Fußball-Landesliga: SC Peckeloh vor dem Saisonstart gegen den FC Kaunitz
Einige Baustellen bremsen noch

Versmold-Peckeloh (WB). Klassisches Mittelmaß: Fünfmal in Folge ist der SC Peckeloh in den vergangenen Landesliga-Jahren am Saisonende zwischen Tabellenplatz sieben und zehn eingelaufen. Doch Langeweile wird bei den SCP-Kickern auch in der neuen Serie nicht aufkommen: »Es wird wieder brutal schwer, weil die Klasse mit starken Aufsteigern noch ausgeglichener ist. Und wegen Urlaubszeit und Verletzungen sind wir noch lange nicht da, wo wir zum Punktspielstart eigentlich sein müssten«, sagt Trainer Markus Kleine-Tebbe vor dem ersten Heimspiel gegen den wieder mal hoch gehandelten FC Kaunitz.

Dienstag, 06.08.2019, 03:00 Uhr
Neuzugang Moritz Wieland, wichtiger Faktor im Defensivbereich, kehrt erst nach dem Kaunitz-Spiel aus dem Urlaub zurück. Foto: Stephan Arend

 5:1 gegen Aramäer Gütersloh, 1:1 beim Bezirksligisten Bad Rothenfelde, 2:1 beim BV Werther, dann die Versmolder »Stadtmeisterschaft« mit dem 6:0 gegen Oesterweg und dem 0:1 gegen die Spvg. (beide A-Liga) und zum Abschluss das erst nach der Pause überzeugende 5:0 bei Bezirksligist SV Avenwedde: Die Testspielresultate unterstreichen Kleine-Tebbes Einschätzung, dass bis zur Stabilität noch viel Arbeit bleibt. Einige dicke Pluspunkte hat der Coach aber ausgemacht: »Für Peckeloher Möglichkeiten haben wir sehr gute Neuzugänge verpflichten können, die fußballerisch und menschlich viel Qualität mitbringen. Und alle Spieler, die kontinuierlich dabei waren, haben leidenschaftlich und mit vollem Einsatz gearbeitet.«

 Müssen sie aber auch, denn die Defensivsäulen Wojtek Kosecki (nach Tengern) und Dennis Schmidt (nach Halle) sind als Führungsspieler nur schwer zu ersetzen. Und Gerrit Weinreich, ein weiteres Vorbild in Sachen Einsatzbereitschaft, kann wohl erst Mitte September wieder ins Training einsteigen.

 Da ist es natürlich weit entfernt vom Idealzustand, dass im letzten Test neben Weinreich noch sieben weitere potenzielle Stammkräfte fehlten: Moritz Wieland ist erst nach dem Kaunitz-Spiel aus dem Urlaub zurück, Rückkehrer Baris Colak, Daniel Schnadwinkel und Gilles Berger steigen nach Blessuren erst heute wieder ins Training ein. Bei Baris Orhan (Schienbeinkopf-Prellung) ist noch offen, ob er Sonntag fit ist. Sercan Özdil wird dabei sein, Jonas Weißen ist aus beruflichen Gründen in Belgien.

 Umso wichtiger, dass sich einige der Neuen schon anbieten: Innenverteidiger Philipp Dieckmann (20) und die Mittelfeldspieler Ramazan Yildiz (20) und Erik Mannek (18) drängen sich auf. Die aus der Kreisliga gekommenen Offensivkräfte Cornelius Bulanov, Tobias Fiß und Andi Mehmeti (eigene Jugend) kämpfen um den Anschluss. Markus Kleine-Tebbe ist zuversichtlich, dass sich aus diesem Angebot ein gesunder Konkurrenzkampf entwickeln wird.

 Unter dem Stichwort »gesund« leistet nach Auffassung des Trainer der neue Fitnesscoach Sebastian Selchert einen wertvollen Beitrag: »Seine Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil und soll mittelfristig weitere Prozente bringen, damit sich die jungen Spieler optimal weiterentwickeln.« Das gelingt natürlich nur, wenn die Kicker auch von sich aus die nötige Bereitschaft und Eigeninitiative einbringen, das zusätzliche Angebot optimal zu nutzen.

 

Kommentar

Erst am drittletzten Saisonspieltag hat der SC Peckeloh im Frühjahr dem Abstiegsgespenst die Rote Karte gezeigt. Damit die Rot-Schwarzen diesmal früher in sicheres Fahrwasser steuern, müssen sie von Beginn an einen Kraftakt leisten. Das Po­tenzial für einen einstelligen Tabellenplatz gibt der neue Kader wieder her, aber viele Fragen warten noch auf eine Antwort. Läuft Ex-Profi Tim Mannek nach monatelanger Zwangspause im Frühjahr jetzt (zumindest) zu Landesliga-Form auf? Trägt die sicherlich gute Idee mit ei­nem Athletik-Coach Früchte? Und lässt sich dadurch das Verletzungspech bannen, das den SCP schon seit Jahren begleitet? Dass die Liga – speziell im unteren Drittel – noch stärker besetzt ist und diesmal keine Punktelieferanten à la Lippspringe oder Vlotho bietet, ist keine Übertreibung von SCP-Coach Markus Kleine-Tebbe. Seine Schützlinge sollten sich an den hohen Ansprüchen des Trainers orientieren und vom ersten Anpfiff an Vollgas geben, damit es nicht erneut im Landesliga-Tabellenkeller eng wird. Gunnar Feicht

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6830359?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352973%2F4029443%2F
Anklage fordert zehn Jahre Haft
Seit Dezember müssen sich Ismet A. (32, vorne) und sein Bruder Ferhan (34) vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Bielefeld verantworten. Die Staatsanwaltschaft will sie für zehn beziehungsweise neuneinhalb Jahre hinter Gittern sehen. Foto: David Inderlied
Nachrichten-Ticker