Julian Stöckner sorgt für 16. Remis und spült 50 Euro vom Coach in die Teamkasse 1:1 in der Unentschieden-Arena

Verl (WB). Punkteteilung! Was auch sonst? Nachdem der Schiedsrichter am Mittwochabend mit dem Abpfiff der Partie gegen den Wuppertaler SV das 16. Remis dieser Regionalliga-Saison für die Fußballer des SC Verl besiegelt hat, tauft Stadionsprecher Thorsten Nöthling die Sportclub-Arena kurzerhand um: »Es bleibt beim 1:1 in der Unentschieden-Arena.«

Von Christian Bröder
Dem Verteidiger Julian Stöckner gelingt am Mittwochabend vor 638 Zuschauern in der Sportclub-Arena des SC Verl mit einem Flugkopfball das Ausgleichstor gegen den Wuppertaler SV. Durch das 1:1 klettert der Sportclub auf Rang acht.
Dem Verteidiger Julian Stöckner gelingt am Mittwochabend vor 638 Zuschauern in der Sportclub-Arena des SC Verl mit einem Flugkopfball das Ausgleichstor gegen den Wuppertaler SV. Durch das 1:1 klettert der Sportclub auf Rang acht. Foto: Hendrik Martinschledde

Für ein Grinsen ist auch Guerino Capretti schnell wieder zu haben, obwohl der Ausgleichstreffer von Julian Stöckner den Abend für seinen 36-jährigen Trainer zu einem kostspieligen Unterfangen werden lässt. »Stöcki« verwandelt nämlich direkt nach der Pause eine Freistoßflanke von Bastian Müller per Flugkopfball zum 1:1 (47.).

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Der Trainer hat in der Kabine gesagt, er zahlt 50 Euro in die Mannschaftskasse, wenn wir eine Standardsituation reinmachen. Außerdem war ich eh´mal dran.

Julian Stöckner

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»Der Trainer hat in der Kabine gesagt, er zahlt 50 Euro in die Mannschaftskasse, wenn wir eine Standardsituation reinmachen. Außerdem war ich eh´mal dran«, verrät Innenverteidiger Stöckner zu seinem Treffer. Er hat noch am Vortag seinen Vertrag bis 2020 verlängert und am vergangenen Samstag in Rhynern sein 100. Spiel für den SC Verl absolviert.

Seinen 101. Einsatz erlebt der 29-Jährige in einer rassigen Regionalliga-Partie mit zwei völlig verschiedenen Halbzeiten: Zunächst genießen vor 638 Zuschauern die von 70 Fans begleiteten Gäste aus der Schwebebahnstadt Hoheit in fast jeglicher Hinsicht.

Dominante Wuppertaler führen zur Pause nach Chancen mit 6:1

Das wohl deutlichste Indiz der Wuppertaler Dominanz ist das klare Chancenplus, das schon zur Pause bei 6:1 für den WSV liegt. Kostprobe: Toptorjäger Christopher Kramer (14 Treffer) zwingt den Verler Keeper Robin Brüseke früh zur Fußabwehr (5.), bei der nachfolgenden Ecke klärt Matthias Haeder einen Kopfball des Wuppertalers Gino Windmüller auf der Torlinie (6.).

Von den Gastgebern kommt zu wenig, einmal scheitert Haeder (11.), dann Viktor Maier (27.). Wuppertal wirkt galliger, hat weitere Top-Chancen durch Saric (20.), Topal (35.) und Schünemann (39.), ehe Enes Topal Sekunden vor der Pause die Führung gelingt (45.).

Zweite Halbzeit gehört fast nur noch den Hausherren

»Kein Zugriff, kaum Leidenschaft, von allem zu wenig. Die erste Halbzeit war die schlechteste Hälfte, die ich bisher von uns gesehen habe«, erklärt Trainer Capretti schonungslos offen. Der gleichen Ansicht ist auch Julian Stöckner, der direkt nach dem Seitenwechsel die als Motivation angedachte finanzielle Offerte seines Cheftrainers annimmt.

Sein fulminanter Kopfball zum 1:1 (47.) ist der Auftakt einer zweiten Hälfte, die über weite Strecken von Verl dominiert wird. Zwar lenkt zunächst SCV-Keeper Brüseke per Reflex einen Wirtz-Schuss an die Latte (55.). Im Anschluss haben jedoch Maier allein vor Wickl (56.), Patrick Kurzen bei einer Doppelchance (68./69.) und Choroba beim 25-Meter-Kracher (71.) einfach nur Pech. Auch Muhovic (77.) und Liehr (79.) bleiben glücklos.

Serie bleibt bestehen: Zehn Spiele ungeschlagen, Samstag kommt Gladbach

»Am Ende müssen wir damit zufrieden sein«, sagt Kapitän Julian Schmidt. Sein SC Verl bleibt im zehnten Spiel unbesiegt, klettert auf Tabellenplatz acht und trifft am Samstag (14 Uhr) auf Borussia Mönchengladbachs U23.

Statistik: SC Verl - Wuppertaler SV 1:1 (0:1)

SC Verl: Brüseke - Choroba, Schmidt, Stöckner, Sansar - Kurzen, Müller, Liehr, Hecker (62. Muhovic) - Haeder (59. Mikic), Maier.

Wuppertaler SV: Wickl - Wirtz, Uphoff, Blum, Pytlik - Windmüller, Schünemann (83. Mandt) - Topal, Grebe (59. Cirillo), Saric - Kramer.

Schiedsrichter: Julian Engelmann (25), Iserlohn, Verein: SF Sommern.

Gelbe Karten: Schmidt (85.), Mikic (90.+1).

Chancen: 8:8 (1:6).

Ecken: 10:7 (0:4).

Zuschauer: 638.

Tore

• 0:1 Enes Topal (45.). Der brandgefährliche Semir Saric taucht plötzlich gefährlich halbrechts im Verler Strafraum auf. Er wird von Cinar Sansar in einen Zweikampf verwickelt. Beide landen am Boden, SCV-Keeper Brüseke will helfend einschreiten, doch Saric kann den freiliegenden Ball querspielen und Enes Topal läuft mit Ball auf der linken Angriffseite ins Tor.

• 1:1 Julian Stöckner (47.). Freistoß an der Strafraumkante: Auf der linken Verler Angriffseite schreitet Bastian Müller zur Tat. Er hebt den Ball butterweich durch den WSV-Strafraum und der aufgerückte Stöckner verwandelt am langen Pfosten mit einem sehenswerten Flugkopfball.

Weitere Ergebnisse von Mittwoch

Borussia Dortmund U23 - Viktoria Köln 1:3 (0:0), Borussia Mönchengladbach U23 - KFC Uerdingen 2:3 (0:2).

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