612 Zuschauer sehen gegen Köln ein kleines Fußballfest Karamba, Karacho! SC Verl wie im Rausch

Verl (WB). Wieder platzt gegen Köln der Knoten – und wie! Die Fußballer des SC Verl haben sich am Dienstagabend phasenweise in einen kollektiven Rausch gespielt und beim 4:0 (2:0) gegen die Bundesliga-Reserve vom Rhein nach 116 Tagen wieder einen Sieg in der Regionalliga West gefeiert. Schon in der Hinrunde ist gegen Köln der erste Saisonsieg geglückt. Diesmal sind alle aus dem Häuschen.

Von Christian Bröder
Wie aufgedreht! Doppeltorschütze Patrick Kurzen (von links), Kapitän Julian Schmidt und Torwart Robin Brüseke feiern Dienstagabend mit dem SC Verl ein furioses 4:0.
Wie aufgedreht! Doppeltorschütze Patrick Kurzen (von links), Kapitän Julian Schmidt und Torwart Robin Brüseke feiern Dienstagabend mit dem SC Verl ein furioses 4:0. Foto: Henrik Martinschledde

»Das war mit die beste Saisonleistung und vielleicht der Dosenöffner für die kommenden Wochen. Von vorne bis hinten hat alles funktioniert. Ich bin stolz auf die Jungs«, jubelt Viktor Maier. Der Verler Stürmer erzielt vor 612 Zuschauern in der Sportclub-Arena ebenso zwei Tore (30./79.) wie Flügelflitzer Patrick Kurzen (55./67.), der nach seiner Auswechslung so erledigt ist, dass er sich beim Autogrammschreiben für ein Mädchen entkräftet auf die Ersatzbank fallen lässt: »Da musste ich erst durchschnaufen.«

"

Man hat förmlich gespürt, wie der Knoten geplatzt ist. Der Zug zum Tor war immer der erste Gedanke.

Guerino Capretti

"

Die siebte Saisonsieg ist einer aus der Kategorie »Karamba, Karacho«: ein temporeiches, heißes Spiel, in dem den Gastgebern plötzlich alles gelingt. »Man hat förmlich gespürt, wie der Knoten geplatzt ist. Der Zug zum Tor war immer der erste Gedanke. Aber man muss auch sagen, dass wir zunächst Glück gehabt haben«, gesteht Trainer Capretti hinsichtlich des Pfostentreffers vom FC-Rechtsaußen Chris Führich (13.).

Teammanager der mit drei Profis verstärkten Kölner räumt mit Gerücht auf

Auch danach bleibt die mit drei Profis verstärkte Kölner U21, bei der Teammanager Rainer Thomas (54) mit dem Gerücht um eine Abmeldung aufräumt (»Wir haben schon 15 Spieler und drei Torhüter für die neue Saison unter Vertrag. Das ist kein Thema«), zunächst gefährlich. Doch den Hausherren ist anzumerken, dass sie nach vier Remis und einer Pleite endlich den ersten Sieg des Jahres wollen.

Kommt beim 1:0 (30.) des überragenden Viktor Maier noch eine Unebenheit des Platzes zu Hilfe, hat in der Folge fast jede Aktion Hand und Fuß. Einziger Wermutstropfen: Cihan Özkara verletzt sich beim Sprint am hinteren linken Oberschenkel (41.).

Nach der Pause fallen Traumtore, Trainer Capretti gerät ins Schwärmen

Nach der Pause fallen dann Traumtore: der Vollspann-Hammer von Patrick Kurzen (»Da gehört auch Glück dazu«) sitzt zum 2:0 (55.), sein Kopfball bedeutet das 3:0 (67.). Jetzt gelingt jede Aktion: Über den sehenswerten Kombinationsfußball vor Maiers Unterkanten-Kracher zum 4:0 (79.) gerät Coach Capretti ins Schwärmen: »Alles direkt, direkt – und dann haut er ihn unter die Latte. Ich bin froh, dass es heute auch in der Dominanz endlich mal so geklappt ist.«

Schon Freitag geht’s weiter, dann wartet der FC Wegberg-Beeck

Ein Ausrufezeichen! In der Tabelle hat der SC Verl als Zehnter (34 Punkte) nun elf Punkte Vorsprung auf die Gefahrenzone. Schon am Freitag wartet die nächste Partie: Um 19.30 Uhr geht’s dann zum Waldstadion des Drittletzten FC Wegberg-Beeck.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.