliga-Frauen.
Frank Käber inmitten seiner neuen Mannschaft: Seit drei Wochen trainiert der 56-Jährige die Jöllenbecker Oberliga-Frauen. Foto: Peter Unger

»Wir wollten ganz bewusst andere Impulse setzen und mein erster Eindruck ist durchweg positiv. Trainer und Mannschaft scheinen gut zusammenzupassen«, berichtet TuS 97-Damensprecherin Tanja Höner. Der Coach zeigt sich nach gut dreiwöchiger Zusammenarbeit ebenfalls angetan von seinem neuen Team. Käber: »Das sind tolle Mädels, die Lust auf etwas Neues haben. Die Mannschaft hat mir den Einstieg sehr leicht gemacht.«

Drei Mal wöchentlich bittet Frank Käber die Jürmkerinnen zum Training. Hinzu kommen Testspiele am Wochenende. In der ersten Vorbereitungsphase möchte der Unfall-Chirurg aus Bückeburg die Grundlagen dafür schaffen, dass sein Team in der Anfang September beginnenden Saison »Erlebnis-Handball« anbieten kann. »Das Ziel muss es sein, sich weiter zu verbessern. Wir wollen furiosen Handball spielen und die Zuschauer nach Möglichkeit begeistern«, verfolgt der 56-Jährige ehrgeizige Pläne: »Wir wollen den Gegner überraschen. Bislang haben die Mädels eher brav und konservativ gespielt. Das wollen wir ein bisschen anders machen.« Dabei schweben Käber vor allem in der Abwehr einige neue Varianten vor, denn der Trainer ist überzeugt: »Im Frauen-Handball kannst du leichter überraschen als bei den Männern, weil besondere Sachen hier seltener sind.«

Das weiß Frank Käber aus eigener Erfahrung. Als Spieler schaffte es der Handball-Experte bis in die Bundesliga (Reinickendorfer Füchse, Spandau Berlin) sowie in die 1. dänische Liga (Aalborg). 1988 beendete er seine aktive Karriere, der Beruf ging vor. Doch Käber blieb dem Handball als Trainer erhalten. 2002 verschlug es den Chirurgen nach Bückeburg. In Ostwestfalen trat er erstmals als Herren-Trainer des VfL Mennighüffen (Oberliga/Verbandsliga) in Erscheinung. Zuletzt coachte Frank Käber zweieinhalb Jahre lang die Drittligafrauen des MTV Rohrsen. Parallel dazu trainierte er stets eine Jugendmannschaft von GWD Minden, wo auch sein Sohn spielt. »Meine ganze Familie ist handballverrückt. Jetzt habe ich Lust auf Jöllenbeck«, sagt der A-Lizenz-Inhaber über sein erstes Trainer-Engagement in Bielefeld.

Dieses war an den Klassenerhalt in der Oberliga gekoppelt, was die TuS 97-Frauen letztlich recht souverän schafften. »Wichtig ist, dass sich die Mannschaft weiterentwickelt. Zum Glück spielen wir jetzt wieder in einer 14er-Staffel«, erklärt Tanja Höner mit Blick auf die kräftezehrende Vorsaison mit 16 Oberliga-Teams.

Personell hat sich bei den Jürmkerinnen wenig verändert. Marleen Fräßdorf ist von Union Halle nach Jöllenbeck zurückgekehrt – Nele Horstmeier und Pia Neubauer stehen nicht mehr zur Verfügung. Dafür gehören einige Per­spektivspielerinnen aus der A-Jugend und der 2. Mannschaft zum erweiterten Kader. Aktuell hat Frank Käber 17 Spielerinnen im Training. »Ich möchte auch für mehr Durchlässigkeit zwischen den Mannschaften sorgen, um das Potenzial voll auszuschöpfen«, erklärt der neue Coach.

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