GFL2-Abschied rückt näher: Bulldogs verlieren Jubiläumsspiel gegen Potsdam 34:56 0:21 macht alle Pläne früh zunichte

Bielefeld (WB). Wieder eine Chance vertan, den Glauben an sich selbst und den GFL2-Verbleib zu nähren. Die Bielefeld Bulldogs haben ihr Jubiläumsspiel gegen die Potsdam Royals klar mit 34:56 (7:21/7:7/14:21/6:7) verloren.

Von Jörg Manthey
Skeptische Blicke im Bulldogs-Lager: Teammanager Lars Höcker und Interimscoach Christian Gawlik (vorne Mitte) mit, von links: Bastian Bögeholz (Nr. 38), Darryl Williams Jr. (Nr. 6), Niklas Barteldrees (zwischen den Coaches), Heiko Schreiber, Lucas Könnecker (Nr. 85) und dem verletzten Felix Gorny (Nr. 14). 21 Spieler mussten gegen Potsdam ersetzt werden.
Skeptische Blicke im Bulldogs-Lager: Teammanager Lars Höcker und Interimscoach Christian Gawlik (vorne Mitte) mit, von links: Bastian Bögeholz (Nr. 38), Darryl Williams Jr. (Nr. 6), Niklas Barteldrees (zwischen den Coaches), Heiko Schreiber, Lucas Könnecker (Nr. 85) und dem verletzten Felix Gorny (Nr. 14). 21 Spieler mussten gegen Potsdam ersetzt werden. Foto: Bernhard Pierel

Sie wirkten motiviert und gelöst, hatten sich richtig viel vorgenommen. Doch sämtliche kühnen Hunde-Pläne sollten bereits wenigen Minuten Makulatur sein. Tim Neundorfs energisch geblockter Punt, ein Kujak-Irrpass zielgenau in die Arme von Potsdams Braylon Webb und ein Touchdownlauf vom athletischen königlichen Rekord-Runningback Derek Elliot brachten die Bulldogs viel zu ohnmächtig mit 0:21 ins Hintertreffen. Die O-Line, die in vorderster Front die Schutzlinie für Quarterback Hank Kujak bildet und ihm die anstürmenden Gegner vom Hals halten soll, hatte anfangs extreme Probleme. Kujak blieb bloß wenig Zeit für kreative Aktionen.

»34 Punkte sind nicht schlecht, 56 zu viel. Wir sind unter unseren Möglichkeiten geblieben. Die Special Teams haben miserabel ausgesehen und uns das Genick gebrochen«, verwahrte sich Vorstandsmitglied Sebastian Klein des Eindrucks, dass die Bulldogs-Defense wieder mal ihrem Ruf als »Schießbude der Liga« gerecht geworden sei. 21 Punkte würden auf die Kappe der Special Teams gehen. Kleine persönliche Fehler summierten sich zu einem unheilvollen Beginn. Potsdams starke Einzelspieler, vor allem Derek Elliott und der britische Nationalspieler David Saul, straften Defizite des Heimteams mit ihrer individuellen Klasse umgehend ab.

750 Zuschauer im Stadion Rußheide sahen in der Folge ein Bulldogs-Team, das die Chance suchte, die eigentlich nicht mehr da war. So entwickelte sich über weite Strecken ein faires Spiel nahezu auf Augenhöhe. Hank Kujak schaffte es phasenweise, hübsche Pässe einzustreuen. Max Nolte und Tobias Bögel waren dankbare Abnehmer. Doch dichter als 14:21 sollten die Bulldogs Potsdam nicht mehr auf die Pelle rücken können. Das Aus für Elliott (Knie) fiel kaum auf; nun drehte Saul auf.

Ein Urschrei von Lukas Diesterhöft und Hank Kujaks finaler Fehlpass 24 Sekunden vor Schluss beschlossen eine Bulldogs-Leistung mit Höhen und Tiefen. »Jede Niederlage schmerzt. Aber ich habe gute Ansätze gesehen. Wir waren bedeutend besser eingestellt als noch im Hinspiel«, fand Spordirektor Heiko Schreiber. An einen Abstieg verschwendet er keinen Gedanken. »Wir wollen es uns beweisen, dass wir in diese Klasse gehören. GFL2 macht bedeutend mehr Spaß als Regionalliga.«

Der frühere Bulldogs-»General« Christian Gawlik, als gewiefter Interimscoach inthronisiert, regis-trierte einen sichtbaren Aufwärtstrend. »Vor zwei, drei Wochen wären wir in so einem Spiel noch mit 14:60 vom Platz gegangen«, würdigte er die Teamperformance.

Im nächsten Heimspiel am 28. August gegen die Lübeck Cougars wird Tobias Bögel nicht mehr dabei sein. »Mit den Jungs hier zusammen spielen zu dürfen, die ich noch aus der Jugend kenne, ist für mich noch mehr ein Stück Heimat«, sagt der Student der Minnesota State University Moorhead.

4:12 Punkte, Vorletzter, Jubiläumsstimmung zumindest auf dem Platz versaut. An ihrem 30. Geburtstag sollten die Bulldogs jedoch nicht ganz leer ausgehen. Vom Verband gab’s als Glückwunsch eine Urkunde. Verknüpft mit dem netten Geschenk, dass der Verein in der Saison 2017 keine Lizenzgebühren für seine Jugendteams zu zahlen braucht. Immerhin runde 500 Euro.

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