Handball-Oberliga: Gönner Klaus-Peter Reinert stockt seine Stiftungssumme noch einmal auf – SF Loxten besiegt Haltern 33:28 10:0 Punkte und 200.000 Euro

Versmold-Loxten (WB). Auf den ersten Blick ist es ein normaler Heimsieg des Tabellendritten gegen den Sechsten. Doch wer SF Loxtens Oberliga-Handballer nach dem 33:28 (14:13) gegen HSC Haltern-Sythen jubeln sieht, merkt sofort, dass etwas mehr dahintersteckt.

Von Sören Voss
Jan Patzelt jubelt beim 33:28 gegen Haltern vor dem neuen Stiftungs-Plakat: Zwei Millionen Euro sind inzwischen im Topf.
Jan Patzelt jubelt beim 33:28 gegen Haltern vor dem neuen Stiftungs-Plakat: Zwei Millionen Euro sind inzwischen im Topf. Foto: Sören Voss

Es sind die ungewöhnlichen Begleitumstände, die diese zwei Punkte für die »Frösche« zu etwas Besonderem machen. Da sind die Gedanken an den verletzten Mitspieler Philipp Harnacke, dessen Knie mit doppeltem Kreuzbandriss, Außenbandriss und Sehnenriss im Kniebeuger am Mittwoch von einem Spezialisten in Hamburg in einer siebenstündigen Operation wieder geflickt worden ist.

Da ist unmittelbar vor dem Anpfiff die erneute Spende von Gönner Klaus-Peter Reinert, der den Topf der Stiftung mit weiteren 200.000 Euro auf 2 Millionen aufstockt. »Vielleicht werden es demnächst noch mehr«, verrät der 77-Jährige schmunzelnd. In 2018 sind 65 000 Euro aus der Stiftung in alle Abteilungen des Vereines geflossen, Ende 2019 könnte aufgrund des inzwischen verdoppelten Kapitals mit dem Doppelten gerechnet werden.

Und da ist nach dem am Dienstag verkündeten Aus von Trainer Dirk Schmidtmeier zum Sommer 2020 die gestörte Vorbereitung auf den Gegner. Der wurfstarke Aufsteiger macht vor 500 Zuschauern zwar genau das, was erwartet wird – trotzdem hat die SFL-Deckung große Probleme und ergattert keine Abpraller. Obwohl Loxten verschiedene Abwehrvarianten probiert, tauchen Johannes Beumer und seine Mitspieler zu häufig frei vor SFL-Schlussmann Pascal Welge auf. Allein Welges zehn Paraden ist es zu verdanken, dass die Frösche zur Pause nicht mehr als 13 Gegentore »fressen« müssen.

Immerhin wissen die Sportfreunde in gewohnter Manier im Angriff zu überzeugen. Simon Schulz spielt einen starken Mittelpart, auch die Linkshänder Marian Stockmann und Nils Patzelt sind gut drauf. Als die Trefferquote Mitte der Halbzeit kurz sinkt, ist Haltern sofort da. Beim 23:21 der Gäste, 18 Minuten vor Schluss, droht die erste Saisonniederlage.

Dass es soweit nicht kommt, hat mehrere Gründe: Zum einen bekommt SFL mit Unterstützung des Publikums die zweite Luft und findet neue Konzentration. Wie ein Volleyballer hechtet beispielsweise Jan Schröder in einen freien Ball und schickt Timo Menger zum 30:28 auf die Reise. Mit Aktionen wie diesen erkämpfen sich die Loxtener das Spielglück, während Haltern mit fünf Zeitstrafen in den letzten 16 Minuten wenig entgegenzusetzen hat.

»Haltern ist kein Aufsteiger, den man mal so im Vorbeigehen schlägt. Wir haben das Spiel im Angriff gewonnen«, lobt Co.-Trainer René Mittelberg. Trainer Dirk Schmidtmeier verzichtet hingegen nach der turbulenten Woche auf einen Kommentar. Dafür spricht die Mannschaft: »#fürSchmiddi«, lautet ihr eindeutiges Statement, mit dem sie auf Instagram aus der Kabine grüßt.

Daten & Fakten

SF Loxten: Welge (1.-36., 42.-60.), Possehl (36.-42.); Schulz (9/3), Stockmann (6), N. Patzelt (6), Menger (4), Meyer (3/3), J. Patzelt (2), Steinlechner (1), Schröder (1), Harting, M. Harnacke, Herrmann (n.e.).

HSC Haltern-Sythen: Lüger, Robert; Scherer (2), Andersen (1), Knöner (1), M. Beumer, Schulte-Lünzum (2), J. Schrief (10/3), P. Schrief, J. Beumer (8), Kruth (3), Wolak, Mühlenbrock, Mazur (1).

Stationen: 4:2 (4.), 6:6, 10:11 (24.), 14:13 (HZ), 20:21 (39.), 21:23 (42.), 26:24 (50.), 29:28, 33:28.

Zeitstrafen: 3:7

Zuschauer: 500.

So geht es weiter: So., 10.11., 17 Uhr Soester TV (A).

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