Landesliga-Tospiel: TV Werthers Handballer schlagen Aufstiegsfavorit TV Verl 23:21 (10:11) TVW zermürbt den Spitzenreiter

Werther (WB). „Das macht doch total Spaß, für solche Momente spielt man Handball.“ Trainer Carsten Gahlmann freute sich ganz gelassen, nur wenige Minuten nach dem großen Coup. Herausforderer TV Werther hatte soeben im Landesliga-Spitzenspiel Tabellenführer TV Verl mit 23:21 (10:11) in die Knie gezwungen.

Von Jens Horstmann
Unbändiger Jubel nach dem Sieg beim TVW-Team. Zuvor haben „Henne“ Janson (rechts) & Co. 60 Minuten alles gegeben.
Unbändiger Jubel nach dem Sieg beim TVW-Team. Zuvor haben „Henne“ Janson (rechts) & Co. 60 Minuten alles gegeben. Foto: Gunnar Feicht

Es war das erwartet enge, intensive Duell der beiden Liga-Spitzenteams. In Hinspiel hatte Verl noch 26:23 die Oberhand behalten. Dass der direkte Vergleich damit trotz der gestrigen Niederlage an den aktuellen Tabellenprimus geht, interessierte nach der Schlusssirene im Wertheraner Lager niemanden. Die junge Gahlmann-Crew war viel zu sehr damit beschäftigt, gemeinsam mit 400 Zuschauern den hart erarbeiteten Sieg gebührend zu feiern.

60 Minuten lang hatten sich beide Teams nichts geschenkt. Die beiden besten Abwehrreihen der Liga dominierten die Partie. Der TVW agierte in der gewohnten 3-2-1-Deckung, Verl stand mit der 6-0 betont defensiver. Das Ergebnis war jedoch auf beiden Seite ähnlich. Beide Angriffsreihen rackerten sich an den stabilen Defensiv-Bollwerken ab, jedes Tor war ein extrem hartes Stück Arbeit.

Speziell die Verler, die sonst für ihre temporeiches Umschaltspiel ligaweit gefürchtet sind, kamen so gut wie nie zu einfachen Toren aus der ersten oder zweiten Welle. „Am Anfang haben wir es versucht, sind aber einfach nicht ins Tempo gekommen. Werther war unglaublich giftig“, zollte auch Verls Trainer Thomas Fröbel Respekt. Auf der Gegenseite rieb sich aber auch der TVW am Verler Abwehrverbund auf. Zwar legte Werther ein 6:4 vor (17.), doch dann konterte Verl auf 6:8 und 7:10, ehe die Hausherren bis zur Pause wieder auf 10:11 herankamen.

Nach dem Seitenwechsel gelang es den Gastgebern dann immer besser, die wenigen Lücken im Verler Abwehrverbund anzugreifen, besonders in der Schlussviertelstunde. Leon Reiß, Finn Karklis und Maurice Dingwerth attackierten immer wieder kompromisslos von den Halbpositionen und waren erfolgreich. Der Verler Angriff arbeitete sich dagegen immer wieder in vielen Zweikämpfen an der offensiven Wertheraner Deckung ab, oftmals ohne Erfolg. Und hinten schienen zudem so die entscheidenden Körner zu fehlen.

„Die ständigen Eins-gegen-Eins Situationen gegen unsere 3-2-1-Formation kosten natürlich eine Menge Kraft. Vielleicht haben hinten raus dann bei Verl die entscheidenden Prozente gefehlt“, fahndete Gahlmann nach Gründen für die knappen Vorteile.

Am Ende war es dann Torsteher Hannes Köhne, der in der Schlussphase den Unterschied machte und mehrfach stark parierte. Als Finn Karklis gegen die nun komplett offen deckenden Verler zu früh abschloss und die Gäste postwendend zum 22:21-Anschluss kamen (60.), drohte der mögliche Sieg doch noch zu entgleiten. Clever von Gahlmann, jetzt auf Routinier Janson zu setzen. Der behielt im letzten TVW-Angriff die Ruhe und machte den Sack zu. „Toll, dass die Halle so voll war, das hat mich riesig gefreut. Darauf hat man doch Bock“, bedankte sich Gahlmann noch bei den zahlreichen Fans.

Werther: Köhne (1. bis 60.), Bartling (bei einem Siebenmeter); Dingwerth (2), J. Hoffmann, Borgstedt (2), Reiß (3), Schröder (4/3), C. Hoffmann (1), Kruse, Janson (1), Karklis (4), Topp (1), Huxohl (5).

Verl: Greitens (ab 31.), Schmidt (bis 30.); Busche (2), Voss (3), Kreismann (4/3), Trapphoff (1), Eliasmöller (3), Birkholz, Wiese (3/2), Bode, Jogereit (2), Vogler (3).

Stationen: 1:2, 4:2 (10.), 6:6, 7:10 (26.), 10:11 (HZ), 11:13, 16:15 (45.), 19:17, 20:20, 23:21.

Zeitstrafen: 4:1.

Zuschauer: 400

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7235478?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352973%2F4029441%2F