Handball-Oberliga: Nach 9:17-Rückstand gewinnt SF Loxten noch mit 34:31
Frösche fegen Gladbeck weg

Versmold-Loxten (WB). Am Samstagabend fegt ein Orkan durch die Versmolder Sparkassenarena. Ein Jubelorkan der Sportfreunde Loxten, die den VfL Gladbeck in der Handball-Oberliga nach 9:17-Rückstand noch mit 34:31 (14:19) besiegt haben.

Montag, 10.02.2020, 00:30 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 05:03 Uhr
Kollektiver Jubel: Trainer Dirk Schmidtmeier und die Loxtener Bank feiern den irren 34:31-Heimsieg gegen VfL Gladbeck. Foto: Sören Voss

Weshalb sie am Ende der emotionalen Achterbahnfahrt feiern dürfen, können den Frösche selbst nicht so richtig erklären. „Wir haben an uns geglaubt und die Fans haben uns getragen“, sagt Jan Schröder, mit neun Treffern bester Schütze. Der wichtige Rückhalt Marco Possehl ergänzt: „Wir haben uns gesagt: Weiter, immer weiter. Jeder hat dann 100 Prozent draufgepackt.”

Zunächst reiht sich das Heimspiel allerdings nahtlos in den Heiter-bis-wolkig-Auftritt gegen Rödinghausen ein. Loxtens Angriffsbemühungen sind nur ein laues Lüftchen, das an den robusten Abwehrfelsen der Gäste zerschellt. In der eigenen Deckung herrscht ebenfalls Flaute, weil den Sportfreunden die Leidenschaft fehlt. In der Arena herrscht andachtsartige Stille, als Gladbeck auf 7:2 (12.) und 14:7 (18.) davonzieht, speziell den wendigen VfL-Mittelmann Max Krönung bekommt Loxten überhaupt nicht zu packen. „Wir wollten”, verrät SFL-Coach Dirk Schmidtmeier später, “eigentlich bis zum letzten Schritt draufgehen, standen aber in der Abwehr wie ein Bockwurst-Denkmal und haben sie schießen lassen.“

So unvorhergesehen wie auf hoher See manchmal ein Sturm aufzieht, so überraschend ändert sich aber auch die Wetterlage in diesem Oberliga-Spiel. Bis zum 17:9, das Felix Käsler für die Gäste erzielt (23.), deutet alles auf die erste Heimniederlage seit einem Jahr hin. Doch mit der Umstellung auf eine 5-1-Abwehr dreht der Wind – auch die unüblich frühe Hereinnahme von Possehl (9.) macht sich jetzt bezahlt. Krönung schießt zwar weiter fleißig, seine Nebenleute hat SFL jetzt aber im Griff.

Schon die kleine 5:2-Tore-Serie zum 14:19-Pausenstand weckt unter den 500 Zuschauern Hoffnung. Loxtens Steigerung ist bis zum 19:24 (38.) nicht ablesbar, danach jedoch fegen die Frösche mit 7:1 Treffern in Folge zum 26:25 (47.) über die Gäste hinweg. Diese erwischen zwar noch mal ein Zwischenhoch und gehen ihrerseits mit 28:27 in Führung (53.). Letztendlich werden sie aber von der geballten Kraft einer geschlossenen Loxtener Mannschaft überrollt: Keeper Possehl kauft dem bis dahin 14-fachen Torschützen Krönung zwei Siebenmeter ab, Timo Menger ergattert zwei ganz wichtige Bälle, die Max Harnacke verwertet. Kim Harting muss zwar mit Knieschmerzen vom Feld, dafür beißt sich Marian Stockmann trotz Adduktorenpro­blemen durch und Marlon Meyer zeigt eine starke zweite Halbzeit. Den Schlusspunkt setzt der in Abwehr und Angriff überragende Jan Schröder. Sein neuntes Tor zum 34:31-Schlusspunkt lässt den Jubelorkan ausbrechen.

Daten & Fakten

SF Loxten: Welge (1.-9.), Possehl (9.-60.); Menger (2), Stockmann (3), Harting (1), J. Patzelt (4), Harnacke (6), Weigel, Müller, Bauer, Schulz (4/3), Meyer (5), Steinlechner, Schröder (9).

VfL Gladbeck: Spierau; Arens, Brockmann, Sankalla (2), Winkelmann, Käsler (5), Krönung (14/6), Dalian, Janus (1), Schmiemann, Blißenbach, Büttner (6), Rolf (3).

Stationen: 2:2, 2:7 (12.), 7:14 (18.), 9:17 (23.), 14:19 (HZ), 19:24 (38.), 26:25 (47.), 27:28, 30:29 (55.), 32:31, 34:31.

Zeitstrafen: 1:1.

Zuschauer: 500.

So geht es weiter: Sa., 15. Februar, 19 Uhr, TuS Möllbergen (A).

TSG-Keeper Dähne erleidet Wadenbeinbruch

Ein erhebliches Personalproblem hat die TSG AH Bielefeld : SF Loxtens Oberliga-Rivale muss im Aufstiegskampf voraussichtlich etwa zehn Wochen auf Torwart Johnny Dähne verzichten: Der Routinier aus Werther, der zur kommenden Saison zu den Sportfreunden wechseln wird, erlitt im Training einen Bruch des linken Wadenbeins. Er war beim Fußballspielen mit seinem Torhüter-Kollegen Paul-Janis Twarz kollidiert.

Das für Sonntag geplante Heimspiel der TSG gegen Haltern wurde mit Genehmigung des Verbandes ebenfalls abgesagt, weil sich das beauftragte Busunternehmen laut HSC-Angaben wegen der Sturmwarnungen weigerte, die Mannschaft zu chauffieren.

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