Schrittmacher André Dippel führt Giuseppe Atzeni beim 7. Internationalen Steher-Cup vor toller Kulisse zum Sieg Präzise wie ein Schweizer Uhrwerk

Bielefeld (WB). Schrittmacher André Dippel hat beim 7. Internationalen Steher-Cup einen »Heimsieg« feiern können. Vor toller Kulisse distanzierte er mit seinem Schweizer Hintermann Giuseppe Atzeni den holländischen Vorjahresgewinner Patrick Kos sowie Robert Retschke (Aachen).

Die Ex-Europameister triumphierten: Schrittmacher André Dippel führte den Schweizer Giuseppe Atzeni in drei rasanten Rennen  zum Sieg.
Die Ex-Europameister triumphierten: Schrittmacher André Dippel führte den Schweizer Giuseppe Atzeni in drei rasanten Rennen zum Sieg. Foto: Thomas F. Starke

»Das ist Stehersport der Spitzenklasse«, jubelte Sprecher Marcel Klöpping schon nach dem ersten von drei Vorläufen, der spannende Positionskämpfe und spektakuläre Überholmanöver sah. Dem Aachener Robert Retschke glückte an der Rolle seines Schrittmachers Holger Ehnert der erste Tagessieg.

Unter den wachen Augen von Steher-Bundestrainer Mario Vonhof übernahm er bereits zur Rennhälfte die Führung und wehrte im Verlauf mehrere Attacken des anstürmenden Giuseppe Atzeni ab. Doch der dreimalige Europameister, der tags zuvor die TBK Open in Erfurt hinter Schrittmacher René Aebi gewonnen hatte, zeigte mit dem zweiten Platz, dass er sich einiges für Bielefeld vorgenommen hatte. Der Niederländische Meister Patrick Kos agierte anfangs noch zurückhaltend und musste sich mit Rang fünf begnügen.

Im zweiten Lauf war es lange der Schweizer Routinier Peter Jörg, der das Renngeschehen dominierte, ehe er zur Halbzeit vom stark aufkommenden Thomas Steger an der Spitze abgelöst wurde. Mit einem fulminanten Schlussspurt auf den letzten Runden überraschte der Europameister von 2011, Patrick Kos, hinter seinem Vater René Kos seine Gegner. Er fuhr von Platz drei vor und gewann den Lauf knapp vor Steger und Atzeni. Damit übernahm Atzeni hier schon die Führung in der Zwischenwertung.

Der Schweizer, Im Allez-Angriffsmodus, betonte: »Ich bin bin hier, um zu gewinnen!« Und auch André Dippel wollte natürlich den Heimsieg. Hoffnungen der Konkurrenz, dass Giuseppe Atzenis Triumph in Erfurt womöglich entscheidende »Körner« gekostet hatte, sollten sich nicht erfüllen.

Da der letzte Lauf in umgekehrter Reihenfolge der Gesamtwertung gestartet wurde, musste der Schweizer von der achten Position aus das Rennen aufnehmen. Doch ein Schrittmacher wie André Dippel ist abgezockt genug, um zu wissen, wie lang sich ein 30 km-Rennen zieht. Also ließ er die Konkurrenz an der Spitze sich in Zweikämpfe verstricken und hielt sich zurück.

Tolle Atmosphäre in der Radrennbahn: Die etwa 1000 Zuschauer sahen spannende Positionskämpfe. Hier greifen Patrick Kos/René Kos an.

Packende Duelle trugen vor allem die beiden Niederländer Dex Groen und Patrick Kos aus. Derweil Groen, gezeichnet von den Anstrengungen, 15 Runden vor Schluss langsam an Boden verlor, sah Kos schon wie der sichere Lauf- und damit auch Gesamtsieger aus. Doch Giuseppe Atzeni hatte sich seine Kräfte perfekt g eingeteilt.

15 Runden vor Schluss noch auf Rang fünf liegend, schob er sich unwiderstehlich mit hohem Tempo an allen seinen Gegnern vorbei. Einzig Kos konnte bei diesem Tempo um die 90 km/h nach schon 70 gefahrenen Kilometern noch dagegen halten. Im Schlussspurt retteten Atzeni/Dippel mit etwa einem Meter Vorsprung auf dem Zielstrich den Laufsieg und damit auch den Gesamtsieg.

Platz zwei auch in der Addition der drei Rennen (210 Runden) sicherte sich Patrick Kos. Landsmann Dex Groen wurde in der letzten Runde, schon im Auslauftempo, von Robert Retschke überholt und gab damit auch den Bronzeplatz an den ab. Für Giuseppe Atzeni war es ein perfekter Formtest. Er gilt nun als heißer Kandidat auf die Schweizer Meisterschaft, die in zehn Tagen in Zürich ausgefahren wird.

Die nächste Steherveranstaltung auf der Radrennbahn steigt am 13. September im Rahmen des Tages des Denkmals. Dabei werden auch historische Stehermaschinen und Fahrergrößen früherer Tage zu bewundern sein. Zum Beispiel Steher-»Rentner« Stefan Klare der Sportliche Leiter der AG Radrennbahn. Auch Andreas Hildebrandt löst eigens dafür eine Lizenz.

Im Rahmenprogramm zeigte der ostwestfälische Nachwuchs bei der Bezirksmeisterschaft im Omnium sein Können. Etwa 1000 Zuschauer stachelten die beeindruckten Talente zu Höchstleistungen an.

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