Weltmeister verspricht Sieg gegen Herausforderer Glowacki Hucks erster US-Kampf

Bielefeld/New York (WB). »If I can make it there, I’m gonna make it anywhere«, sang Frank Sinatra 1979 in dem Lied »New York, New York«. Wenn einem etwas in der eigentlichen Hauptstadt der USA gelingt, dann gelingt es einem überall. Dieser Ansicht ist und war nicht nur der Sänger, Schauspieler und Boxfan Sinatra.

Von Oliver Kreth
Posiert am New Yorker Times Square: Box-Weltmeister Marco Huck möchte die USA erobern und die Fans dort mit seinem WM-Kampf begeistern.
Posiert am New Yorker Times Square: Box-Weltmeister Marco Huck möchte die USA erobern und die Fans dort mit seinem WM-Kampf begeistern. Foto: Philipp Gätz

Zwar ist New York mittlerweile nicht mehr der Hotspot in Sachen professionellem Faustkampf – die Glücksspielstadt Las Vegas ist derzeit die Nummer eins –, aber als Einstieg für den sich selbst vermarktenden Marco Huck (30) nahezu perfekt. Der Cruisergewichtsweltmeister wird seinen Titel nach Version der World Boxing Organisation (WBO) in der Nacht von Freitag auf Samstag (ab 2.30 Uhr auf Sky Select) auch nicht direkt in New York verteidigen. Der Austragungsort ist Newark (New Jersey).

Im Prudential Center steht Huck Krzysztof Glowacki gegenüber. Der 29-jährige Pole hat seine bisherigen 24 Kämpfe gewonnen, 15 durch Knockout. Allerdings ist auf seiner Scorecard kein Gegner von Rang. In der unabhängigen Rangliste von Boxrec.com steht der Herausforderer auf Platz 14, der Titelverteidiger ist dort auf Position fünf gelistet. Was allerdings auch damit zu tun hat, dass der ehemalige Bielefelder, der seit 2009 Weltmeister bei der WBO ist, seit knapp einem Jahr nicht geboxt hat.

Was bekanntlich daran lag, dass sich Marco Huck Ende letzten Jahres vom Team Sauerland getrennt hat. Der Boxer fühlte sich nicht ausreichend gewürdigt und bezahlt und in seinem Bestreben unterstützt, ins Schwergewicht aufzusteigen; Promoter und Manager sahen in den Wünschen ihres Kämpfers unrealistische Forderungen. Die Auseinandersetzungen in der Folge führten dazu, dass der Vater zweier Söhne zum Warten verdammt war.

Die Zeit nutzte der WBO-Superchampion, um sich ein Team aufzubauen. Vor allem ein Nachfolger für Ulli Wegner war nicht einfach zu finden. Don House (USA) wurde es. Sein neuer Coach, so Huck, gebe ihm mehr Freiheiten als Wegner. Die sechswöchige Vorbereitung auf den Kampf gegen Glowacki fand zum Beispiel in Las Vegas statt. Huck: »Das ist schon etwas anderes als Kienbaum. Aber keine Sorge: Ich habe die Sache ernst genommen. Denn ich boxe nicht nur für mich sondern für meine ganze Familie.«

Marco Huck bei der Trainingsarbeit: In der Nacht zum Samstag wird er zeigen können, ob sich die tägliche Schinderei gelohnt hat.

Zweifel am Trainingsort gab es nur an den ersten drei Tagen. »Es war so heiß. Das war schwer. Aber ich habe mich daran gewöhnt.« Seit Ende vergangener Woche ist Huck in New York. Mit Vater Rasim ist auch die wichtigste Bezugsperson des Weltmeisters angereist. Die finale Vorbereitung besteht jetzt vor allem aus Regeneration vom harten Sparring. Huck: »Das ist schon etwas Besonderes, in den USA zu kämpfen. Jeder europäische Boxer möchte da hin. Die Aufregung wird sicherlich etwas größer sein als sonst, weil es mein Debüt in Amerika sein wird.«

Ballyhoo gehört in den USA zum Boxen dazu. Huck: »Ich gehe in den Kampf, um Glowacki auszuknocken. Ich weiß um meine Stärken. Auch in der letzten Sekunde eines Boxkampfs kann ich meine Gegner mit einem Knockout auf die Bretter schicken. Für Glowacki ist es natürlich eine riesige Chance, mit einem Sieg gegen mich in der Popularität von 0 auf 100 zu kommen. Aber das wird nicht passieren. Ich werde als Sieger aus dem Ring gehen.«

Sein Trainer verspricht den besten Huck aller Zeiten, die große Huck-Show. Sollte sein Schützling dieses Versprechen bei seiner 14. Titelverteidigung einhalten, würde er wohl etwas schaffen, was den beiden Klitschkos nicht gelungen ist ­­– die US-Boxfans zu begeistern. Scheitert der Weltmeister allerdings, wird der Weg zurück an die Spitze ein steiniger.

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