TSG: Mühlbrandt redet (noch) nicht von Aufstieg – TV Verl: Ein alter Bekannter als Neuer »HSG wird kämpfen, kratzen, beißen«

Verl/Harsewinkel  (WB). Nur noch sechs Spiele bis zur Oberliga: Verbandsligist TSG Harsewinkel hat als aktueller Tabellenzweiter mit zwei Punkten Vorsprung auf seine Verfolger das Tor zur vierthöchsten Handballklasse schon mehr als einen Spalt geöffnet. »Aber vor uns liegen noch sechs verdammt harte Begegnungen«, mahnt Manuel Mühlbrandt. Der TSG-Trainer möchte das Wort »Aufstieg« noch nicht in den Mund nehmen.

Von Uwe Caspar
Der Harsewinkeler Malik St. Claire (links) im Anflug auf die Oberliga? Noch ist es nicht soweit, aber die Chancen der TSG auf einen Aufstieg stehen nicht schlecht. Zunächst gilt es aber, am Samstag den Vorletzten Hüllhorst in die Schranken zu weisen.
Der Harsewinkeler Malik St. Claire (links) im Anflug auf die Oberliga? Noch ist es nicht soweit, aber die Chancen der TSG auf einen Aufstieg stehen nicht schlecht. Zunächst gilt es aber, am Samstag den Vorletzten Hüllhorst in die Schranken zu weisen. Foto: Carsten Borgmeier

Die erste Partie des »Schlussspurt-Sixpacks« führt Harsewinkel am Samstag (19 Uhr) zum bereits etwas abgeschlagenen Vorletzten HSG Hüllhorst. Eine vermeintlich lösbare Aufgabe für eine Mannschaft mit Oberliga-Ambitionen. Nicht jedoch für Manuel Mühlbrandt: »Die HSG greift im Abstiegskampf nach jedem Strohhalm, zumindest will sie ihre letzten drei Heimspiele unbedingt gewinnen«, erwartet der angehende Physiotherapeut am Wiehengebirge 60 stürmische Minuten mit »einem knappen Ausgang«.

Auswärtsspiel für »Mühle« eine Frage der Mentalität

Mühlbrandt hofft, dass seine Schützlinge an das »Feuerwerk« gegen Steinhagen anknüpfen können. Das sei auch nötig, weil sich sein Team in der Hüllhorster Sporthalle auf einen aggressiv auftretenden Gegner einstellen müsse. »Die HSG wird kämpfen, kratzen und beißen, um ihre vielleicht letzte Chance zu wahren. Und das müssen wir im Kopf verinnerlichen«, ist für »Mühle« das bevorstehende Auswärtsspiel auch eine Frage der Mentalität.

Mit voller Kapelle ins Mindener Land

Damit die Seinen ihren Akku wieder aufladenkonnten, hat ihnen der Coach eine eineinhalbwöchige Trainingspause gegönnt. Personell sieht es so gut aus wie schon lange nicht mehr: Harsewinkel, deren härteste Konkurrenten derzeit TV Emsdetten II und HC TuRa Bergkamen (nächster Heimgegner der TSG) sind, reist mit voller Kapelle ins Mindener Land. Selbst wenn es mit dem greifbaren Aufstieg nicht klappen sollte, wäre Manuel Mühlbrandt keinesfalls enttäuscht: »Denn mit dem Saisonverlauf bin ich jetzt schon brutal zufrieden!«

TV Verl: Rückkehrer Niklas Ottofrickenstein (22) soll helfen

Trotz der prekären, fast schon aussichtslosen Situation hat Hubertus Neuhaus seinen Humor nicht verloren. »Wir haben einen Neuzugang aus Barcelona«, scherzt der Coach gestern. Kein Star aus Spanien, sondern ein alter Bekannter hilft dem TVV jetzt im Abstiegskampf: Rechtsaußen und Linkshänder Niklas Ottofrickenstein (22), vor seiner langen Verletzungspause für GWD Minden in der A-Jugend-Bundesliga aktiv und davor in Verl, wird im Kellerduell gegen die HSG Porta Westfalia sein Debüt geben.

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Ab sofort müssen wir kontinuierlich punkten, ein Überraschungs-Remis reicht nicht mehr.

Hubertus Neuhaus

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»Niklas, der seit zwei Wochen mittrainiert, wird uns sicherlich helfen«, meint Neuhaus. Bis auf die leicht angeschlagenen Thilo Vogler und Alexander Busche geht der am Abgrund stehende TVV in Bestbesetzung in die Heimpartie gegen den bereits sechs Punkte besser dastehenden Drittletzten. Der Trainerwechsel – Dennis Eichhorn löste Kai Bierbaum ab – hat Porta prompt weitergebracht: Drei Siege in Serie haben die wieder hoch motivierten Mindener zuletzt geholt.

Hubertus Neuhaus ist sich der brisanten Ausgangsposition bewusst. »Ab sofort müssen wir kontinuierlich punkten, ein Überraschungs-Remis reicht nicht mehr. Entscheidend wird sein, wie unsere Mannschaft mit dem großen Druck klar kommt«, sagt der Trainer. Gegen Porta hat er zwei Zähler fest eingeplant: »Wenn wir die nicht schlagen, wen dann?«

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