Altkreis-Masters: WB-Interview mit Daniel Schnadwinkel (SC Peckeloh) und Philipp Schremmer (Spvg. Steinhagen) Erfolge, Emotionen, Ehrungen

Steinhagen/Versmold  (WB). Drei Mal in Folge hat SC Peckeloh beim Hallenmasters den Titel geholt, 2012 und 2013 hat sich zuvor Rekord-Gewinner Spvg. Steinhagen in die Siegerliste eingetragen. Philipp Schremmer (Spvg.) und Daniel Schnadwinkel (SCP) haben das sportliche Winter-Highlight im Altkreis in den vergangenen Jahren entscheidend geprägt, mit ihren Teams triumphiert und sich persönliche Auszeichnungen verdient.

Von Stephan Arend
Daniel Schnadwinkel ist ein »Steinhagener Junge«, spielt aber für den Landesliga-Rivalen Peckeloh. Als Kreativspieler und Torjäger hat er großen Anteil an der Siegesserie des SCP.
Daniel Schnadwinkel ist ein »Steinhagener Junge«, spielt aber für den Landesliga-Rivalen Peckeloh. Als Kreativspieler und Torjäger hat er großen Anteil an der Siegesserie des SCP. Foto: Gunnar Feicht

Im WB-Interview erklären Schremmer und Schnadwinkel den besonderen Reiz dieser Veranstaltung, blicken auf ihre persönlichen Höhepunkte zurück und wagen einen Ausblick auf das kommende Masters vom 26. bis 28. Dezember in der Versmolder Sparkassen-Arena.

An welches Turnier erinnern Sie sich besonders gerne?

Philipp Schremmer: 2012 habe ich zum ersten Mal beim Masters mitgespielt, im Finale gegen Amshausen drei Neunmeter gehalten und bin zum besten Torwart gewählt worden. Das war meine erste Saison bei den Erwachsenen und ich hatte zuvor noch keine Minute in der Landesliga gespielt. Kurz danach hat sich dann unser Stammtorwart Oliver Nestmann verletzt, ich habe in der Rückrunde gespielt und wir wären fast aufgestiegen. Es war wichtig, dass ich beim Masters Selbstvertrauen gesammelt und mir schon einen kleinen Namen gemacht habe.

Daniel Schnadwinkel: Natürlich sind die drei Titel und 23 Siege in Folge etwas Besonderes. Ich bin außerdem 2015 als bester Spieler und Torschütze ausgezeichnet worden. Gerne erinnere ich mich auch daran, dass der Vereine mehrere Busse für die Fans angemietet hat, als noch in Halle gespielt wurde.

Steinhagens Trainer Daniel Keller hat gesagt, dass jedes einzelne Landesliga-Spiel wichtiger ist als das Masters. Stimmen Sie zu?

Schremmer: Für die Zuschauer ist das Masters ein Spektakel. Doch das sehe ich definitiv genauso wie unser Trainer – gerade in unserer aktuell schwierigen Situation. Außerdem muss man in Bezug auf die sportliche Wertigkeit ehrlich sagen, dass zuletzt nur die beiden Landesligisten für den Sieg in Frage kamen.

Schnadwinkel: Das sehe ich genauso, die Liga geht vor. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich lieber in der Landesliga bis zuletzt um den Aufstieg mitspielen, als das Masters zu gewinnen. Sportlich ist das Masters auch nicht mit den Bielefelder Stadtmeisterschaften zu vergleichen. Das Leistungsgefälle im Altkreis ist sehr groß. Eng ist es für uns zuletzt nur in ein oder zwei Spielen geworden.

Was macht den Reiz dieser Veranstaltung aus?

Schremmer: Alle 15 Teams kommen aus dem Altkreis, jede einzelne Partie ist ein Derby, in dem die klassenniedrigere Mannschaft den Favoriten schlagen will. Und eine solche Stimmung erleben auch wir nur beim Masters. In der Landesliga haben wir ja meist nicht mehr als 100 Zuschauer.

Schnadwinkel: Immer mehr SCP-Fans kommen, um uns anzufeuern. Vor einigen Jahren waren es vielleicht 50 Leute, jetzt sind es 250.

Der SCP-Fanblock verwandelt einen Teil der Halle in eine rot-schwarze Wand und sorgt für eine überragende Stimmung. Hat das Einfluss auf die Spiele?

Schremmer: Ich finde es super, wie die SCP-Fans ihr Team unterstützen. Da kann sich jeder Verein eine Scheibe von abschneiden. Das macht den besonderen Reiz des Masters aus. Aber mich macht das nicht nervös. Ich finde vielmehr, dass diese Atmosphäre jeden Spieler pushen sollte.

Schnadwinkel: Ich glaube, dass unsere Fans bei uns tatsächlich fünf bis zehn Prozent Leistung herauskitzeln. Und die können in einem engen Finale entscheidend sein. Es kommen so viele Leute, die dich spielen und gewinnen sehen wollen. Denen willst du dann etwas zurückgeben und gibst mehr Gas. Ich sehe das als meine Pflicht an. Schließlich könnten die Zuschauer am 2. Weihnachtstag auch mit ihren Familien gemütlich essen, statt uns anzufeuern.

Letztes Jahr im Finale gab es einige unsportliche Begleitumstände: Rudelbildungen, Zuschauer laufen aufs Feld und provozieren. Muss das sein?

Schremmer: Manchmal kochen bei dieser besonderen Atmosphäre in der Halle die Emotionen über. Aber das wird dann auch dramatisiert, wenn Steinhagen gegen Peckeloh spielt. Wenn in einem anderen Spiel etwas ähnliches passiert, dann spricht kein Mensch darüber. Ich kann nur sagen, dass die Spieler untereinander ein gutes Verhältnis haben. Wenn wir uns in der Stadt oder auf einer Feier treffen, dann haben wir nette Gespräche.

Schnadwinkel: Da hat sich wohl einiges hochgeschaukelt. Doch die Aktion, nach dem Siegtor aufs Feld zu laufen und die Steinhagener Bank zu provozieren, war einfach blind. Darüber hinaus gibt es in jeder Mannschaft immer ein, zwei Hitzköpfe. Und dann fallen Worte, die nicht fallen sollten. Ich persönlich habe ein gutes Verhältnis zu vielen Steinhagener Spielern. Ich würde zum Beispiel niemals einen Basti Herrmann im Spiel durchbeleidigen und nach dem Schlusspfiff auf Kumpel machen. Das geht einfach nicht.

Andersherum lasse ich mich nicht provozieren und habe noch nie eine Rote Karte wegen einer Beleidigung oder Tätlichkeit gesehen. Mich spornt es nur noch mehr an, wenn ich beleidigt werde.

Die Mehrheit der Trainer sehen dieses Jahr Steinhagen vorne...

Schremmer: Auch ich sehe uns schon als Favoriten, weil wir fußballerisch überlegen sind. Doch Peckeloh kannst du mit Schönspielerei nicht besiegen, da musst du auch Charakter zeigen. Der SCP hat das in letzten drei Jahren super gemacht, mit Kampfgeist, Willen und der nötigen Robustheit unsere spielerische Überlegenheit wettgemacht.

Schnadwinkel: Viele sehen Steinhagen wegen der vielen Futsaler vorne. Ich finde, diese Jungs waren im Vorjahr offensiv stark, haben aber im Finale gegen uns die Defensive vernachlässigt. Es kommt auf die richtige Mischung an. Für mich ist das ein 50:50-Ding zwischen Steinhagen und uns. Fakt ist: Wir haben drei Mal in Folge gewonnen und können offensichtlich auch ganz gut zocken.

Was zeichnet Daniel Schnadwinkel aus?

Schremmer: Daniel Schnadwinkel ist ein super Typ und ein unheimlich kreativer Fußballer, der jeder Mannschaft weiter helfen würde. Ich freue mich immer, wenn ich ihn sehe. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander.

Und Philipp Schremmer?

Schnadwinkel: Menschlich verstehen wir uns sehr gut. Philipp hat gegen uns immer stark gehalten, ist auch fußballerisch ein guter Torwart, der auf jeden Fall zu den Top 3 in der Landesliga gehört.

Modus und Spielplan

Der Austragungsort Versmolder Sparkassen-Arena ist in Stein gemeißelt. Weil aber die Teilnehmerzahlen beim Altkreis-Masters seit einigen Jahren schwanken, ändert sich erneut der Modus. Wurde 2016 die Vorrunde in zwei Vierer- und einer Sechser-Gruppe ausgetragen, kommt TFC Werther nun als 15. Team dazu. Die Mannschaften werden somit auf drei Vierer- und eine Dreier-Gruppe verteilt. Aus dieser Konstellation ergibt sich folgender Spielplan:

Vorrunde – Gruppe 1: 26. Dezember, 17 bis 19.10 Uhr mit Spvg. Steinhagen, FC Türk Sport Steinhagen, BV Werther, Espanol Versmold.

Gruppe 2: 26. Dezember, 19.15 bis 21.30 Uhr mit SC Peckeloh, SV SG Hesseln, SC Halle, TSV Amshausen.

Gruppe 3: 27. Dezember, 17 bis 19.10 Uhr mit TuS Solbad, TuS Langenheide, TG Hörste, SG Oesterweg.

Gruppe 4: 27. Dezember, 19.15 bis 20.40 Uhr mit Spvg. Versmold, SV Häger, TFC Werther.

Endrunde: 28. Dezember ab 17 Uhr Viertelfinale , ab 19 Uhr Halbfinale und um 20.15 Uhr Endspiel .

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