Das große Fressen: Samstag beginnt die Bulldogs-Saison mit einem Heimspiel gegen die Cologne Crocodiles Football mit Herz

Bielefeld (WB). Bei den schweren Burschen stellt sich so langsam das große Kribbeln ein. Am Samstagabend heißt es erstmals wieder: »Gameday«! Mit einem Heimspiel gegen die Cologne Crocodiles läuten die Bielefeld Bulldogs ihre Jubiläums-Footballsaison in der GFL 2 Nord ein. Ein Duell zweier »Wundertüten«.

Von Jörg Manthey
Rückkehrer Bert Smith Jr. und die Bulldogs bekommen es mit erstarkten Gegnern zu tun. Am Samstag gegen Köln soll der erste Heimsieg her.
Rückkehrer Bert Smith Jr. und die Bulldogs bekommen es mit erstarkten Gegnern zu tun. Am Samstag gegen Köln soll der erste Heimsieg her. Foto: Jörg Manthey

Hinter der aufgemotzten »Übermannschaft« Lübeck Cougars wird ein breites Mittelfeld um die Verfolgerrolle streiten, derweil Aufsteiger Ritterhude Badgers allseits als erster Anwärter auf den Abstieg gehandelt wird. Eine Vokabel, die 2016 in Bulldogs-Landen geächtet wird.

»Damit wollen wir nichts zu tun haben und besser abschneiden als im Vorjahr«, erklärt Center Andreas »Kelly« Lettow. Sein Appell: Das Team dürfe sich »nicht mehr auf einzelne Spieler verlassen. Nach dem Motto: E. J. wird’s schon richten«, erinnert er an Topscorer Drewery. »Wir müssen uns breit gefächerter aufstellen, als Mannschaft zusammenrücken.«

»Wundertüte«

Auch wenn die Liga für ihn »eine Wundertüte« ist, so Kapitän Stefan Conrad, gehe seine Blickrichtung mehr nach oben. »Uns wird ein Spiel mit Herz, eine funktionierende Mannschaft und eine überragende Defense auszeichnen.« Schwergewicht Florian Stengl ergänzt: »Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Da ist viel Talent bei.«

Sportdirektor Heiko Schreiber sieht die Bulldogs gut aufgestellt – nicht nur wegen der enormen Kadertiefe. Ein Trumpf sei, dass im Jahr des 30. Jubiläums – der Verein wurde im Juni 1986 gegründet – erstmals zwei US-Coaches das Team anleiten. »Denny Meyer und Dick Bergstrom leisten hervorragende Arbeit. Die Trainingsbeteiligung ist unglaublich hoch. Wir trainieren hart und viel.«

Ob die GFL 2 eine geeignete Spielklasse ist, die »jungen Wilden« voranzubringen, wird sich zeigen. Nachdem die Bulldogs in der Vorbereitung lediglich mit unterklassigen Teams gerungen haben, steht eine echte Standortbestimmung noch aus. Zu diesem frühen Zeitpunkt werden am Samstag (18 Uhr, Stadion Rußheide) fraglos noch Abstimmungsschwierigkeiten sichtbar sein. Aber bei beiden Teams.

Imports als Führungsspieler

Mit Receiver Bert Smith Jr. und D-Liner Joe Donner bringen sich bislang zwei Imports als Führungsspieler ein. Beide sind auch ins U19-Training eingebunden und feilen an den Bulldogs der Zukunft. Am Donnerstag sollen Quarterback Hank Kujak und Darry Williams Jr. landen, die in Heepen eine Zweier-WG bilden werden. Ob Kujak schon gegen die Crocodiles zum Einsatz kommt oder die inzwischen weiter gereiften Gorny-Brüder Felix und Niclas die Offense anführen, wird sich zeigen.

Williams, der Mann aus Los Angeles, freut sich auf seine Europa-Premiere. »Ich möchte ein Teamleader sein, neue Freunde gewinnen und hart arbeiten. Jeden Tag«, sagt der vielseitig verwendbare Amerikaner, der Linebacker, Tight End und auch Quarterback spielen könne.

US-Entwicklungshilfe

Zuletzt war er im Team der Saint John’s University (New York) aktiv. Glanzlichter waren Teilnahmen an zwei All American Bowls in Mexiko und Minneapolis; jenem Duell, bei dem die Besten aus Ost und West ihren Champion ermitteln. Bei den Bulldogs soll Darryl Williams, der spätestens Mitte Mai in Potsdam spielbereit sein soll, die Position Safety bekleiden.

Und am 21. Mai fliegt die nächste US-Entwicklungshilfe ein: Tobias Bögel von der Minnesota State University Moorhead. Noch ist nicht klar, ob der Ex-Receiver eine Spielberechtigung erhält. »Dann unterstütze ich eben an der Seitenlinie«, wartet Bögel ab. Beim Spring Game war sein »rotes« Team mit 21:14 (21:0) über weiß siegreich. Als Cornerback ließ Bögel rein gar nichts zu. Florian Stengls Parole für Samstag: »Wir sind bereit. Wir gehen einfach raus und geben unser Bestes.«

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