Tennis-Turnier Reinert Open: Siegerin Danilovic auf dem Weg nach oben – Siegemund kritisiert Publikum
Ein Turnier auf Wachstumskurs

Versmold  (WB). Mit ihren langen schwarzen Haaren erinnert Olga Danilovic ein wenig an Ana Ivanovic. Gut möglich, dass die 17-jährige Gewinnerin der Reinert Open 2018 auch sportlich in die großen Fußstapfen ihrer berühmten serbischen Landsfrau tritt.

Montag, 16.07.2018, 00:30 Uhr aktualisiert: 16.07.2018, 11:14 Uhr
Laura Siegemund (rechts) und Olga Danilovic haben sich ein packendes Endspiel geliefert, mit dem besseren Ende für die junge Serbin. Das Doppelfinale verliert Danilovic an der Seite von Nina Stojanovic gegen Pemra Ozgen/Despina Papamichail 6:1/2:6/4:10.

Wer Danilovic im Tennispark Versmold beim 5:7/6:1/6:3-Erfolg im Finale gegen Laura Siegemund und zuvor bei ihrem Durchmarsch in dieses Endspiel sieht, der weiß, warum die junge Serbin von vielen Experten als kommende Top-Spielerin gehandelt wird. Siegemund ist variabler, streut immer wieder Stopps und manchmal auch hohe Bälle ein. Doch am Ende setzt sich das Power-Tennis ihrer Gegnerin durch. Satz eins muss Danilovic nach 5:3-Führung und zwei vergebenen Satzbällen noch abgeben.

Dann aber bricht ihr druckvolles Spiel die Gegenwehr auf der anderen Seite. »Das war heute ein tolles Match. Ich habe noch nie zuvor ein so großes Turnier gewonnen«, sagt die sichtlich glückliche Siegerin. In Zukunft möchte die Serbin, die in der Weltrangliste mit den gewonnenen 80 Punkten (zusätzlich 9119 US-Dollar) von Position 246 einen Sprung nach vorne machen wird, auf der größten Bühne bei Grand-Slams spielen – am liebsten schon in diesem Jahr bei den US Open.

Auch Laura Siegemund blickt auf eine erfolgreiche Turnierwoche zurück. Nach schwerer Verletzung (Kreuzbandriss) und langer Pause hat die ehemalige Nummer 27 der Weltrangliste im Tennispark den erhofften Schritt nach vorne gemacht: »Das war ein Finale auf hohem Niveau. Am wichtigsten für mich ist, dass mein Körper mitgespielt und sogar die Belastung von zwei Spielen an einem Tag ausgehalten hat.«

Unmittelbar nach dem Match sorgt Siegemund mit folgender Aussage aber auch für einige Pfiffe der Zuschauer: »Ich hätte mir ein wenig Unterstützung des Publikums gewünscht.« Auch mit etwas Abstand bleibt sie bei ihrer Meinung: »Ein Publikum kann dich speziell im dritten Satz tragen. Doch man hat nicht gemerkt, dass wir heute in Deutschland gespielt haben. Das hätte auch ein Turnier in Usbekistan sein können.«

Vor diesen leisen Misstönen zum Abschluss ziehen die Verantwortlichen ein rundum zufriedenes Fazit. Trotz dreier verregneter Turniertage seien inklusive Rahmenprogramm erneut 5000 Besucher auf der Anlage gewesen (allein 2000 bei der Spanischen Nacht). Turnierdirektor Jan Miska spricht von einem »sensationellen Finale« zweier Spielerinnen auf dem Weg in die Weltspitze bzw. zurück in die Weltspitze. Turnier-Initiator und Sponsor Hans-Ewald Reinert betont die positive Entwicklung der Reinert Open, die noch längst nicht abgeschlossen sei.

So wird im nächsten Jahr zum ersten Mal auf dem tiefer gelegten neuen Centre Court mit 600 festen Plätzen gespielt und die Anlage auf neun Plätze erweitert (Baubeginn September). 2019 werden die Reinert Open erneut eine 60.000er-ITF-Veranstaltung sein. »Doch es ist möglich, dass das Turnier danach größer wird«, gibt Reinert einen Einblick in seine Gedankenspiele.

Robert Hampe, Präsident des Westfälischen Tennis-Verbandes, ist so oder so froh, dass am Standort Tennispark Versmold die westfälischen Top-Spieler wertvolle Turniererfahrungen sammeln können und »in den ambitionierten Mannschaften des Vereins untergekommen sind«.

Halbfinale am Samstag: Siegemund - Zaja 4:6/7:5/6:4, Danilovic - Schoofs 6:1/6:3.

Alle Ergebnisse unter: www.reinert-open.de

 

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