Fußball: SG Oesterwegs Stürmer Philipp Witte schießt schneller und genauer als es dem Gegner lieb ist
Der Lucky Luke der Kreisliga A

Versmold-Oesterweg (WB). Wer in diesen Tagen die Partien der SG Oesterweg verfolgt und ein Faible für Comics hat, der wird an Lucky Luke erinnert – den Cowboy, der schneller schießt als sein eigener Schatten. Der moderne Lucky Luke der Fußball-Kreisliga A ist blond und 20 Jahre alt. Wenn Philipp Witte am Ball ist, dann fühlen sich die Abwehrspieler manchmal so wie die Daltons – Lucky Lukes Gegenspieler, denen der Held deutlich überlegen ist.

Dienstag, 03.09.2019, 23:30 Uhr aktualisiert: 04.09.2019, 00:00 Uhr
Daumen hoch und eine innige Umarmung: Nach dem 4:3-Coup gegen Amshausen wird Philipp Witte von seinen Mitspielern gefeiert. Foto: Norman Hunt

Witte hat an den ersten vier Spieltagen acht der insgesamt neun Tore seiner SG erzielt und sein Team am Sonntag zum 4:3-Triumph im Derby gegen TSV Amshausen geführt. »Mir fehlen die Worte. Der Kerl ist einfach unfassbar.« Selbst Oesterwegs Trainer Björn Mittendorf konnte nicht fassen, was kurz zuvor passiert war. In der Nachspielzeit hatte sein junger Stürmer mit einem sehenswerten wie überraschenden Lupfer das Duell mit dem bisherigen Spitzenreiter entschieden. Das Traumtor war Wittes vierter Treffer in dieser Partie.

Schwere Verletzungen

Einen ähnlichen Lauf hatte der Angreifer vor zwei Jahren in seinem letzten A-Jugend-Jahr. Mit 19 Treffern hatte er großen Anteil am Aufstieg der JSG Peckeloh/Oesterweg in die Bezirksliga – und das, obwohl er nur bei der Hälfte der Partien dabei war. Nach dieser erfolgreichen Saison wollte Philipp Witte sich bei Fußball-Landesligist SC Peckeloh durchbeißen. Doch ein harmloser Schubser in einer der ersten Trainingseinheiten machte alle Pläne zunichte. Der Youngster kam so unglücklich zu Fall, dass er sich bereits zum zweiten Mal in seiner noch jungen Laufbahn das Kreuzband riss. Und anderthalb Jahre später nach seinem Comeback in der dritten Mannschaft des SCP befürchtete Witte erneut eine schwere Knieverletzung. Zum Glück lautete die Diagnose nach der erneuten MRT-Untersuchung: »nur« eine Knieprellung.

Kein Abstiegskandidat

Über Kumpel Jannis Gronau kam Philipp Witte dann vor dieser Saison zum Training seines Heimatvereins SG Oesterweg. »Ich habe da ohne Erwartungen begonnen, wollte einfach nur Spaß haben und sehen, ob ich überhaupt noch kicken kann. Und plötzlich ist jeder Ball reingegangen.« Mit jedem Treffer wuchsen der Ehrgeiz und die Lust, noch einmal anzugreifen. Neben den Trainingseinheiten verbringt der Abiturient auch Zeit im Fitnessstudio, um die Muskeln zu stärken und einer weiteren Verletzung vorzubeugen »Mir war schon klar, dass ich kein Fallobst bin. Doch dass es auf Anhieb so gut läuft, damit war natürlich nicht zu rechnen«, sagt Witte, der ab Oktober an der Uni in Bielefeld ein BWL-Studium beginnt. Ob er noch einmal höherklassig angreifen möchte, kann der Blondschopf noch gar nicht sagen: »Mein oberstes sportliches Ziel ist es, die Saison ohne Verletzungen durchzuziehen.« Eines weiß er aber ganz genau: »Wir sind kein Abstiegskandidat. Ein Platz im oberen Mittelfeld sollte das Ziel sein.«

Eiskalt im Abschluss

Sein Trainer Björn Mittendorf hat nach dem langen Abstiegskampf der Vorsaison den Tabellenkeller allerdings noch im Blick: »Der Klassenerhalt bleibt das Ziel. Das Gute ist, dass wir bereits sieben Punkte haben und drei Mannschaften überhaupt noch keinen Zähler.« Dass Philipp Witte mit seinen acht Treffern großen Anteil am guten Saisonstart hat, das freut den Coach. Doch Mittendorf ist es wichtig, die Teamleistung in den Vordergrund zu stellen: »Die Jungs spielen Philipp die Bälle auch gut zu – und er schießt sie im Moment eiskalt ins Tor.«

 

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