Handball-Oberliga: Sportfreunde Loxten müssen sich finanziell keine Sorgen machen
„Spiele ohne Zuschauer sind undenkbar“

Versmold-Loxten (WB). Das ursprünglich geplante Oberliga-Spiel in Hemer ist ausgefallen, am Donnerstag traf sich die Mannschaft der Sportfreunde Loxten zum vorerst letzten gemeinsamen Trainingseinheit in der Sparkassenarena. Während sich die Handballer trotzdem weiterhin fithalten wollen, nutzt der Club die Corona-Pause, um weiter an der Professionalisierung seiner Strukturen zu arbeiten.

Montag, 02.11.2020, 23:29 Uhr

Zweimal pro Woche wollen die Loxtener Spieler weiterhin gemeinsam trainieren – von zuhause aus, in Videokonferenzen, montags unterstützt vom Gesundheitsforum Berger-Pollmann, donnerstags angeleitet von Physiotherapeut Viktor Kanke. Für Ausdauerläufe und Muskelübungen sind die Handballer individuell zuständig. Pausieren muss dabei noch Jan Schröder, der an Corona erkrankt war und sich noch in Quarantäne befindet. Glücklicherweise hatte der Rückraumspieler zuletzt keinen Kontakt zu seinen Mitspielern, weil er beruflich unterwegs gewesen ist.

Noch offen ist, ob die Frösche von der Anmeldung von Kurzarbeit für Trainer Michael Boy und die Spieler Gebrauch machen oder Gelder aus dem von der Landesregierung angekündigten Topf zur Sportförderung beantragen können. „Wir sind mit unserem Steuerberater im Gespräch und prüfen das gerade“, erklärt der Vereinsvorsitzende Andy Evers. Auch weil sich Evers den Studenten im Team gegenüber verpflichtet fühlt, hatten die Spieler in der ersten Corona-Phase noch ihre vollen Bezüge erhalten. Nachdem der Mannschaftsrat für die Monate Juli, August und September einem Gehaltsverzicht von 25 Prozent zugestimmt hatte, will sich der Clubboss jetzt wieder mit dem Gremium, dem aktuell Jan Patzelt als Kapitän sowie Kim Harting, Marian Stockmann, Simon Schulz und Johnny Dähne angehören, beraten.

Dass sich der Versmolder Verein trotz der ausbleibenden Zuschauereinnahmen aktuell keine finanziellen Sorgen machen muss, liegt auch an der Klaus-Peter-Reinert Stiftung. Sie konnte für das Jahr 2019 einen Überschuss von 147 000 Euro (Rendite 7,53 Prozent) ausweisen, von dem 50 000 in das Oberliga-Team fließen – der Restbetrag des Spieleretats, der zwischen 100 000 und 150 000 Euro liegt, wird über die rund 70 Clubsponsoren finanziert.

Diese Gönner bekommen jetzt weitere Möglichkeiten, sich zu präsentieren. Wie berichtet schauten bei der Premiere des Livestreams am zweiten Spieltag gegen TuS Ferndorf II auf Sportdeutschland.tv 1500 Zuschauer zu, während der Übertragungen sollen zukünftig auch Werbeeinblendungen und -Spots möglich sein. Der überarbeitete Internetauftritt, jetzt mit Online-Tickets und Fanshop, wird in Kürze freigeschaltet. Eine zusätzliche Präsentationsfläche bietet außerdem die neue, ebenfalls von Klaus-Peter Reinert gespendete und 17,5 Quadratmeter große LED-Tafel, die bereits in der Sparkassenarena installiert worden ist. Wann das 80 000 Euro teure Schmuckstück das erste Mal im Einsatz sein wird, ist natürlich von der Handball-Pause abhängig. Für Andy Evers steht allerdings fest: „Geisterspiele ohne Zuschauer sind für mich undenkbar. Gerade der Handball lebt doch von den Emotionen und der Interaktion mit den Zuschauern.“

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