Handball-Landesliga: Votum der Mannschaft zwingt TV Werther und Trainer Nils Uhlig zur vorzeitigen Trennung
Zwischenmenschlich keine Basis mehr

Werther (WB/guf). Die zunehmende »Sprachlosigkeit« zwischen Trainer Nils Uhlig und der Landesliga-Mannschaft hat beim TV Werther zur vorzeitigen Trennung geführt. Der Nachfolger stand am Mittwoch noch nicht fest. Beim letzten Saisonspiel in Verl soll am Samstag Co-Trainer Christian Bunkenburg auf der Bank sitzen.

Mittwoch, 08.05.2019, 00:25 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 17:22 Uhr
Nils Uhlig wird schon beim letzten Saisonspiel nicht mehr auf der Bank sitzen. Foto: Nico Seifert

»Es haben sich unüberbrückbare Differenzen entwickelt. Zuletzt hat sich die Situation dramatisch verschärft«, sagt TVW-Männerwart Joachim Tegelhütter. Nachdem ihm der Mannschaftsrat vor gut einer Woche mitgeteilt habe, dass man keine Basis mehr sehe, habe er sich am Wochenende in persönlichen Gesprächen selbst ein Bild gemacht. Tegelhütters Fazit: »Alle Spieler haben sich gegen Nils ausgesprochen, einige haben verlauten lassen, dass sie unter diesen Voraussetzungen den Verein verlassen würden.« Die Spieler hätten die persönliche Ansprache vermisst.

Am Montagabend habe er sich noch einmal mit den übrigen Vorstandsmitgliedern beraten. Gemeinsam sei man zu dem Schluss gekommen, unter diesen Voraussetzungen könne es nicht weitergehen. Das Gespräch mit Nils Uhlig, wie die verfahrene Situation zu retten sei, habe am Dienstagabend dann kein positives Ergebnis gebracht – die Trennung war unausweichlich. Tegelhütter betont: »Nils hat in vielen Bereichen hervorragende Arbeit geleistet, aus einer schwierigen Ausgangsposition den Aufstieg geschafft, die Handballtage hervorragend organisiert und die junge Mannschaft in der Landesliga etabliert.«

Im Dezember hatte es intern bereits kritische Stimmen gegeben. Joachim Tegelhütter war aber wegen der fachlich einwandfreien Arbeit überzeugt, dass es sinnvoll sei, mit dem Trainer für 2019/20 zu verlängern. Nils Uhlig ist enttäuscht, dass der Vorstand mit ihm erst so spät über die Kritik aus der Mannschaft gesprochen habe und vermisst insgesamt die Unterstützung aus dem Verein. Er sei zum TV Werther zurückgekehrt, um längerfristig etwas aufzubauen: »Der Plan ist damit gescheitert, bevor er angefangen hat.« Uhlig war nicht bereit, beim letzten Spiel in Verl noch einmal zu coachen und beendet in der JSG auch seine Tätigkeit als C-Mädchen-Trainer.

Joachim Tegelhütter geht davon aus, dass der Landesliga-Kader ohne Abgänge – inklusive der Neuen Johnny Dähne und Hannes Köhne – die Vorbereitung auf die Saison angeht. »Die Mannschaft hat eine so attraktive Perspektive, dass ich zuversichtlich bin, in den nächsten 14 Tagen einen kompetenten Trainer präsentieren zu können«, sagt »Tegel«. Eine Option könnte A-Jugend-Coach Carsten Gahlmann sein, der TVW hat aber auch weitere Kandidaten im Auge. Das Turnier »Handballtage« will Tegelhütter auch ohne Uhlig erhalten.

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Jammerschade, was da beim TV Werther passiert ist: Vor einem Jahr, als Nils Uhlig die junge Mannschaft zum Wiederaufstieg führte, zudem dank Eigeninitiative das Traditionsturnier »Handballtage« wiederbelebte und auf ein ganz neues Niveau hievte, schien der Traditionsklub einer goldenen Zukunft entgegenzusteuern.

Aber auf der zwischenmenschlichen Ebene haben sich der Trainer und die junge Mannschaft, die zum Großteil aus einem eingeschworenen Freundeskreis besteht, buchstäblich auseinandergelebt. Um den Spielern seine – für die Landesliga sehr leistungsbezogenen – Ansprüche schmackhaft zu machen, hat Uhlig offenbar nicht mehr die richtigen Worte gefunden.

Mit der Trennung verliert der TVW nicht nur einen exzellenten Fachmann auf der Trainerposition, sondern auch einen Mann, der sich von der Suche nach Neuzugängen bis hin zur Sponsoren-Akquise vielfältig engagiert hat. Diese Bandbreite abzudecken, das ist für den Verein vielleicht noch schwieriger als einen sportlichen kompetenten Nachfolger zu finden.Gunnar Feicht

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