Handball-Oberliga: Trotz des 31:17 gegen Mennighüffen kann SF Loxten nicht jubeln Hölmer überragt – und verletzt sich schwer

Versmold-Loxten  (WB). Sebastian Hölmer hat sich im Trikot der Sportfreunde Loxten nach fast zehnmonatiger Verletzungspause überragend zurückgemeldet. Das 31:17 (16:7) gegen VfL Mennighüffen wäre in der Handball-Oberliga ein Comeback aus dem Bilderbuch gewesen – wenn sich Hölmer nicht schon wieder schwer verletzt hätte.

Von Sören Voss
Hier noch in voller Aktion: Gemeinsam mit Kim Harting (links) stört Sebastian Hölmer Mennighüffens Linkshänder Jonas Köster beim Torwurf. Bald darauf scheidet er verletzt aus.
Hier noch in voller Aktion: Gemeinsam mit Kim Harting (links) stört Sebastian Hölmer Mennighüffens Linkshänder Jonas Köster beim Torwurf. Bald darauf scheidet er verletzt aus. Foto: Sören Voss

Als die Mannschaft zum obligatorischen Jubelkreis zusammenkommt und mit den Fans den höchsten Saisonsieg feiert, fehlt der Mann des Spiels. Die rechte Wurfhand in ein Kühlpack gewickelt, hat Sebastian Hölmer seine Sporttasche geschultert, trottet mit gesenktem Kopf in Richtung Kabine: »Es lief heute eigentlich wie geschmiert. Aber dann bin ich im Angriff mit der Hand irgendwo gegen gestoßen und jetzt tut alles weh.« Der 1,96m-Hüne wirkt wie ein Häufchen Elend und sein schlechtes Gefühl wird später bestätigt: Teamarzt Dr. Rüdiger Mai befürchtet schon bei einer ersten Diagnose direkt nach Spielende einen Bruch des Mittelhandknochens, die Röntgenaufnahme im Krankenhaus zeigt später sogar, dass zusätzlich eine Operation notwendig ist. Damit droht Hölmer das vorzeitige Saisonende.

»Da macht man so ein gutes Spiel und kann sich trotzdem nicht freuen«, bringt Trainer Thomas Lay die Loxtener Gemütslage auf den Punkt. Denn Sebastian Hölmer zeigt in den 40 Minuten, in denen er zuvor auf dem Feld gestanden hat, wie wichtig er als Leistungsträger für die »Frösche« in der Oberliga ist. Im Abwehr-Innenblock hält er den Loxtener Laden gemeinsam mit Kim Harting zusammen. Im Angriff läuft zwar auch bei Hölmer nicht alles reibungslos, was nach neun Monaten Verletzungspause nicht verwunderlich ist. Aber mit seiner Erfahrung sorgt der 31-Jährige dafür, dass die Gastgeber trotz vereinzelter Ballverlust die Ruhe bewahren und ihre Konzeptionen weiter selbstbewusst durchziehen.

Der Routinier selbst verwandelt einen Siebenmeter zum 6:2, lässt aber auch seine Nebenleute glänzen: Variantenreich setzt er im Rückraum Max Schäper oder Marian Stockmann ebenso wie am Kreis Jan Patzelt ein. Kurzum: Hölmer agiert als Führungspersönlichkeit, die den Loxtenern in dieser Saison oft gefehlt hat.

Jedrzej-Team findet keine Gegenmittel

Der Gast aus Mennighüffen, angereist mit der statistisch besten Abwehr der Liga, hat dem nur wenig entgegen zu setzen. Trainer »Siggi« Jedrzej nimmt eine Auszeit (10.), tauscht früh die Torhüter, stellt die Deckung mehrfach um – ohne größeren Erfolg zu erzielen. Sebastian Hölmer – wer sonst – nagelt den Ball mit dem Pausenpfiff zum 16:7 in die Maschen. Auch danach lassen die Loxtener nicht locker, ziehen den Gästen mit schnellen Treffern zum 19:8 den letzten Zahn. Spätestens bei Timo Mengers 24:9 (43.) steht fest, dass die Sportfreunde den höchsten Saisonsieg einfahren werden und (bis auf den angeschlagenen Paul Blankert und Thilo Stinhans) alle Akteure ihre Spielanteile erhalten können.

Der Jubel nach dem Abpfiff fällt aber trotzdem verhalten aus. Thomas Lay im Namen aller Loxtener: »Die Verletzung drückt doch mächtig auf die Stimmung. Wir hoffen alle, dass Hölmi schnell wieder zurückkommt.« Das beste Beispiel dafür, wie hervorragend das klappen kann, hat der Kämpfer am Samstag selbst geliefert.

Daten & Fakten

SF Loxten: Welge (1.-55.), Plum (55.-60.); Hölmer (7), Menger (6), Schäper (5), Harnacke (4), J. Patzelt (3), Stockmann (2), Weigel (1), Kalms (1), N. Patzelt (1), Meyer (1/1)

VfL Mennighüffen: Born, Habbe; Mailänder (2), Tluczynski (3/1), Dittrich (2), Neumann (4), Schumann (1), Krone, M. Köster (1), Ames, Peitzmeier, Büschenfeld (2/1), J. Köster (2).

Stationen: 6:1 (11.), 13:5 (23.), 16:7 (HZ), 18:8 (32.), 24:9 (43.), 27:14, 31:17.

Zeitstrafen: 2:0. – Zuschauer: 450.

So geht es weiter: So., 21.Januar, 17 Uhr, Ferndorf II (A).

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