Handball: Loxtens Torwart Pascal Welge trifft auf seine »alte Liebe« TSG ist noch eine andere Welt

Versmold-Loxten (WB). Am Freitagabend (20 Uhr) kehrt Pascal Welge im Oberligaspiel mit den Sportfreunden Loxten zu seiner alten Liebe TSG A-H Bielefeld zurück. Im Interview mit WB-Redakteur Burkhard Hoeltzenbein erklärt der 30-jährige Handballtorwart mit Bundesligaerfahrung, warum der Wechsel vor der Saison von Bielefeld nach Loxten der richtige Schritt für ihn war, wieso ihm das SFL-Publikum gefällt und was er seinem neuen Club zutraut.

Neuzugang Pascal Welge zählt zu den Leistungsträgern der Sportfreunde Loxten. Freitag feiert der Torwart ein Wiedersehen mit seinem Ex-Verein TSG A-H Bielefeld.
Neuzugang Pascal Welge zählt zu den Leistungsträgern der Sportfreunde Loxten. Freitag feiert der Torwart ein Wiedersehen mit seinem Ex-Verein TSG A-H Bielefeld. Foto: Sören Voss

Mit Blick auf die Tabelle (1. TSG 18:2 Punkte, 7. SF Loxten 10:10): War der Wechsel die falsche Entscheidung?

Pascal Welge (lacht): Das war schon alles richtig so. Ich wollte eine neue Herausforderung und Spaß haben. Bei mir steht heute mein Job als Produktions-Ingenieur im Vordergrund. Trotzdem bleibt Handball meine Leidenschaft. Und da will ich mit Loxten den selben maximalen Erfolg herausholen, wie ich das bei der TSG immer versucht habe.

Also wird es morgen kein Spiel wie jedes andere?

Welge: Ich bin und bleibe TSG-Fan, wünsche dem Verein den angestrebten Aufstieg. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, solche Ziele wie den Aufstieg in die 3. Liga zu verfolgen. Dafür muss ein ganzes Team mit Hingabe an den Sport alles unterordnen. Bei uns muss alles zusammenpassen, um in Bielefeld zu bestehen und vielleicht einen Punkt mitzunehmen. Ich tippe 27:27.

Wie ist das erste halbe Jahr in Loxten für Sie gelaufen?

Welge: Die Stimmung passt. Sowohl bei den Zuschauern als auch im Team. Der Fahrt-Aufwand ist größer geworden. Aber ich habe mit Max Schäper und Malte Weigel zwei pfiffige Mitfahrer, mit denen ich mich nicht nur über Handball austausche. Ich versuche, mich nicht nur sportlich, sondern auch persönlich einzubringen.

Gab es für Sie ein Schlüsselerlebnis?

Welge: Das erste Heimspiel vor eigenem Publikum, das wir auch gewonnen haben, war super. Wir haben ein treues Publikum, das immer kommt – auch wenn wir die Erwartungen noch nicht ganz erfüllen. In Bielefeld kannte ich fast jeden Zuschauer, hier lerne ich jetzt neue Leute kennen. Besonders das Stammpublikum, das uns treu auch auswärts begleitet.

Es gibt einen gesunden Konkurrenzkampf im Tor...?

Welge:  . . . den ich angenommen habe. Marco Possehl kannte ich vorher. Bei Daniel Plum ist absolut bemerkenswert, was für eine Fitness der mit seinen 40 Jahren mitbringt. Wir haben in René Mittelberg einen hervorragenden Torwarttrainer, der sich individuell auf uns einstellt und sehr einfühlsam die Einheiten dosiert.

Was hat Loxten, was es in Bielefeld nicht gab?

Welge: Zeit, um junge Spieler zu entwickeln. Trainer Thomas Lay nimmt sich diese zum Beispiel für Max Schäper, der aus der Landesliga kam. Wegen der verletzten Leistungsträger wie Kalms bekommen junge Leute wie Marlon Meyer mehr Spielanteile. Auch wenn die Ergebnisse noch nicht ganz so sind, wie sie sein sollten. Die TSG will aufsteigen, die brauchen fertige Spieler, davon mindestens sieben gestandene Handballer mit Drittligaerfahrung. Bei uns hat keiner der anderen Jungs höher als Oberliga gespielt.

Was trauen Sie ihrer Mannschaft künftig zu?

Welge: Wir sind mit dem jetzigen Zwischenergebnis nicht zufrieden. Aber wenn wir in Bielefeld etwas mitnehmen und gegen Mennighüffen, was sehr schwer wird, und Ferndorf gewinnen, sind wir wieder oben dabei.

Mal über die Saison geschaut: Was kann sich in Loxten entwickeln?

Welge: Die Basis ist da, Loxten hat als Oberligist im weiten Umkreis Magnetwirkung. Ob es mal reichen wird, um den Aufstieg mitzuspielen, hängt auch an den Sponsoren. TSG und Spenge zeigen, welchen Aufwand sie für ihre Aufstiegsziele betreiben. Da liegen zu Loxten noch Welten zwischen.

Frage: Wollen Sie selbst mit 40 noch Handball spielen?

Welge: »Ich will so lange spielen, wie ich merke, dass ich meinen eigenen hohen Ansprüchen noch gerecht werde und der Körper fit ist. Handball gehört zu meinem Leben, meiner Persönlichkeit. Aber die Balance zwischen dem immer noch hohen Aufwand mit dreimal Training und zwei Einheiten im Fitnesscenter und dem Privatleben muss stimmen.

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