Fußball-Landesliga: Peckelohs Wojtek Kosecki muss gleich bei seinem Ex-Klub ran Auswärtsprüfung: Beim Start ist alles möglich

Altkreis  (guf). Beide Fußball-Landesligisten müssen auswärts am Sonntag echte Bewährungsproben bestehen, wenn sie erfolgreich starten wollen. SC Peckelohs Wojtek Kosecki erlebt gleich sein »Spiel des Jahres«.

Hier steigt Wojtek Kosecki (links) noch als Gegenspieler von Peckelohs Baris Colak (rechts) hoch. Sonntag wollen beide gemeinsam bei Koseckis Ex-Klub Tengern punkten.
Hier steigt Wojtek Kosecki (links) noch als Gegenspieler von Peckelohs Baris Colak (rechts) hoch. Sonntag wollen beide gemeinsam bei Koseckis Ex-Klub Tengern punkten. Foto: Sören Voss

SC Vlotho - Spvg. Steinhagen. 16 Siege gegenüber 12 Niederlagen, ein positives Torverhältnis – als Aufsteiger hat sich Vlotho vergangene Saison auf Anhieb Rang sieben erkämpft. In erster Linie mit Qualitäten, die keinem Gegner schmecken: »Der SC kommt über eine extreme Geschlossenheit, taktische Disziplin und Zweikampfstärke – gerade im Spiel gegen den Ball«, weiß Spvg.-Coach Daniel Keller. Dass Frank Schwöppe, ein zuvor erfolgreicher Bezirksliga-Trainer, im Rudolf-Kaiser-Stadion Olaf Sieweke abgelöst hat, dürfte an der Vlothoer Ausrichtung nichts ändern. Keller und sein »Co« Daniel Eikelmann haben ihrer Elf spielerische Lösungen aufgezeigt, um den kompakten Gegner zu knacken und hoffen, dass diese voll konzentriert umgesetzt werden. Bis auf Lukas Pörtner, Dennis Bresser und Aytug Gecim (ein Monat Pause wegen einer Kapselverletzung) stehen alle Spieler zur Verfügung.

TuS Tengern - SC Peckeloh. »Zum Saisonstart ist alles möglich.« Der Zeitpunkt des schweren Spiels beim Vorjahresdritten und Mitfavoriten kommt SCP-Coach Markus Kleine-Tebbe nicht ungelegen. Den Schlüssel zu einem Punktgewinn oder mehr hält seine Mannschaft selbst in der Hand: »Wenn wir mit 100 Prozent Leidenschaft und als Einheit auftreten, sind wir schwer zu schlagen. Zuletzt haben wir ja auch Selbstvertrauen getankt, aber Tengern hat in allen Mannschaftsteilen richtig gute Jungs und vor allem physisch wird es eine bockschwere Aufgabe.« Diesen Eindruck hat der Trainer auch als Augenzeuge bei Tengerns Westfalenpokalspiel gewonnen: Vergangenen Samstag besiegte der TuS Landesligist Burgsteinfurt durch ein spätes Eigentor des Gegners 2:1. Beim SCP fehlen Urlauber Hakan Bayer, Torwart Tom Weber, Robin Steinkamp, Niklas Gronau (alle verletzt). Dennis Schmidt und Ninos Gülünay sind angeschlagen.

Aufgeregt zu alten Freunden

Groß war die Erleichterung am Donnerstagabend: Beim ersten Training nach anderthalbwöchiger Zwangspause hat die lädierte Wade gehalten. Für Wojtek Kosecki ist das Auftaktspiel der neuen Saison ein ganz besonderer Tag: Der Neuzugang tritt mit SC Peckeloh beim TuS Tengern an – dort, wo der 31-Jährige ein Jahrzehnt lang die Abwehr zusammengehalten hat.

Da ist es verständlich, dass der sonst so abgezockte Routinier fast so aufgeregt ist wie sonst ein Youngster vor seinem allerersten Landesliga-Einsatz: »Natürlich ist dies das Spiel, auf das ich mich am meisten freue. Im Team von Tengern kicken viele Freunde von mir – und jetzt stehe ich zum ersten Mal auf der anderen Seite.«

Nachdem er in der A-Jugend und im ersten Seniorenjahr beim SC Herford am Ball gewesen war, ist Wojtek Kosecki zum TuS Tengern an den Südhang des Wiehengebirges gewechselt und dort sogar in die Kapitänsrolle hineingewachsen. Der kopfballstarke Innenverteidiger (1,89 m groß, 84 kg schwer) kehrt im eigenen Strafraum mit eisernem Besen, gilt als einer der besten seiner Zunft in der Landesliga. In der Vergangenheit gab es Angebote höherklassiger Vereine, die stets eine Absage erhielten. Denn Kosecki erfüllt nicht nur auf dem Platz zuverlässig seine Aufgabe. Er hat sich auch beruflich beim Sponsor des TuS einiges aufgebaut: Im IT-Unternehmen Wortmann-Gruppe in Hüllhorst ist er mittlerweile in verantwortlicher Position tätig.

Warum nun der Wechsel zum SC Peckeloh? Die Familie hat die Hauptrolle gespielt: »Meine Frau stammt aus Versmold und hier haben wir den richtigen Platz gefunden, um mit unserer einjährigen Tochter sesshaft zu werden.« In einem Monat soll das Eigenheim bezugsfertig sein. Wojtek Kosecki, der als Vierjähriger aus Polen nach Deutschland kam und in Bünde aufgewachsen ist, freut sich, dass er beim SCP weiterhin leistungsbezogen Fußball spielen kann. »Die sechs Wochen Vorbereitung waren für mich tatsächlich mal wieder aufregend, wegen der neuen Umgebung nach so langer Zeit bei einem Verein. Aber es macht richtig Spaß und ich bin von allen sehr gut aufgenommen worden. Jetzt wird es Zeit, dass es im Kampf um Punkte los geht.«

Und dies eben auf dem vertrauten Rasenplatz an der Tengerner Grundschule. Dort, wo der Abwehrchef Kosecki auch so manchem Peckeloher Stürmer unangenehme Nachmittage bereitet hat. Was erwartet den SCP am Sonntag? »Der Kader des TuS hat sich auf einigen Positionen verändert, weil es neben mir noch andere Abgänge gab«, weiß der Abwehrhüne. Einfacher als früher wird es für Peckeloh aber nicht: »Neuzugänge wie Waldemar Jurez, Richard Urban, Maximilian Schwier und Jannik Albert haben schon höherklassig gespielt und bringen viel Qualität mit.«

TuS Tengern will Rang drei aus dem Vorjahr bestätigen. Auch Landesliga-Kenner Kosecki hat mit Peckeloh ein festes Ziel: »Ich möchte mit dem SCP den Platz aus der vergangenen Saison verbessern. Weil die Liga noch ausgeglichener geworden ist, zählt dabei jede Partie.« Deshalb wird sich der Routinier auch in seinem »Spiel des Jahres« voll reinhängen. Tengerns Coach Holm Hebestreit ist sich jedenfalls sicher: » ›Wojo‹ angeschlagen? Der würde gegen uns auch ohne Wade auflaufen, wenn’s sein müsste...«

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