Handball-Oberliga: TSG-Deckung überzeugt beim 28:18-Auftakt gegen Ferndorf II Erste Trainer-Kiste fürs Team

Bielefeld (WB). Die TSG A-H Bielefeld hat eine erste Duftnote in der Handball-Oberliga gesetzt. Beim überzeugenden 28:18 (13:7)-Saisonauftaktsieg über Aufsteiger TuS Ferndorf II verdiente sich vor allem die Deckung gute Noten. Spitzenreiter!

Von Jörg Manthey
Die beiden dominierenden TSG-Schützen: Phil Holland mit Kreisläufer Carl-Moritz Wagner und Ferndorfs Mattis Michel.
Die beiden dominierenden TSG-Schützen: Phil Holland mit Kreisläufer Carl-Moritz Wagner und Ferndorfs Mattis Michel. Foto: Hans-Werner Büscher

Die letzte Spielminute honorierte die Kulisse mit stehenden Ovationen. »Kompliment. Die Mannschaft hat das umgesetzt, was besprochen worden war«, zeigte sich Trainer Michael Boy zufrieden. Allerdings waren die Möglichkeiten der quirligen »Wundertüe« aus dem Siegerland, mit zwei Spielern aus dem Zweitligakader angereist, insbesondere aus dem Rückraum arg limitiert. Es mussten schon zwei Siebenmeter her, um anfangs an der kompromisslosen 6:0-Abwehr vorbeizukommen. Das erste Feldtor glückte Ferndorf II erst in der 14. Minute, das erste aus der Distanz nach 20 Minuten. Da lag die TSG bereits mit 8:4 vorn.

»Wir hatten Probleme im Positionsangriff. Uns haben die einfachen Tore gefehlt. Das hat die TSG besser gemacht«, gab Ferndorfs Coach Michael Feldmann zu Protokoll. Und sprach dabei vor allem die Wucht des elffachen Torschützen Phil Holland an. Der Blondschopf erzielte nach einer TSG-Auszeit (9:4, 23.) die restlichen vier Tore zum 13:7-Pausenstand.

Linkslastige Angriffsbemühungen

Der körperlich überlegene Gastgeber musste neben Luca Werner auch kurzfristig Dennis Gote ersetzen. Der Linkshänder hatte das Abschlusstraining normal absolvieren können, klagte tags darauf aber über ein dickes Knie. Sein Fehlen sollte nicht weiter auffallen: Die TSG-Angriffsbemühungen waren ohnehin linkslastig. Der Halbrechte Nils Prüßner erzielte seinen einzigen Treffer per Gegenstoß.

Vom Kreis strahlte der Gastgeber vor etwa 400 Zuschauern jederzeit Gefahr aus. Neben dem sechsfachen Torschützen Carl-Moritz Wagner zeichnete sich hier in den letzten drei Minuten auch Alexander Wiese aus, der für Lukas Schulz die Position in der Rückraummitte übernommen und sich dreimal ins Kreiszentrum »geschummelt« hatte.

Boy haderte ein wenig mit der Chancenauswertung. »Wir hätten uns schon in der ersten Halbzeit mehr für unseren Aufwand belohnen können. Müssen.« Die TSG-Dominanz nahm über 12:5 (26.), 16:9 (35.), 18:10 (38.) und 23:15 (52.) Formen an. Für Michael Boy beinhaltete das Ergebnis: Eine Kiste Bier für die Mannschaftskasse spendieren. »Wenn wir über 25 Tore werfen und der Gegner unter 23 bleibt«, erläuterte der Trainer die Zahlungsmodalitäten. Zwei schöne Erkenntnisse für ihn: »Die Mannschaft hat bis zur 60. Minute Gas gegeben. Und jeder, den ich gebracht habe, hat nahtlos da weitergemacht, wo die anderen aufgehört haben.«

Steigerungspotential im Verbund

Auch von einer kurzzeitigen offensiven Abwehr des überforderten Gastes ließen sich die Bielefelder, die im gesamten Verlauf lediglich eine Zeitstrafe kassierten, nicht mehr aus dem Tritt bringen. »Das war ein super Auftakt. Ich bin zufrieden«, lächelte TSG-Mittelmann Lukas Schulz, der eine ansprechende Premiere zeigte.

»Das war eine recht konstante Leistung. Wir sind nicht eingebrochen«, fand Carl-Moritz Wagner, der Schütze des ersten Saisontores. Der erste Sieg ließ ebenso Moritz Schneider strahlen. »Darauf habe ich fünf Jahre gewartet«, freute sich die Abwehrkrake übers Comeback im Heeper Dom – und machte trotz bloß 18 Gegentreffern Steigerungspotenzial im Verbund aus. »Das blinde Verständnis ist noch nicht da. Wir haben drei, vier Tore zu viel kassiert.« Sein Andenken an die erste Schlacht neben einem Gegenstoßtor: ein dick getapter linker Daumen.

TSG A-H Bielefeld: Welge/Conzen (ab 54., ein gehaltener Siebenmeter) – Schnorfeil (2), Schmidt, Wagner (6), N. Prüßner (1), Schneider (1), Holland (11), Strathmeier, L. Prüßner (1), Wiese (3), Schulz (3/2).

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