Handball-Oberliga: Sportfreunde gewinnen verrücktes Spiel in Haltern
Lädierte Loxtener als Mentalitäts-Monster

Versmold-Loxten (WB/guf). „Nur die Polizei kann uns stoppen, Haltern aber nicht.“ Die nächtliche Verkehrskontrolle am Stockmeyer-Werk bei Füchtorf nahmen die Sportfreunde Loxten mit Humor, denn natürlich war der Busfahrer auf dieser feucht-fröhlichen Rückfahrt nüchtern. Doch für alle anderen Insassen galt: Selten haben die Oberliga-Handballer einen Auswärtssieg so abgefahren gefeiert wie das 30:29 (15:14) bei Aufsteiger HSC Haltern-Sythen.

Montag, 09.03.2020, 01:00 Uhr aktualisiert: 09.03.2020, 05:03 Uhr
Auch der verletzt ausgeschiedene Jan Schröder stürzt sich auf Marco Possehl: Der Torwart hat Loxtens knappen Sieg gerettet. Max Schäper (vorne) kann es ebenfalls kaum fassen. Foto: Nico Seifert

Handball-Oberliga: SF Loxten siegt in Haltern

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Diverse Ausfälle, etliche stark angeschlagene Spieler, die sich dann doch ins Getümmel warfen, und eine Hektik, die ab der 43. Minute auch noch durch den Ausfall der Spielzeitanzeige angeheizt wurde – Loxtens Trainer Dirk Schmidtmeier, der schon als Spieler viele umkämpfte Schlachten geschlagen hat, war geschafft: „Sowas habe ich noch nicht mitgemacht. Mit so einem dezimierten Kader dieses enge Spiel zu gewinnen, das ist der Wahnsinn. Am Ende sind wir alle auf den Dicken drauf gesprungen.“ Der so titulierte Keeper Marco Possehl verstand das derbe Kompliment durchaus richtig. Denn er hatte nicht nur Halterns letzte Torchance entschärft, sondern mit insgesamt 21 Paraden großen Anteil am Erfolg. Und als Jan Schröder auch noch die Nachricht von der zweiten Saisonniederlage des Spitzenreiters verkündete, hüpften die Frösche endgültig außer Rand und Band.

Auf Loxtener Seite hatten sich Max Schäper (trotz lädierter Schulter) und Marian Stockmann (Adduktoren) zum Notfalleinsatz bereit erklärt. Aus der Zweiten entlastete Christian Bauer. Und Linkshänder Tobias Krumkühler, der nur noch sporadisch in der Dritten spielt, fuhr ebenfalls mit. Bei Marlon Meyer (Mandelentzündung) reichte es nur für einen Kurzeinsatz und Siebenmeter, der zuletzt so torgefährliche Jan Schröder fiel schon nach seinem zweiten Treffer zum 11:10 (21.) aus – der Rücken!

Trotz dieser Schwächung und nahezu permanenter Manndeckung gegen Simon Schulz, führte Loxten 15:11, geriet dann 19:23 in Rückstand, konterte jedoch zur erneuten 29:26-Führung. Malte Weigel, stark erkältet, stabilisierte jetzt die Deckung. „Er hat das überragend gemacht, war aber auf der letzten Rille und hätte hinterher eine Infusion gebraucht“, nannte Schmidtmeier den Kreisläufer als Beispiel für die Opferbereitschaft des gesamten Teams: „Es war von allen eine totale Willensleistung.“

Daten & Fakten

SF Loxten: Possehl, Welge (nur bei 7m); Schäper (2), Bauer, Menger (4), Stockmann (1), Harting, J. Patzelt, M. Harnacke (7), Weigel (1), Schulz (9/2), Meyer (4/4), Krumkühler, Schröder (2).

Tore für Haltern: Kruth (9/1), J. Schrief (6/4), Mazur (5), M. Bäumer, Scherer (je 3), Andersen, Knöner, Schulte-Lünzum.

Zeitstrafen: HSC 6, SFL 6; Siebenmeter: HSC 5/9, SFL 6/10 (beide Teams scheitern je viermal).

Stationen aus HSC-Sicht: 0:1, 4:5, 7:5 (14.), 10:8, 10:12 (23.), 11:15 (27.), 14:15 (HZ), 18:16, 18:19 (36.), 23:19 (43.), 25:23 (29.), 25:27, 26:29 (56.), 29:29 (59.), 29:30.

So geht es weiter: Sa., 14. März, 18 Uhr Soester TV (H).

TSG düpiert Hamm mit 29:19

„Jetzt sind wir voll im Geschäft, das wird ganz eng zwischen den drei Erstplatzierten.“ Dirk Schmidtmeier liegt mit SF Loxten (noch ein Nachholspiel in Hemer) jetzt mit 31:5 Punkten zwischen ASV Hamm II (34:4) und TSG AH Bielefeld (30:6). Die Bielefelder triumphierten in Hamm sensationell deutlich mit 29:19 (16:7). Auch ohne die Leistungsträger Schüttemeyer und Dähne dominierten sie ab der 10. Minute (6:5), setzten sich von 10:7 (17.) bis zur Pause auf 16:7 ab und hatten nach 14 Minuten ohne Gegentor in Hälfte zwei leichtes Spiel. TSG-Tore: Waldhof (9), Maric (6/4), Schrage (5), Bergen (3), Hübner, Zwaka (je 2), Heidemann und Torwart Paul Twarz (je 1).

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