Handball: Im sechsten Oberliga-Jahr nimmt SF Loxten nach Platz vier einen Rang unter den Top Drei ins Visier
Frösche sind bereit zum nächsten Sprung

Versmold-Loxten (WB). Früher auf dem Spielfeld haben sich Dirk Schmidtmeier und Heiko Holtmann verbissene Duelle geliefert. Am Mittwochabend sitzen die beiden Trainer von SF Loxten und TuS Spenge vor dem Testspiel vereint beim Plausch auf der Bank zusammen. »Ich traue euch einiges zu. Altenhagen ist stark, aber ihr seid auch gut«, sagt Holtmann. Und er ist nicht der einzige, der die »Frösche« zu den Topteams der Handball-Oberliga zählt.

Freitag, 09.08.2019, 04:00 Uhr
Kraftpaket: Philipp Harnacke holt gegen Spenge zum Wurf aus – Trainer Schmidtmeier wünscht sich aber von ihm noch mehr Disziplin. Foto: Sören Voss

Schmidtmeier wiegelt die Lobhudelei seines Trainerkollegen (»Als Spieler haben wir uns gehasst«) zunächst charmant ab, gibt dann aber zu: »Es sind nur Nuancen, die die Spitze trennen und die uns fehlen. Platz zwei oder drei ist möglich, vielleicht sogar Platz eins. Dafür müssen wir aber deutlich konstanter spielen und viel mehr Siege gegen die Mannschaften von oben holen als zuletzt, als es nur gegen Hamm und LIT geklappt hat.«

Eingespielter Kader

Der große Vorteil des letztjährigen Vierten der Wertungsskala: Er kann auf einen eingespielten und wenig veränderten Kader zurückgreifen. »Wir müssen noch cleverer werden, das schnelle Spiel weiter prägen und die Außen noch besser einsetzen«, fordert der Trainer. Beim Test in Spenge, der 21:27 verloren geht (Bericht unten), zeigt außerdem Philipp Harnacke, dass er sich als einziger Zugang schon gut akklimatisiert hat. Seine Mitspieler suchen den aus Lemgo gekommenen 22-Jährigen, damit der Blondschopf regelmäßig seinen Wurfarm auspacken kann, zeitweise taucht er als Überraschungsgast am Kreis auf und überzeugt am Ende mit sechs Toren als bester SFL-Schütze. »Philipp ist ein wilder Spielertyp. Natürlich habe ich nichts dagegen, wenn er zwölf Tore wirft. Aber manchmal muss man ihn etwas bremsen«, urteilt Schmidtmeier, der zudem Steigerungspotenzial im Verteidigen erkannt hat.

Gesprächsthema Nummer eins ist am Rande des Testspiels aber der kurzfristige Abgang von Heiner Steinkühler zur TSG Harsewinkel. Nach wochenlangen und zähen Gesprächen stimmte Loxten, wie berichtet, dem Wechsel zu. Harsewinkel zahlt eine Ablöse, Steinkühler erhält einen Dreijahresvertrag. Am Dienstagabend waren beim 33-Jährigen die Tränen gekullert, als er nach zwölf Jahren das Kapitel SF Loxten auch gegenüber der Mannschaft für beendet erklärt hatte. »Heiner wollte Verantwortung übernehmen und Spielanteile haben. Verantwortung konnte ich ihm geben, Spielanteile aber nicht garantieren«, erläutert Coach Schmidtmeier.

Jeder kennt Steinkühler

Auch der Vereinsvorsitzende Andy Evers willigte nur schweren Herzens ein, zumal die fehlende Routine von Steinkühler und Sebastian Hölmer ein Problem für den jungen Kader werden könnte: »Jeder Zuschauer in Loxten kennt Heiner Steinkühler, er hat viel für uns geleistet. Eigentlich sind wir mit einem größeren Kader zuletzt gut gefahren, aber wir müssen uns trotzdem nicht verstecken und wollen uns weiter tendenziell verbessern.«

Wie sich große Sprünge anfühlen, konnten die Frösche-Handballer bereits am Samstag beim Besuch im Münsteraner Trampolinpark erfahren. Im Ninja-Parcours waren außerdem Kraft und Koordination gefragt. »Die Jungs haben viereinhalb Stunden voll geackert. Eine gute Sache«, fand Coach Schmidtmeier. Wenn jetzt ähnlich große Sprünge in der Oberliga folgen, dann würde auch dem nächsten Duell Schmidtmeier gegen Holtmann nichts mehr im Weg stehen – in der Dritten Liga aber sicherlich wieder etwas hitziger.

SF Loxtens neuer Kader im Überblick

Abgänge: Heiner Steinkühler (Harsewinkel), Sebastian Hölmer (Laufbahn beendet), Paul Blankert (Brockhagen). Zugang: Philipp Harnacke (Handball Lemgo Youngster)

Kader/Tor: Marco Possehl, Pascal Welge. Außen: Nils Patzelt, Max Harnacke, Jasper Steinlechner, Timo Menger. Kreis: Jan Patzelt, Malte Weigel. Rückraum: Max Schäper, Marlon Meyer, Simon Schulz, Jan Schröder, Philipp Harnacke, Kim Harting, Marian Stockmann.

Trainer: Dirk Schmidtmeier (47/im zweiten Jahr). Co-Trainer: Rene Mittelberg (38).

Saisonziel: Top Drei.

Favoritentipp: TSG Altenhagen-Heepen Bielefeld.

Weitere Testspiele: 10.8., 18 Uhr SG Menden (H); 14.8., 20 Uhr Ahlener SG (A); 17.8. Ahlen II/Harsewinkel; 24.8., 15 Uhr Barnstorf-Diepholz (H); 31.8., 15 Uhr Bissendorf-Holte (H); 7.9., 16 Uhr Spradow (H)

Testspiel in Spenge: SFL eine Halbzeit ebenbürtig

Im Testspiel beim Drittligisten TuS Spenge hat sich SF Loxten nach guter erster Halbzeit mit 21:27 (11:9) geschlagen geben müssen.

Vor 150 Zuschauern in der Spenger Realschulhalle traten beide Mannschaften nicht in Bestbesetzung an. Bei den Gästen fehlten Schäper, Meyer, Steinlechner und Jan Patzelt, die Gastgeber mussten unter anderem auf Rückkehrer Christoph Harbert (Fingerverletzung an der Wurfhand) verzichten und auf Spieler der Reserve zurückgreifen. Loxten spielte seine Angriffe zunächst gut auf den Punkt und führte zur Halbzeit, musste dann aber den schweren Beinen Tribut zollen, zumal Kim Harting mit einer Zerrung ausfiel. Das Fazit von SFL-Trainer Dirk Schmidtmeier: »Das Ergebnis ist egal, es war trotzdem ein guter Test.«

SF Loxten: Welge/Possehl; M. Harnacke, P. Harnacke (6/1), Harting, Menger (2), N. Patzelt (4), Schröder (3), Schulz (3/2), Stockmann (2), Weigel (2).

 

 

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