Handball-Oberligist TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck peilt einstelligen Tabellenplatz an – holprige Vorbereitung »Wir müssen variabler werden«

Bielefeld (WB). Mit Beginn der Saison 2015/16 wird beim Handball-Oberligisten TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck auch eine neue Ära  eingeläutet. Vier externe Neuzugänge: Das hat es beim TuS 97 schon lange nicht mehr gegeben.

Von Arndt Wienböker
Der neue TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck, hinten von links: Betreuer Michael Jahr, Nils Grothaus, Michel Niehaus, Daniel Edler, Sportlicher Leiter Thorsten Lehmeier, Trainer Walter Schubert. Zweite Reihe von links: Physiotherapeutin Stefanie Böhnisch, Henning Kiel, Fabian Poppe, Jakob Schulte und Lukas Heins.  Dritte Reihe von links: Benjamin Zöllner, Arne Hofemeier,  Daniel Meyer, Mattheus Sokol. Vordere Reihe  von links: Zsolt Kovacs, Leon Ludwigs und David Weinholz.
Der neue TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck, hinten von links: Betreuer Michael Jahr, Nils Grothaus, Michel Niehaus, Daniel Edler, Sportlicher Leiter Thorsten Lehmeier, Trainer Walter Schubert. Zweite Reihe von links: Physiotherapeutin Stefanie Böhnisch, Henning Kiel, Fabian Poppe, Jakob Schulte und Lukas Heins. Dritte Reihe von links: Benjamin Zöllner, Arne Hofemeier, Daniel Meyer, Mattheus Sokol. Vordere Reihe von links: Zsolt Kovacs, Leon Ludwigs und David Weinholz.

Nach den Abgängen  von Torwart-Dino Jörg-Uwe Lütt sowie der langjährigen Leistungsträger Christian Hoff und Hermann Hippe waren die Jürmker zum Handeln gezwungen. In dem erfahrenen Daniel Meyer vom Oberliga-Stadtnachbarn TSG A-H Bielefeld wurde für die Linksaußen-Position schnell Ersatz gefunden. »Wir wissen, was wir an Daniel haben. Er ist ein sehr guter Gegenstoßspieler und sicherer Siebenmeterschütze«, lobt Trainer Walter Schubert seinen Neuzugang, der sich »schnell ins Team integriert hat«. Auch auf dem Pfosten-Posten sehen sich die Jürmker gut aufgestellt. Der Ungar Zsolt Kovacs, von der TSG Haßloch gekommen,  hat in der Vorbereitung seine Qualitäten aufblitzen lassen und ist nach Auffassung von Schubert eine »Bereicherung für unser Spiel«.

»Mit Zsolt Kovacs und David Weinholz haben wir ein junges Torhüter-Gespann mit individueller Klasse, das sich gut ergänzen wird«, ist auch Thorsten Lehmeier überzeugt. Der neue Sportliche Leiter des TuS 97 muss es wissen, schließlich hütete er selbst jahrelang das Jöllenbecker Tor.

Lücke Rechtsaußen durch junge Linkshänder schließen

Die Lücke auf Rechtsaußen soll durch zwei junge Linkshänder-Talente geschlossen werden: Jakob Schulte kommt aus der Nettelstedter Bundesliga-A-Jugend, Daniel Edler vom Bezirksligisten TV Großenmarpe. Insgesamt stehen vier Linkshänder im Aufgebot, dennoch entpuppte sich die rechte Seite in der Vorbereitung als Problemzone. Henning Kiel ist erst vor zwei Wochen von einem Auslandsaufenthalt in Bangkok zurückgekehrt, Thorben Schneider fiel fast  die komplette Vorbereitung wegen einer Kapselverletzung  am Daumen aus, und Daniel Edler konnte wegen Schulterproblemen kaum ins Geschehen eingreifen. »Die Linkshänder-Seite war eigentlich nicht vertreten. Das  hat die  Sache natürlich sehr schwierig gemacht«, urteilt Walter Schubert, der von einer »insgesamt durchwachsenen  Vorbereitung« spricht.

Seinen kompletten Kader hat der Trainer noch kein einziges Mal  zusammen gehabt. Beim Testspiel-Marathon in der vergangenen Woche – vier Spiele in vier Tagen – wurden zudem die leicht angeschlagenen Nils Grothaus (Schulter) und Lukas Heins (Oberschenkel) geschont. Darum seien die Ergebnisse der Testspiele – zum Abschluss gab’s eine 21:33-Abfuhr gegen Spenge – auch ohne Aussagekraft. Schubert: »Wir hatten in den Spielen fast immer nur eine Rumpftruppe am Start. Darum hänge ich das auch nicht zu hoch.«

Wichtig sei es  nun, schnell in den Meisterschaftsmodus zu finden. Der erste Spieltag hält am Samstag gleich die  hohe Auswärtshürde bei der Ahlener SG bereit. »Wir haben ein sehr schweres Auftaktprogramm und wir werden auch noch einige Wochen brauchen, bis die Abläufe  funktionieren und wir taktisch weiter sind. Aber ein guter Start ist wichtig und  ich denke, wir werden eine konkurrenzfähige Mannschaft  stellen, schließlich ist die Truppe im Kern ja so zusammengeblieben«, zeigt sich Schubert durchaus zuversichtlich.

Da einige  Automatismen der Vorjahre durch die Abgänge von Hoff und Hippe nicht mehr so gegeben sind, möchte der Trainer insgesamt flexibler auftreten. Schubert: »Wir müssen in Abwehr und Angriff variabler werden.« Darauf hofft auch Thorsten »Moppel« Lehmeier: »Die Durchschlagskraft aus dem Rückraum ist vielleicht nicht so vorhanden. Umso wichtiger ist es, in der Abwehr Bälle zu erkämpfen und einfache Tore zu erzielen.«

Bezüglich der Zielsetzung üben  sich die Verantwortlichen in Zurückhaltung. Nach Platz sieben im Vorjahr sagt Walter Schubert nun: »Ein einstelliger Tabellenplatz wäre gut, alles was höher ist, noch besser.« Thorsten Lehmeier drückt es etwas deutlicher aus: »Die Oberliga ist in dieser Saison zweigeteilt. Es gibt fünf, sechs Mannschaften, die oben mitspielen werden. Der Rest spielt um den Klassenerhalt. Darum müssen auch wir erst einmal zusehen, frühzeitig die Punkte zu holen, um in Sicherheit zu sein.«

Als Favoriten nennt die sportliche Leitung des TuS 97 die »üblich Verdächtigen«, die da wären  Gladbeck, Spenge, Menden, Ahlen oder die   TSG.

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