Handball-Oberliga: Loxtens Youngster Marlon Meyer und Max Schäper ziehen Zwischenbilanz Schneller – stärker – abgezockter

Versmold-Loxten  (WB). Im Vorjahr waren es Malte Weigel und Paul Blankert, jetzt sind es Marlon Meyer und Max Schäper: Handball-Oberligist SF Loxten setzt beim schrittweisen Generationswechsel auf hungrige Talente aus der Region. Der 19-jährige Greffener und der 22-jährige Hörster ziehen nach elf Oberliga-Spieltagen Zwischenbilanz.

Von Gunnar Feicht
Beobachtet von Marlon Meyer (links) versucht Max Schäper, per Sprungwurf die Bielefelder Deckung um Arne Kröger zu überwinden. Oberliga-Spiele vor fast 1000 Zuschauern wie in der Seidensticker-Halle sind für Loxtens Youngster Motivation pur.
Beobachtet von Marlon Meyer (links) versucht Max Schäper, per Sprungwurf die Bielefelder Deckung um Arne Kröger zu überwinden. Oberliga-Spiele vor fast 1000 Zuschauern wie in der Seidensticker-Halle sind für Loxtens Youngster Motivation pur. Foto: Sören Voss

Mit Doppelschichten im A-Jugend-Oberligateam der TSG Harsewinkel und in der Männer-Verbandsliga hatte sich Marlon Meyer vor seinem Wechsel schon eine Doppelbelastung aufgebürdet. Jetzt musste er – wie erwartet – eine weitere Stufe härter an sich arbeiten: »Wie es körperlich zur Sache geht, das ist noch mal ein extremer Unterschied. Da sind die Zusatzschichten im Fitnessstudio sehr wichtig«, findet Meyer. »Hinzu kommt, dass du auch vom Kopf her schneller sein musst.« Sonst beißt man gegen ausgekochte Abwehrspezialisten wie Spenges Ex-Bundesligaspieler Oliver Tesch buchstäblich auf Granit...

Für Max Schäper war es nach dem Hörster Verbandsliga-Abstieg 2016 sogar ein Sprung um zwei Klassen: »Von den Schiedsrichtern wird mehr Härte toleriert, meine Gegenspieler sind fast alle deutlich schwerer. Deshalb arbeite ich auch zusätzlich an mir, werde aber mein Plus in der Schnelligkeit nicht aufs Spiel setzen«, sagt der dynamische Mittelmann. Der persönliche Durchbruch kam für ihn am fünften Spieltag beim 29:24-Heimsieg gegen Soest: Mit seinen schnellen Beinen und dem Auge für die Mitspieler leitete er etliche Treffer ein. Dass er in den Parten zuvor lange die Bank drücken musste, hat er akzeptiert – wie auch Teamkollege Meyer, der sagt: »Wir sollten von draußen erst mal genau die Abläufe beobachten, was sich letztlich ausgezahlt hat.«

Meyer: »Loxtens Heimspielkulisse ist großartig«

Mittlerweile stehen sie mehr in der Verantwortung – nächster Schritt eines Umbruchs, der von Außenstehenden offenbar unterschätzt wird. »Gegen die TSG in Bielefeld hatten wir zeitweise eine Besetzung auf der Platte, in der kein Feldspieler älter als 23 war«, gibt Schäper zu bedenken. Sich unter diesen Umständen vor 900 Zuschauern in der Seidensticker-Halle zu behaupten, das prägt. Wie überhaupt Marlon Meyer in der Atmosphäre bei den Oberliga-Spielen einen wesentlichen Unterschied zur Verbandsliga sieht: »Die Loxtener Heimspiel-Kulisse ist immer großartig. Auch was in den OWL-Derbys und in einigen anderen Hallen auf der Tribüne abgeht, gehört für mich zu den Highlights der Hinrunde.«

Mit Leidenschaft und Begeisterung arbeiten beide daran, sich weiter zu verbessern, analysieren aber auch ganz nüchtern, was noch fehlt. Passt irgendwie dazu, dass sowohl Meyer als auch Schäper in Bielefeld Wirtschaftsingenieur-Wesen studieren und damit in ein Berufsfeld streben, das planerische und technische Fähigkeiten verlangt. Sportlich würden sie gerne weiter ihren Beitrag zum personellen Umbruch nach Elvir Selmanovic’ Abschied im vergangenen Sommer leisten – die Gespräche über mögliche Vertragsverlängerungen sind gerade angelaufen.

Für die restlichen 15 Saisonspiele sehen beide von Loxtener Warte aus noch Luft nach oben: »Dass wir in einigen Spielen nur ein Remis geholt oder knapp verloren haben, lag nicht zuletzt an der Unerfahrenheit und daran, dass wir noch nicht hundertprozentig eingespielt waren. Aber der Leistungstrend zeigte zuletzt nach oben, weil wir uns als Mannschaft immer besser finden«, sind sich Meyer und Schäper einig. Mit Marian Stockmanns Torgefährlichkeit und der Aussicht auf Sebastian Hölmers baldige Rückkehr wollen die Frösche im neuen Jahr noch kräftig das Punktekonto aufpolieren.

Thomas Lay: »Beide saugen die Erfahrungen auf«

An der Aufholjagd bei der Loxtener Fast-Sensation in Bielefeld (27:28 nach 11:17-Pausenrückstand) waren die Youngster maßgeblich beteiligen. Dass in solchen Spielen unter ex­tremem Entscheidungsdruck auch Fehler passieren, nimmt ihnen Trainer Thomas Lay nicht übel. »Beide saugen solche Erfahrungen auf, das unterläuft ihnen dann kein zweites Mal. Mit der Entwicklung bin ich sehr zufrieden«, lobt der Coach die Lernfähigkeit der beiden Rückraumspieler.

Trainer und Spielern ist die ständige Rückkopplung wichtig. »Die älteren Teamkollegen geben wertvolle Tipps, auch beim gemeinsamen Video-Studium: ›In der Situation musst du noch weiter ziehen oder mehr in die Breite gehen.‹ Oder Torwart Calli Welge sagt uns, wenn die Wurfbilder zu leicht auszurechnen sind und was man da besser machen kann«, berichtet Marlon Meyer. Auch Max Schäper hilft der Austausch mit Routiniers wie Sebastian Hölmer, Chrissi Kalms und Jan Patzelt, mehr richtige Entscheidungen zu treffen und das Zusammenspiel mit dem Kreis zu verbessern.

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