Abstieg oder GFL2-Verbleib: Bulldogs können mit Heimsieg über Bonn die Saison reparieren Meyer legt den Hebel um

Bielefeld (WB). Denny Meyer hat nicht lange gefackelt, Akzente zu setzen. »Er hat es geschafft, einen Hebel umzulegen«, staunt Pascal Bröhl über die Motivationskünste des eingeflogenen  Defense Koordinators, der ihn in seiner Ansprache »ein bisschen an Dale Heffron erinnert.« Soviel scheint klar: In der Mannschaft herrscht ein neuer Spirit. Eine Renaissance von Siegermentalität hat sich im Kopf eingenistet.

Von Jörg Manthey
Auf zur entscheidenden Schlacht. Ein Heimsieg gegen die Bonn Gamecocks reicht, um gegen diesen Gegner den direkten Vergleich zu gewinnen und damit vorzeitig den Klassenverbleib zu schaffen. Unabhängig davon, wie das letzte Spiel gegen Paderborn endet.
Auf zur entscheidenden Schlacht. Ein Heimsieg gegen die Bonn Gamecocks reicht, um gegen diesen Gegner den direkten Vergleich zu gewinnen und damit vorzeitig den Klassenverbleib zu schaffen. Unabhängig davon, wie das letzte Spiel gegen Paderborn endet. Foto: Jörg Manthey

Gerade rechtzeitig. Denn das letzte OWL-Derby gegen die Paderborn Dolphins ist irrelevant, Prestige hin oder her. Dieses kommende Spiel gegen die Bonn Gamecocks genügt, um eine halbwegs verkorkste Saison nachhaltig zu reparieren. Dafür ist einfach nur ein Sieg notwendig. Gegen Kampfhähne, denen ein bisschen das verruchte Prädikat »Bulldogs-Angstgegner« anlastet. Ganz egal, ob Pennenfeld oder Wasserland; Bonn war stets ein schwieriges Pflaster.

Verlieren ist keine Option

»Deren Teamphilosophie ist irgendwie nicht kompatibel mit unserer«, erwartet Kapitän Stefan Conrad wieder ein krasses Geduldsspiel, das die Nervenkostüme beider Teams strapazieren könnte. Immerhin sieht die Rußheide-Bilanz der Gäste nicht so prickelnd aus. Seit 2011 haben die Bulldogs kein Heimspiel mehr gegen die Gamecocks verloren. Diese schöne Serie soll nicht abreißen, auch wenn der Gegner nach seinem Streich gegen Potsdam das positive Momentum auf seiner Seite haben mag. »Verlieren ist keine Option«, sagt Conrad grimmig. Oder anders ausgedrückt: »Wir gewinnen!«

O-Liner Florian Stengl weiß, worauf es ankommt. »Die geschlossenere Mannschaft gewinnt. Die, die sich weniger Fehler leistet. Leicht wird’s sicher nicht. Bonn ist seltsamerweise ein Team, dass sich traditionell zum Saisonende immer zu steigern vermag.«
Sportdirektor Heiko Schreiber empfindet das Wirken des US-Rentners Meyer gleichfalls als wohltuend und positiv. »Er will das Rad nicht neu erfinden und holt die Leute da ab, wo sie sind.

Hallo-Wach-Effekt

Und sagt dann mit einem gewissen Nachdruck punktgenau, was er will.«
Die Fehler der zurückliegenden Partien hätten einen Hallo-Wach-Effekt bewirkt. »Wir haben uns am eigenen Schlawittchen gepackt, das Ding noch rumzureißen«, sieht Heiko Schreiber den Bulldogs-Kahn nach 2:10 Punkten wieder auf Kurs. »Einige Spieler fühlen sich bei der Ehre gepackt. Sie wollen beweisen, dass sie das Team in der GFL 2 halten können.«

Zusammen mit ihrem zwölften Mann möchten die Protagonisten »ein klares Statement setzen. Wir wollen zeigen, dass wir besser sind als die anderen«, betont Schreiber in Gedenken an die Vorsaison, als es nur ein knapp verschossenes Fieldgoal der Troisdorf Jets war, das den Bulldogs ein Happyend schenkte. »Ich will gar nicht darüber nachdenken, was im Falle eines Unentschiedens passiert.« Derlei Zittermomente möchte der Bulldogs-Sportdirektor am Samstag definitiv nicht erleben.

Hausaufgaben gemacht

Die neue Wertschätzung der Defense-Abteilung: Der Samstag soll, so Meyers Appell, als Neuanfang angesehen werden. »Alle Fehler, die passiert sind, zählen nicht mehr. Wir fangen bei Null an und wollen Meister der letzten beiden Spiele werden«, gibt Pascal Bröhl den Tenor wider. Denny Meyer hat seine Hausaufgaben gemacht. »Ich habe viele Videos studiert. Ihr seid besser als Bonn«, hat der den Bulldogs eingetrichtert.

Hinterher möchte Florian Stengl endlich mal wieder eine Sieger-Humba anstimmen können. Weil’s einfach mehr Spaß macht. Das durfte er zuletzt am 26. April, beim 44:20 über die Cologne Crocodiles. Es war der bislang einzige Heimsieg. Um sich gemeinsam auf das ultimative Endspiel einzustimmen, kommt die Mannschaft bereits am Mittag im Ristorante Zum Hasenbäcker zusammen.

Eine Saisonpremiere. Michele de Fazio und Belma Kapetanovic wollen »ihren« Hunden Glück bringen. »Das ist eine Maßnahme, um Nervosität abzubauen und den Teamspirit in den Vordergrund zu rücken«, erläutert Heiko Schreiber.

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