Fußball vor dem Saisonstart: SC Peckelohs Chancen in der Westfalenliga
„Richtig Bock auf diese Liga“

Versmold-Peckeloh (WB). Die Fußballer des SC Peckeloh fiebern einer Saison mit vereinshistorischer Bedeutung entgegen. Schließlich hat noch nie ein SCP-Team in der Westfalenliga gespielt. Und auch der gesamte Altkreisfußball hat seit Jahrzehnten keine Senioren-Mannschaft hervorgebracht, die oberhalb der Landesliga um Punkte gespielt hat. Die Vorfreude ist also groß. Und in der Vorbereitung hat der Neuling vor allem offensiv schon einige Ausrufezeichen gesetzt.

Mittwoch, 02.09.2020, 23:22 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 23:30 Uhr
Alban Shabani und seine Teamkollegen haben auch in der Vorbereitung mit ihren Offensivqualitäten aufhorchen lassen. Foto: Stephan Arend

Das klappt gut: Die Chancenverwertung könnte kaum besser sein. Beim 5:0 im letzten Test gegen Melle machte der SCP aus den ersten vier Chancen eine 3:0-Halbzeitführung. Überhaupt läuft es offensiv rund: „Wir sind aus dem geordneten Spielaufbau und nach Kontern erfolgreich und gegen jeden in der Lage, Tore zu schießen“, macht sich Trainer Markus Kleine-Tebbe auch eine Klasse höher um die Durchschlagskraft seines Teams keine Sorgen. Das unterstreicht nicht zuletzt das 4:1 gegen Oberliga-Aufsteiger Clarholz – auch wenn Testspiele nicht immer ein Maßstab sind.

Das könnte besser sein: Immer wieder Verletzungen wie die von Baris Colak – und Neuzugang Marvin Hornberg zog seine Zusage zurück, blieb in Steinhagen. „Vor allem im Mittelfeld und auf den Außenverteidiger-Positionen fehlen die Alternativen. Da darf nicht mehr viel passieren“, gibt Kleine-Tebbe zu Bedenken. Auch körperlich sei bei einigen Akteuren noch Luft nach oben: „Wir sind noch nicht da, wo wir sein sollten. Doch das machen die Jungs mit ihrer Moral wett.“ Unter dem Strich hat der SCP nach dem Geschmack des Trainers dennoch zu viele Gegentore kassiert. Das ändert aber nichts am Fazit der Vorbereitung: „Die Jungs ziehen hervorragend mit.

Die Neuzugänge: Nicht zuletzt das Kurztrainingslager hat den Eindruck verstärkt: Die Neuen passen auch charakterlich zum SCP, haben die Qualität, das Team variabler zu machen. Auf der anderen Seite sind die Zugänge vom Team gut aufgenommen worden. „Da haben unser Kapitän und der Mannschaftsrat gute Arbeit geleistet“, lobt Kleine-Tebbe.

Neuland Westfalenliga: Auftaktgegner TuS 05 Sinsen kann Markus Kleine-Tebbe nicht wirklich einschätzen, viele andere Kontrahenten schon: Auf den SCP warten überragende Einzelkönner sowie spielerisch wie körperlich stärkere Gegner. Und das Tempo wird höher sein als in der Landesliga. Um zu bestehen, soll folgendes Motto mit Leben gefüllt werden: „Wir sind Peckeloh und kommen über die mannschaftliche Geschlossenheit.“ Kleine-Tebbe ist fest davon überzeugt, dass auch in der Westfalenliga gilt: „Teamgeist schlägt individuelle Qualität.“ Dennoch ist vor dem ersten Heimspiel am Sonntag auch eine gewisse Unsicherheit zu spüren. Kleine-Tebbe: „Niemand kann genau einschätzen, wo wir stehen.“

Vermehrter Abstieg: Natürlich bedauert man es in Peckeloh, dass so viele Mannschaften absteigen und nicht zwei Spielzeiten Zeit bleibt, um die Gruppenstärken zu regulieren. Das möchte Markus Kleine-Tebbe aber nicht als Kritik in Richtung der verantwortlichen Funktionäre verstanden wissen: „Wir sind mega froh, dass wir als Landesliga-Zweiter überhaupt die Chance bekommen haben, in der Westfalenliga anzutreten. Nun wollen wir jeden Sonntag zeigen, dass wir richtig Bock auf diese Spielklasse haben.“

WB-Kommentar: Die Frage, ob der Aufstieg zu früh kommt, kann frühestens in einigen Monaten beantwortet werden. Fakt ist: Der Abstand zwischen Landesliga und Westfalenliga ist groß. In der vergangenen Spielzeit haben das die Aufsteiger Tengern und VfB Fichte zu spüren bekommen, die nur aufgrund des Saisonabbruchs nun eine weitere Chance erhalten. Das Ziel Klassenerhalt ist durch den vermehrten Abstieg (fünf Teams müssen den Gang in die Landesliga antreten) noch schwieriger in die Tat umzusetzen als in den Vorjahren. Auf der anderen Seite hat der SCP eine Mannschaft, die noch längst nicht ihr Potenzial ausgereizt hat und auf höherem Niveau einen Schritt nach vorne machen kann. Paradebeispiel dafür ist Mittelfeld-Akteur Erik Mannek, der mit seinen 19 Jahren bereits zu den Leistungsträgern zählt und jederzeit den Unterschied ausmachen kann. Überhaupt kann Peckeloh auch eine Liga höher auf eine durchschlagkräftige Offensive setzen. Wichtig wird sein, dass bei sportlichen Durststrecken Teamgeist sowie mannschaftliche Geschlossenheit intakt bleiben und sich die Ausfälle in Grenzen halten. Dann hat diese SCP-Mannschaft gute Chancen, den Klassenerhalt zu schaffen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7563584?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352973%2F4029443%2F
Flughafen Paderborn-Lippstadt steht vor der Insolvenz
Der Flughafen Paderborn-Lippstadt in Büren-Ahden im Kreis Paderborn. Foto: Jörn Hannemann
Nachrichten-Ticker